
Miet-Frust in den Metropolen: Junge Mieter schlagen Alarm!

Fast jeder dritte Mieter in deutschen Großstädten findet die eigene Miete zu hoch. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 44 Prozent. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Am Donnerstag treffen sich Gewerkschaften und Mieterbund in Berlin mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), und sie bringen eine lange Liste mit Forderungen nach neuen Verboten mit.
Die Jungen zahlen die Zeche
Insgesamt halten 32 Prozent der Befragten ihre Miete für zu hoch. 64 Prozent bewerten sie als angemessen. Zwischen Ost und West gibt es kaum Unterschiede. Zwischen den Generationen dagegen sehr wohl.
Von den über 60-Jährigen klagen nur 17 Prozent über zu hohe Kosten. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 38 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sind es 44 Prozent. Der Grund liegt nahe: Wer seit Jahrzehnten in einem alten Vertrag wohnt, ist geschützt. Wer heute eine Wohnung sucht, muss die aktuellen Angebotsmieten zahlen, und das meist mit einem Einstiegsgehalt.
Die Wunschliste der Gewerkschaften
Laut Umfrage halten 89 Prozent schärfere Strafen bei sogenannten Wuchermieten für wirksam. 75 Prozent setzen auf eine strengere Mietpreisbremse, 67 Prozent auf eine Begrenzung von Mieterhöhungen. Auftraggeber der Umfrage ist allerdings eine Organisation, die seit Jahren für mehr Regulierung wirbt. Das sollte man bei der Einordnung im Hinterkopf behalten.
DGB und Mieterbund fordern einen bundesweiten Mietenstopp. Nach ihren Angaben liegt in Berlin rund die Hälfte der inserierten Wohnungen über der zulässigen Miete. Mieterbund-Präsidentin Melanie Weber-Moritz verlangt wirksame Mietbegrenzungen, mehr Sozialwohnungen und besseren Schutz vor dem Verlust der Wohnung. Das DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell fordert, Bund, Länder und Kommunen müssten gemeinsam mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen.
Seit zehn Jahren reguliert, und trotzdem teurer
Die Mietpreisbremse gibt es seit 2015. Die schwarz-rote Koalition hat sie bis Ende 2029 verlängert. Ein zweites Gesetzespaket soll Indexmieten in angespannten Märkten auf 3,5 Prozent Anstieg pro Jahr deckeln und möblierte Wohnungen strenger regeln. Dem Mieterbund geht das nicht weit genug. Er spricht davon, die Pläne seien an mehreren Stellen verwässert worden.
Dabei drängt sich eine Frage auf: Wenn zehn Jahre Mietpreisbremse den Markt nicht entlastet haben, warum sollte noch mehr davon helfen?
Das eigentliche Problem: Es wird kaum gebaut
Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sind ernüchternd. 2025 wurden nur noch rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Das einst ausgerufene Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde damit um fast die Hälfte verfehlt.
Auch das Bauen selbst dauert immer länger. Von der Genehmigung bis zur Fertigstellung vergingen zuletzt im Schnitt 27 Monate, 2020 waren es noch 20. Ein Lichtblick: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2025 um 10,6 Prozent auf 238.100.
Ein Preisdeckel baut keine Wohnung
Aus Sicht unserer Redaktion liegt hier der Kern des Problems. Ein Mietenstopp schafft keine einzige neue Wohnung. Er könnte sogar die privaten Bauherren und Vermieter abschrecken, die den Großteil des Wohnraums bereitstellen. Gebraucht werden schnellere Genehmigungen, weniger Bauvorschriften und niedrigere Baukosten, also mehr Angebot statt immer neuer Eingriffe in den Markt.
Ob das Spitzentreffen in Berlin mehr bringt als Schlagzeilen, ist offen. Klar ist nur: Für die junge Generation rückt das Ziel, sich etwas Eigenes aufzubauen, in immer weitere Ferne. Ihre Leistung verschwindet Monat für Monat in der Miete.
- Themen:
- #Immobilien
- #SPD
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













