
Musk gegen Bloomberg: Das Milliardenspiel um den größten Börsengang aller Zeiten

Wieder einmal liefern sich ein Tech-Milliardär und die etablierte Wirtschaftspresse ein Fernduell – und wieder einmal stellt sich die Frage: Wem darf man eigentlich noch glauben? Elon Musk hat einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach sein Raumfahrtunternehmen SpaceX seine angestrebte Börsenbewertung gesenkt habe, kurzerhand als "falsch" abgetan. Ein einziges Wort, hingeworfen auf der Plattform X – und schon brodelt die Gerüchteküche.
Worum es konkret geht
Bloomberg berichtete unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen, SpaceX strebe beim bevorstehenden Börsengang nun eine Bewertung von mindestens 1,8 Billionen US-Dollar an. Zuvor sei das Ziel angeblich bei mehr als 2 Billionen Dollar gelegen. Eine stolze Summe – die selbst nach der vermeintlichen Korrektur jeden Verstand sprengt.
Man muss allerdings wissen: Solche Eröffnungsbewertungen sind in der Praxis nichts weiter als eine Marketing-Spanne, kein in Stein gemeißelter Endpreis. Dass Berater die Zahlen vor dem Handelsstart nachjustieren, je nachdem was Investoren zu schlucken bereit sind, gehört zum normalen Geschäft. Bei einem geplanten Kapitalbedarf von bis zu 75 Milliarden Dollar – dem größten Börsengang der Geschichte – wäre alles andere geradezu erstaunlich.
Anonyme Quellen behaupten dies, anonyme Quellen behaupten jenes – und am Ende bleibt der Anleger im Nebel zurück.
Mehr als nur Raketen
Die am 21. Mai eingereichte S-1-Unterlage offenbarte, dass SpaceX längst weit mehr ist als ein Hersteller wiederverwendbarer Raketen und ein Satelliten-Internetanbieter. Das Unternehmen umfasst inzwischen KI-Dienste, Infrastruktur, Rechenzentren im Orbit und beziffert seinen adressierbaren Gesamtmarkt auf sage und schreibe 28,5 Billionen Dollar. Zahlen, die schwindelerregend klingen – und bei denen die Frage erlaubt sein muss, wie viel Fantasie und wie viel Substanz darin steckt.
Der Handelsstart soll laut Reuters am 12. Juni erfolgen, gepreist werde am 11. Juni, gelistet unter dem Kürzel "SPCX" an der Nasdaq. Auf der Wettplattform Polymarket sehen Spekulanten eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Marktkapitalisierung am Tag des Börsengangs die Marke von 1,8 Billionen Dollar überschreiten werde. Spekulation auf Spekulation – ein Kartenhaus aus Erwartungen.
Was bleibt für den nüchternen Beobachter?
Ob nun 1,8 oder 2 Billionen – wer derartige Bewertungssphären betritt, bewegt sich auf einem Markt, der von Euphorie, Narrativen und der Hoffnung auf das nächste große Ding getragen wird. Genau hier zeigt sich der fundamentale Unterschied zu echten Sachwerten. Während Börsenbewertungen mit einem einzigen Tweet ins Wanken geraten können, behält physisches Gold seine über Jahrtausende bewährte Beständigkeit. Wer sein Vermögen breit aufstellen möchte, tut gut daran, neben volatilen Aktienabenteuern auch krisensichere Edelmetalle als solides Fundament beizumischen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Aussagen zu Bewertungen, Börsengängen und Marktentwicklungen sind keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig gründlich zu recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung. Im Zweifel sollte ein unabhängiger Finanzberater konsultiert werden.
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