
Metas perfides Doppelspiel: Wie der Tech-Gigant Regulierungsbehörden systematisch täuscht
Was sich hinter den glänzenden Fassaden des Silicon Valley abspielt, lässt selbst hartgesottene Kritiker erschaudern. Interne Dokumente enthüllen nun, wie Meta – der Konzern hinter Facebook und Instagram – ein ausgeklügeltes System entwickelt hat, um Betrugsanzeigen vor den Augen der Regulierungsbehörden zu verbergen. Ein ehemaliger Betrugsermittler des Unternehmens bezeichnet diese Praxis treffend als „Regulierungstheater".
16 Milliarden Dollar aus fragwürdigen Quellen
Die Dimensionen des Skandals sind atemberaubend. Rund zehn Prozent der jährlichen Einnahmen von Meta, stolze 16 Milliarden Dollar, stammen aus Werbung für Betrugsmaschen und verbotene Waren. Der Konzern sperrt Werbetreibende erst dann, wenn seine Systeme eine 95-prozentige Betrugswahrscheinlichkeit erkennen – während verdächtige Käufer gleichzeitig höhere Werbegebühren zahlen. Kritiker sprechen von einem „Pay-to-Play"-System, das Betrügern Tür und Tor öffnet.
Die Zahlen der Betrugsmeldefirma SafelyHQ sprechen eine deutliche Sprache: Facebook wird in 85 Prozent aller Betrugsmeldungen genannt, bei denen eine Plattform identifiziert wird. Mehr als 50.000 verifizierte Beschwerden wurden bereits gesammelt. Die tatsächliche Zahl der Opfer dürfte in die Dutzende Millionen gehen.
Das japanische Experiment: Wie Meta lernte, Behörden zu täuschen
Der Ursprung dieser perfiden Strategie liegt in Japan. Als dortige Regulierungsbehörden im vergangenen Jahr auf eine Flut von Betrugsanzeigen auf Facebook und Instagram aufmerksam wurden – darunter gefälschte Investmentangebote und KI-generierte Promi-Empfehlungen –, drohten strenge Verifizierungspflichten. Meta reagierte mit einem doppelten Spiel.
Einerseits startete das Unternehmen tatsächlich Maßnahmen gegen betrügerische Werbung. Andererseits konzentrierte man sich darauf, wie diese Anzeigen für Regulierungsbehörden erschienen. Der Schlüssel lag in der sogenannten „Ad Library", einer öffentlichen Datenbank für Werbeanzeigen. Meta-Mitarbeiter erkannten, dass japanische Behörden diese Bibliothek mit Stichwortsuchen durchforsteten, um die Effektivität der Betrugsbekämpfung zu messen.
Die Lösung war so simpel wie zynisch: Meta identifizierte die am häufigsten verwendeten Suchbegriffe und Prominentennamen, führte diese Suchen selbst durch und löschte verdächtige Anzeigen gezielt aus der Bibliothek.
Intern nannte man dies die Steuerung der „Prevalence Perception" – der wahrgenommenen Verbreitung von Betrug. Das erklärte Ziel: Problematische Inhalte für „Regulierungsbehörden, Ermittler und Journalisten" unauffindbar zu machen.
Vom lokalen Trick zum globalen Spielbuch
Der Erfolg in Japan war durchschlagend. Innerhalb weniger Wochen meldeten Meta-Mitarbeiter, dass sie weniger als 100 Betrugsanzeigen pro Woche fanden, gefolgt von mehreren aufeinanderfolgenden Tagen ohne Treffer. Ein japanischer Abgeordneter lobte öffentlich die scheinbare Verbesserung. Japan verzichtete letztlich auf die gefürchteten Verifizierungsregeln.
Ermutigt durch diesen Triumph, entwickelte Meta die Taktik zu einem „allgemeinen globalen Spielbuch" weiter. Dieselben Techniken – das Säubern von Suchergebnissen in der Ad Library und die Reduzierung der Auffindbarkeit von Betrug – wurden anschließend in den USA, Europa, Indien, Australien, Brasilien und Thailand eingesetzt.
Die Strategie der Verzögerung
Das Spielbuch ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Verzögerung oder Abschwächung regulatorischer Maßnahmen. Meta-Beamte werden angewiesen, freiwillige Maßnahmen anzubieten, Zeit zur Bewertung ihrer Auswirkungen zu erbitten und sich gegen universelle Werbetreibenden-Verifizierung zu wehren – es sei denn, Gesetze lassen keine Alternative.
Die 2-Milliarden-Dollar-Lösung, die niemand will
Das Pikante an der ganzen Angelegenheit: Meta weiß genau, wie das Problem zu lösen wäre. Interne Analysen zeigen, dass eine universelle Verifizierung aller Werbetreibenden die Betrugsaktivitäten erheblich reduzieren würde. Das Unternehmen könnte ein solches System weltweit in weniger als sechs Wochen implementieren.
Doch die Kosten schrecken ab. Führungskräfte schätzten, dass die universelle Verifizierung rund 2 Milliarden Dollar kosten und bis zu 4,8 Prozent der Gesamteinnahmen eliminieren würde, indem nicht verifizierte Werbetreibende blockiert werden. Trotz eines Jahresumsatzes von 164,5 Milliarden Dollar – fast ausschließlich aus Werbung – entschied sich der Konzern dagegen.
Eine Analyse aus dem Jahr 2022 offenbart das Ausmaß des Problems: 70 Prozent der neu aktiven Werbetreibenden bewarben Betrug, illegale Waren oder minderwertige Produkte. Statt Verifizierung wählte Meta eine „nur reaktive" Haltung und akzeptiert universelle Verifizierung nur dort, wo sie gesetzlich vorgeschrieben ist.
Das Maulwurfspiel: Betrug wandert, verschwindet aber nicht
Taiwan zwang Meta schließlich zum Handeln und drohte mit hohen Strafen für nicht verifizierte Finanzbetrugswerbung. Das Unternehmen beeilte sich, die neuen Regeln einzuhalten, was laut Behörden zu dramatischen Rückgängen bei Investment- und Identitätsbetrug führte.
Doch Metas eigene Analysen zeigten eine beunruhigende Wahrheit: Ein Großteil der blockierten betrügerischen Werbung wurde einfach an Nutzer in anderen Ländern umgeleitet. Einnahmen und Verbraucherschäden wurden verlagert, nicht eliminiert. Wenn ein nicht verifizierter Werbetreibender in Taiwan blockiert wird, zeigt Meta dieselben Anzeigen häufiger Nutzern anderswo.
„Die Einnahmen wurden auf die verbleibenden Zielländer umverteilt", heißt es in einem internen Dokument vom März 2025. „Dies würde auch für den Schaden gelten."
Hongkong: Ein Lehrstück in Lobbyarbeit
In Hongkong bewegten sich Meta-Lobbyisten 2024 schnell, um einen Vorschlag der Finanzaufsicht zu entschärfen, der eine Verifizierung von Werbetreibenden für Investmentprodukte verlangt hätte. Um strengere Regeln zu verhindern, halfen Meta-Mitarbeiter den Regulierungsbehörden, eine freiwillige „Anti-Betrugs-Charta" zu entwerfen, und koordinierten sich mit Google, um eine „vereinte Front" zu präsentieren.
Die endgültige Fassung enthielt keine neuen Verifizierungsanforderungen oder Produktänderungen. In einer internen Nachricht, die das Ergebnis feierte, schrieb ein Meta-Lobbyist, dass die Regulierungsbehörden Maßnahmen gelockert hätten, die Identitätsprüfungen für Finanzwerbetreibende erzwungen hätten, und fügte hinzu, dass Beamte „große Wertschätzung" für Metas Teilnahme zum Ausdruck gebracht hätten.
Die Rechnung kommt – vielleicht
Meta hat die Betrugsproblematik für 2025 mit der höchsten internen Risikobewertung versehen und verweist auf regulatorische, rechtliche, reputationsbezogene und finanzielle Risiken. Eine interne Schätzung warnte, dass potenzielle Haftungsansprüche allein in Europa und Großbritannien bis zu 9,3 Milliarden Dollar kosten könnten.
Die regulatorische Kontrolle hat sich verschärft. Europäische Behörden haben formell Informationen über Metas Umgang mit Betrugsanzeigen angefordert. Zwei US-Senatoren haben Bundesbehörden aufgefordert, das Unternehmen zu untersuchen. Der Generalstaatsanwalt der US-Jungferninseln hat Meta verklagt und behauptet, das Unternehmen habe wissentlich von Betrug profitiert.
Doch vorerst, so deuten die Dokumente an, glaubt Meta, dass sein Ansatz funktioniert. Ein erschreckendes Zeugnis dafür, wie weit Konzerne gehen, um ihre Profite zu schützen – auf Kosten von Millionen betrogener Verbraucher weltweit.
Ein Weckruf für Anleger
Diese Enthüllungen sollten jeden Anleger aufhorchen lassen, der sein Vermögen in Tech-Aktien investiert hat. Die scheinbar unantastbaren Giganten des Silicon Valley stehen auf tönernen Füßen, wenn regulatorische Maßnahmen endlich greifen. In Zeiten solcher Unsicherheiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber als verlässliche Säulen der Vermögenssicherung – unabhängig von den Machenschaften großer Konzerne und den Launen der Regulierungsbehörden.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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