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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
19:26 Uhr

Neue Zeitung für den Osten: Medienprojekt mit großen Ambitionen – oder nur ein weiteres Blatt im Wind?

Während die deutsche Medienlandschaft seit Jahren schrumpft, Redaktionen zusammengelegt und Lokalzeitungen eingestampft werden, wagt der Berliner Verlag einen bemerkenswerten Schritt: Am 20. Februar 2026 erschien die erste Ausgabe der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung (OAZ). 36 Jahre nach der Wiedervereinigung soll damit dem Osten Deutschlands endlich eine eigene, überregionale publizistische Stimme gegeben werden. Ein nobles Unterfangen – doch die Frage drängt sich auf: Wird hier tatsächlich eine Lücke geschlossen, oder entsteht lediglich ein weiteres Sprachrohr des medialen Mainstreams mit ostdeutschem Anstrich?

Der Osten als Erfahrungsraum – nicht als Problemzone

Die Grundthese der OAZ klingt zunächst einleuchtend: Ostdeutschland habe innerhalb einer Generation eine Transformation durchlebt, die anderen Teilen Europas erst noch bevorstehe. Neue Verwaltungsstrukturen, wirtschaftliche Neuausrichtung, der komplette Umbau einer Gesellschaft – all das sei keine Schwäche, sondern ein Erfahrungsschatz. Man wolle ostdeutsche Perspektiven nicht länger als Sonderfall oder gar Defekt begreifen, sondern als selbstverständlichen Teil der gesamtdeutschen Wirklichkeit.

So weit, so gut. Tatsächlich ist es ein Skandal, wie lange der Osten in der bundesdeutschen Medienlandschaft entweder ignoriert oder pathologisiert wurde. Wer in Sachsen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern anders wählte als gewünscht, wurde reflexartig zum demokratiefeindlichen Problemfall erklärt. Wer berechtigte Kritik an der Migrationspolitik, der Energiewende oder dem Zustand der Infrastruktur äußerte, sah sich schneller in der rechten Ecke wieder, als er „Meinungsfreiheit" buchstabieren konnte. Ob die OAZ hier tatsächlich einen Unterschied machen wird, bleibt abzuwarten.

„Keine Brandmauern" – ein mutiges Versprechen

Chefredakteur Dorian Baganz, zuvor beim linksgerichteten „Freitag" tätig und Gründer eines Nachhaltigkeitsressorts namens „Grünes Wissen", formulierte einen bemerkenswerten Satz: „Bei der OAZ gibt es keine Brandmauern. Mit Mauern haben wir in Deutschland keine guten Erfahrungen gemacht." Eine Aussage, die aufhorchen lässt. Denn der Begriff der „Brandmauer" ist in der deutschen Politik längst zum Synonym für die systematische Ausgrenzung konservativer und rechter Positionen geworden – eine Praxis, die Millionen von Bürgern mundtot macht und den demokratischen Diskurs auf fatale Weise verengt.

Sollte die OAZ dieses Versprechen tatsächlich einlösen und allen politischen Strömungen Raum geben, wäre das in der Tat bemerkenswert. Die Skepsis ist jedoch berechtigt: Der Berliner Verlag unter Verleger Holger Friedrich und seiner Frau Silke hat mit der Berliner Zeitung zwar durchaus unkonventionelle Wege beschritten, doch ob eine Redaktion, deren Chefredakteur aus dem Umfeld des „Freitag" stammt, wirklich die Sorgen und Nöte der ostdeutschen Bevölkerung authentisch abbilden kann, darf hinterfragt werden.

Bürgerbeteiligung als Konzept

Interessant ist der Ansatz der Lesereinbindung. Mit den Formaten „Open Source" und „Open Door" sollen geprüfte Bürgerbeiträge und Themenvorschläge in den redaktionellen Prozess einfließen. Die Begründung: Viele Menschen im Osten wollten nicht weniger Demokratie, sondern mehr Mitwirkung. Das ist eine Erkenntnis, die man sich in den Berliner Regierungszentralen seit Jahrzehnten hinter die Ohren schreiben sollte. Denn genau dieses Gefühl der Ohnmacht, des Nicht-gehört-Werdens, hat den politischen Frust in den neuen Bundesländern auf ein Niveau getrieben, das die etablierten Parteien bis heute nicht verstehen wollen – oder können.

Ein Geschäftsmodell gegen den Trend

Die OAZ erscheint freitags als Printausgabe zum Preis von 3,90 Euro mit einer Startauflage von rund 43.000 Exemplaren. Ergänzt wird das Angebot durch ein tägliches ePaper und eine laufend aktualisierte Website. Bemerkenswert ist die Finanzierung: Ausschließlich aus Lesererträgen und marktwirtschaftlichen Einnahmen – keine staatlichen Subventionen, keine Stiftungsgelder. Ein Modell, das die redaktionelle Unabhängigkeit stärken soll und sich wohltuend von jenen Medien abhebt, die am Tropf öffentlicher Förderung hängen und sich dann wundern, warum ihnen niemand mehr glaubt.

Die Redaktion arbeitet dezentral an Standorten in Dresden, Magdeburg, Berlin, Cottbus, Jena, Leipzig, Rostock und Weimar. Bundes- und geopolitische Themen sollen in Zusammenarbeit mit der Berliner Zeitung entstehen. Verleger Friedrich gibt sich selbstbewusst: Manche Entscheidungen würden Erwartungen widersprechen – und das sei Absicht. Journalismus müsse Annahmen prüfen statt Vorurteile bestätigen.

Hoffnung oder Illusion?

Man möchte diesem Projekt aufrichtig Erfolg wünschen. Deutschland braucht dringend mehr Medienvielfalt, nicht weniger. Die zunehmende Gleichförmigkeit der Berichterstattung, das betreute Denken durch öffentlich-rechtliche Anstalten und die reflexhafte Diffamierung abweichender Meinungen haben das Vertrauen in den Journalismus auf einen historischen Tiefpunkt sinken lassen. Wenn die OAZ tatsächlich den Mut aufbringt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – über den Zustand der ostdeutschen Infrastruktur, über die Folgen unkontrollierter Migration, über das Versagen staatlicher Institutionen –, dann könnte sie zu einem echten Gewinn für den deutschen Diskurs werden.

Doch die Erfahrung lehrt Vorsicht. Zu oft wurden in der Vergangenheit große Versprechen gemacht, nur um am Ende doch wieder in den sicheren Hafen des Konsenskorridors zurückzukehren. Die ostdeutschen Bürger haben ein feines Gespür dafür entwickelt, wer es ernst meint und wer nur ihre Stimme instrumentalisiert. Die OAZ wird sich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen müssen. Und das ist gut so.

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