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Kettner Edelmetalle
27.07.2026
16:09 Uhr

Merz räumt auf – und trifft dabei die eigene Partei: Ostdeutscher Staatssekretär rechnet öffentlich mit dem Kanzler ab

Merz räumt auf – und trifft dabei die eigene Partei: Ostdeutscher Staatssekretär rechnet öffentlich mit dem Kanzler ab

Es ist ein Vorgang, der in normalen Zeiten kaum mehr als eine Randnotiz im Berliner Personalkarussell wäre. Doch die Zeiten sind nicht normal. Wenn ein Bundeskanzler seine Leute austauscht wie ein Trainer, dessen Mannschaft die letzten fünf Spiele verloren hat, dann sagt das mehr über den Zustand der Regierung als jede Sonntagsfrage. Und wenn die Betroffenen anschließend über X ihre Kränkung in die Welt hinaustragen, dann ist der Lack ab.

Vom Rednerpult in die Bedeutungslosigkeit

Im Zuge der Kabinettsumbildung verlassen nicht nur die Bundesminister Thorsten Frei und Patrick Schnieder das Kabinett. Auch auf der Ebene der Parlamentarischen Staatssekretäre wird gekehrt: Neben Staatsminister Michael Meister muss auch der Gesundheitspolitiker Tino Sorge aus Sachsen-Anhalt gehen. Der hat sich das nicht schweigend gefallen lassen.

Sorge erklärte, er hätte seine Arbeit an dieser Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgesetzt. Bemerkenswerter ist jedoch, wie er von seinem Aus erfuhr: aus den Medien. Kein Anruf, kein Gespräch, kein Wort unter vier Augen. Es sei, so Sorge, eine eigene Stilfrage des Kanzlers, eine solche Entscheidung zuerst in Parteigremien und vor der Presse zu verkünden, statt sie dem Betroffenen persönlich mitzuteilen. Die Entscheidung nehme er zur Kenntnis – ein Satz, der in der Sprache der Politik so viel Wärme enthält wie ein Kühlhaus im Januar.

Wer Loyalität einfordert, aber nicht einmal zum Telefon greift, sollte sich über schwindende Gefolgschaft nicht wundern.

Der wahre Grund: eine Anschlussverwendung

Warum also musste Sorge weichen? Nicht, weil er versagt hätte. Sondern weil für die Staatsministerin für Ehrenamt und Sport im Kanzleramt, die sächsische Amtsinhaberin Christiane Schenderlein, eine Anschlussverwendung gefunden werden musste. Merz habe befunden, sie habe zu wenige Akzente gesetzt. Ihre Nachfolgerin soll die frühere Fußballerin Nadine Keßler werden.

Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Wer sich nach Einschätzung des Kanzlers nicht bewährt hat, wird nicht entlassen, sondern weitergeschoben – und dafür fliegt ein Fachpolitiker, der seine Arbeit offenbar tat. Es ist die Logik des Postenkarussells, nicht die Logik der Leistung. In der freien Wirtschaft würde man dafür belächelt. In Berlin nennt man es Personalplanung.

Der Westen gewinnt, der Osten verliert

Besonders bitter ist die geografische Rechnung. Keßler und Johannes Steiniger, künftig Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, kommen beide aus Rheinland-Pfalz – jener Landesverband ist damit trotz des Ausscheidens von Patrick Schnieder stärker in der Regierung vertreten als zuvor. Nordrhein-Westfalen bekommt mit Carsten Linnemann den freiwerdenden Ministerposten. Baden-Württemberg bleibt durch Steffen Bilger unter dem Strich unverändert.

Geschwächt werden hingegen Hessen – die Heimat Meisters – und eben Sachsen-Anhalt. Die Konzentration der CDU auf wenige westdeutsche Länder setzt sich damit unbeirrt fort. Und das in einem Land, dessen Osten seit Jahrzehnten das Gefühl beklagt, in Berlin bestenfalls als Kulisse für Wahlkampftermine zu dienen.

Sechs Wochen vor der Landtagswahl

Der Zeitpunkt ist von einer Sorglosigkeit, die man kaum noch für möglich hält. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die von der CDU geführte Koalition könnte nach aktueller Lage durch eine absolute Mehrheit der AfD abgelöst werden. Und was tut die Parteizentrale? Sie entfernt sechs Wochen vor dem Wahltag einen der bekanntesten Bundespolitiker des Landesverbandes aus der Regierung. Ein Signal, das in Magdeburg wohl kaum als Vertrauensbeweis gelesen wird.

Dass Sorge den Erfolg der verabschiedeten Gesundheitsreform ausdrücklich den Fachpolitikern zuschreibt und nicht dem Kanzler, ist der eigentliche Nadelstich. Es ist die höfliche Übersetzung des Satzes: Die Arbeit machen andere, den Applaus nimmt der Chef.

Was das für die Bürger bedeutet

Man könnte all dies als Berliner Innenpolitik abtun, die niemanden interessieren muss, der morgens zur Arbeit fährt und abends die Stromrechnung liest. Doch der Zusammenhang ist enger, als es scheint. Eine Regierung, die ihre Energie in Postenverschiebungen steckt, hat weniger davon für die Fragen übrig, die dieses Land tatsächlich zerreißen: eine Wirtschaft, die schrumpft, während man 500 Milliarden Euro an neuen Schulden ins Grundgesetz schreibt, obwohl der Kanzler im Wahlkampf das Gegenteil versprach. Eine Inflation, die von diesen Schulden befeuert wird. Eine Sicherheitslage, die viele Bürger schlicht nicht mehr akzeptieren wollen.

Wer Regierungshandeln als Reise nach Jerusalem betreibt, darf sich nicht wundern, wenn das Vertrauen erodiert. Und wenn ein Kanzler, der auf Wortbruch bereits ein solides Fundament gebaut hat, nun auch noch die eigenen Reihen brüskiert – dann steht am Ende nicht nur eine Partei zur Debatte, sondern die Frage, wer in diesem Land eigentlich noch für Deutschland regiert und nicht bloß für den nächsten Sitzplatz am Kabinettstisch.

Warum Substanz wichtiger ist als Personalien

Wer die politische Bühne beobachtet, erkennt ein Muster: Regierungen wechseln, Versprechen verfallen, Schuldenberge bleiben. Gerade deshalb setzen viele Bürger auf Werte, die sich nicht durch Kabinettsumbildungen oder Notenbankbeschlüsse entwerten lassen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischer Laune und Papiergeldmengen Bestand haben – als solide Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen und als stiller Zeuge dafür, dass Vertrauen nicht per Pressemitteilung erzeugt werden kann.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung durch qualifizierte Fachleute. Die geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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