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Kettner Edelmetalle
25.05.2026
11:40 Uhr

Multikulti ist Alltag – und ausgerechnet die Migranten fordern endlich klare Regeln

Was tun, wenn die Realität die ideologischen Gewissheiten beider politischer Lager pulverisiert? Diese Frage drängt sich auf, wenn man genauer hinschaut, wer in Deutschland heute eigentlich mehr Ordnung, Rechtsstaat und konsequente Migrationspolitik fordert. Die Antwort dürfte vielen Berufsempörten der linken Szene sauer aufstoßen: Es sind häufig genug jene Menschen mit Einwanderungsgeschichte selbst, die längst die Nase voll haben von der chaotischen Zustände in deutschen Städten.

Eine demografische Realität, die niemand mehr wegdiskutieren kann

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine klare Sprache. Rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte lebten 2025 in Deutschland, das sind 26,3 Prozent der Bevölkerung. Seit 2005 ist diese Zahl um beachtliche 8,8 Millionen gestiegen, ein Plus von 67 Prozent. In den Großstädten ist der Anteil noch deutlich höher. Wer angesichts dieser Größenordnungen glaubt, man könne die Uhr einfach zurückdrehen, betreibt politisches Wunschdenken. Die viel spannendere Frage lautet längst: Wie organisieren wir das Zusammenleben, das längst existiert, vernünftig und mit klaren Spielregeln?

Der Vorzeigemigrant will nicht im selben Topf landen

Wer Jahrzehnte malocht, die Sprache gelernt, Kinder großgezogen und sich an Regeln gehalten hat, möchte verständlicherweise nicht in einen Topf geworfen werden mit jenen, die seit 2015 ohne Papiere, ohne Qualifikation und ohne erkennbaren Integrationswillen ins Land kamen. Das ist keine ideologische Position, sondern schlicht gelebte Lebenserfahrung. Die Türkischstämmigen der zweiten Generation, die polnischstämmigen Handwerker, die Spätaussiedler aus Russland und Kasachstan – sie alle haben einen mühsamen Weg hinter sich. Einen Weg, auf dem ihnen die deutsche Mehrheitsgesellschaft Fehler weit weniger nachsah als anderen.

Das Beispiel Mesut Özil zeigt diese Dynamik schmerzhaft deutlich. Jahrelang als Vorzeigespieler gefeiert, Mitglied der Weltmeistermannschaft von 2014, geriet er nach dem umstrittenen Foto mit Erdoğan binnen Tagen in den medialen Schredder. Ein einziger Moment reichte, um jahrelange Leistung zu entwerten. Wer sich solchen Erwartungsdruck über Jahrzehnte hinweg erarbeitet hat, will dessen Früchte nicht durch die Probleme einer ungesteuerten Massenzuwanderung gefährdet sehen.

Die ĂĽberraschende politische Verschiebung

Mehr als sieben Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind mittlerweile wahlberechtigt – rund 13 Prozent aller Stimmberechtigten. Eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung vom Herbst 2025 offenbart eine erstaunliche Verschiebung. Bei türkeistämmigen Wählern bröckelt die jahrzehntelange SPD-Dominanz: von 56 Prozent im Jahr 2015 auf nur noch 35 Prozent zehn Jahre später. Bei polenstämmigen Wählern und Spätaussiedlern liegt mittlerweile sogar die AfD vorn. Die Union, die bei diesen Gruppen 2015 noch bei über 50 Prozent stand, hat dramatisch verloren. Die AfD verzehnfachte ihren Anteil bei Spätaussiedlern von drei auf 31 Prozent.

Wer dies als Paradox abtut, verkennt die simple Realität: Ordnung, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und die Begrenzung weiterer ungesteuerter Zuwanderung sind eben keine exklusiv "deutschen" Anliegen. Es sind universelle Wünsche von Menschen, die einfach in einem funktionierenden Land leben wollen.

Das Pathos der Distanz – und warum es berechtigt ist

Friedrich Nietzsche prägte den Begriff vom "Pathos der Distanz" – jenen Impuls, sich durch Abgrenzung von anderen zu definieren. Wer selbst hart gearbeitet und sich an die Regeln gehalten hat, will sich verständlicherweise nicht mit jenen vergleichen lassen, die genau das Gegenteil tun. In Spätkaufläden, Friseursalons, Taxis und Arztpraxen hört man diese Sätze ständig: Man möchte nicht mit Gesetzesbrechern in einen Topf geworfen werden, die den Ruf aller beschädigen. Diese Bitterkeit ist verständlich – sie speist sich aus der Sorge, dass jahrzehntelange Aufbauarbeit durch die Fehlentwicklungen der letzten zehn Jahre entwertet wird.

Leitkultur – ein Begriff, der seine Wiederauferstehung verdient

Friedrich Merz, der heutige Bundeskanzler, brachte den Begriff der "Leitkultur" Anfang der 2000er-Jahre in die Debatte ein und wurde dafür von links bis weit in die Mitte hinein verspottet und diskreditiert. Inzwischen zeigt sich: Die Frage, die der Begriff aufwarf, ist nie beantwortet worden. Wie stellt eine Gesellschaft sicher, dass gemeinsame Regeln gelten? Dass öffentliche Räume funktionieren? Dass Gesetze durchgesetzt werden – nicht nur in Sonntagsreden, sondern auf der Straße, in den Schulen, in den Behörden?

Wer heute durch die Karl-Marx-Straße in Berlin-Neukölln läuft, durch bestimmte Viertel in Duisburg, Essen oder Frankfurt, der sieht, wohin das Ignorieren dieser Frage geführt hat. Vermüllte Straßen, überlastete Infrastruktur, eskalierende Kriminalität, Messerangriffe, die längst zur Normalität geworden sind. Diese Entwicklungen sind keineswegs ausschließlich auf Migration zurückzuführen – aber sie wären ohne die jahrelange unkontrollierte Zuwanderung in dieser Schärfe nicht entstanden. Das ist keine rassistische Behauptung, sondern eine nüchterne Tatsachenfeststellung, die ein Großteil der Bevölkerung – einschließlich vieler Migranten selbst – heute teilt.

Was wirklich gebraucht wird

Multikulti ist Realität. Punkt. Diese Debatte ist vorbei. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, ein Zusammenleben zu organisieren, das weder von linken Träumern romantisiert noch pauschal verteufelt wird. Das bedeutet belastbare Gesetze, deren Durchsetzung für alle gilt – ohne Ausnahmen, ohne kulturelle Sonderrabatte, ohne ideologische Rücksichtnahme. Das bedeutet Schulen, die funktionieren, Behörden, die reagieren, und öffentliche Räume, die nicht verkommen. Und es bedeutet vor allem, endlich jenen Stimmen zuzuhören, die selbst eine Migrationsgeschichte haben und trotzdem – oder gerade deshalb – mehr Ordnung, mehr Rechtsstaat und mehr Verlässlichkeit einfordern.

Diese Forderung ist kein Widerspruch zur Vielfalt, sondern deren Voraussetzung. Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Regeln nicht mehr durchsetzt, verliert nicht nur das Vertrauen der "Bio-Deutschen", sondern auch jener fleißigen Migranten, die seit Jahrzehnten beweisen, dass Integration funktionieren kann – wenn man sie ernsthaft will und konsequent einfordert. Genau hier hat die Politik der vergangenen Jahre versagt, und genau hier muss eine ehrliche Kurskorrektur ansetzen.

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