
Moskau verkündet Fall von Luhansk – Kiews Schweigen spricht Bände
Es ist eine Nachricht, die den Verlauf des Ukraine-Krieges in ein neues, düsteres Kapitel überführt: Russland hat nach eigenen Angaben die vollständige Kontrolle über die ostukrainische Region Luhansk erlangt. Das Verteidigungsministerium in Moskau verkündete am Mittwoch, die „Befreiung der Volksrepublik Luhansk" sei abgeschlossen. Aus Kiew? Ohrenbetäubendes Schweigen – zumindest vorerst.
Der letzte Dominostein im Donbass?
Dass dieser Moment kommen würde, war absehbar. Bereits seit Monaten kontrollierte Russland nach eigener Darstellung mehr als 99 Prozent der Region. Nun sei auch das letzte Gebiet gefallen, das sich seit Beginn der großangelegten Invasion im Februar 2022 noch unter ukrainischer Kontrolle befunden habe. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben freilich nicht – die Nebel des Krieges sind dicht, und Propaganda gehört auf beiden Seiten zum Standardrepertoire.
Luhansk bildet zusammen mit Donezk den Donbass, jenes industrielle Herzstück der Ostukraine, um das seit über einem Jahrzehnt erbittert gerungen wird. Russland hatte beide Regionen – zusammen mit Saporischschja und Cherson – im Herbst 2022 in einem völkerrechtlich von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannten Akt annektiert. Ein Schritt, den westliche Staaten und die Ukraine als flagranten Bruch des Völkerrechts verurteilen.
Moskaus Forderungen werden immer dreister
Kaum war die Meldung über Luhansk verbreitet, legte der Kreml nach. Die ukrainischen Truppen sollten nun auch aus den noch von Kiew kontrollierten Teilen der Region Donezk abziehen. Dies sei die Voraussetzung für ein Ende der „heißen Phase" des Krieges, hieß es aus Moskau. Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, was hier geschieht: Jeder russische Geländegewinn wird sofort zur Verhandlungsmasse umgemünzt, jede neue Forderung schraubt den Preis für einen möglichen Frieden weiter in die Höhe.
Russlands stellvertretender Außenminister Michail Galusin verschärfte den Ton zusätzlich. Die russischen Truppen würden „an allen Fronten vorrücken" und die strategische Initiative „fest und selbstbewusst" halten, erklärte er gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Das Kiewer Regime habe viele Probleme, und in Zukunft würden noch mehr hinzukommen. Die Bedingungen einer endgültigen Regelung würden mit der Zeit „immer härter". Eine kaum verhüllte Drohung.
Weitere Geländegewinne gemeldet
Parallel zur Luhansk-Meldung verkündete das russische Verteidigungsministerium die Einnahme des Dorfes Werchnja Pysariwka in der Region Charkiw sowie des Ortes Boikowe im Gebiet Saporischschja. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig bestätigen – ein Muster, das sich durch den gesamten Konflikt zieht wie ein roter Faden.
Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?
Während an der Ostfront Fakten geschaffen werden, stellt sich die unbequeme Frage, was der Westen eigentlich erreicht hat. Milliarden an Hilfsgeldern, Waffenlieferungen, Sanktionspakete – und dennoch rückt Russland Schritt für Schritt vor. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz wird sich fragen lassen müssen, wie lange Deutschland noch bereit ist, einen Konflikt mitzufinanzieren, dessen Ausgang sich zunehmend zugunsten Moskaus zu verschieben scheint.
Für den deutschen Bürger, der ohnehin unter steigenden Preisen, Inflation und einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg für Infrastruktur ächzt, dürfte die Geduld endlich sein. Die Frage ist nicht, ob man die Ukraine im Stich lassen sollte – die Frage ist, ob die bisherige Strategie überhaupt funktioniert. Oder ob man nicht endlich den Mut aufbringen müsste, ehrlich über diplomatische Lösungen zu sprechen, statt immer neue Schecks auszustellen, die letztlich der deutsche Steuerzahler begleicht.
Eines steht fest: Der Krieg in der Ukraine ist weit davon entfernt, beendet zu sein. Doch mit jedem Tag, an dem Russland Terrain gewinnt, schrumpft der Verhandlungsspielraum für Kiew – und wächst der Druck auf Europa, eine Strategie zu entwickeln, die über bloßes Reagieren hinausgeht.
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