
Neujahrsschock an der Zapfsäule: CO2-Steuer treibt Spritpreise auf neue Höhen
Das neue Jahr beginnt für deutsche Autofahrer mit einem bitteren Nachgeschmack – und der riecht nach Benzin. Wer am 1. Januar seinen Tank füllte, musste tief in die Tasche greifen. Die Spritpreise sind mit einem regelrechten Paukenschlag ins Jahr 2026 gestartet, und die Hauptschuldige ist schnell ausgemacht: die erneut verschärfte CO2-Bepreisung der Bundesregierung.
Preissprung übersteigt sogar die Steuererhöhung
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Ein Liter Super E10 kostete am Neujahrstag im bundesweiten Durchschnitt stolze 1,709 Euro – satte 3,4 Cent mehr als noch am Silvesterabend. Beim Diesel fiel der Aufschlag mit 4 Cent sogar noch heftiger aus, sodass der Liter nun bei 1,658 Euro liegt. Doch hier wird es interessant: Die neue CO2-Bepreisung kann maximal 3 Cent pro Liter ausmachen. Woher kommt also der Rest?
Besonders aufschlussreich wird der Vergleich, wenn man nicht Silvester, sondern den 29. Dezember als Referenz heranzieht. Dann offenbart sich ein Preisanstieg von 5,4 Cent bei E10 und sogar 6 Cent beim Diesel. Die Mineralölkonzerne haben offensichtlich bereits im Vorfeld der Steuererhöhung kräftig zugelangt – ein altbekanntes Muster, das den Verbraucher regelmäßig zur Kasse bittet.
2025 war das viertteuerste Tankjahr der Geschichte
Die finalen Zahlen für das vergangene Jahr liegen nun vor, und sie bieten wenig Trost. Der Durchschnittspreis für E10 lag bei 1,688 Euro, für Diesel bei 1,611 Euro pro Liter. Zwar bedeutet dies einen leichten Rückgang gegenüber 2024 – den dritten in Folge –, doch von den Verhältnissen vor dem Ukraine-Krieg sind wir meilenweit entfernt.
„Trotz des Rückgangs 2025 sei Tanken immer noch relativ teuer", konstatiert ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer nüchtern.
Man erinnere sich: 2022, als der Beginn des Ukraine-Krieges die Preise in schwindelerregende Höhen trieb, zahlten die Deutschen noch 1,946 Euro für den Liter Diesel und 1,86 Euro für E10. Die damalige Bundesregierung unter Olaf Scholz reagierte mit einem Tankrabatt, der Milliarden kostete und verpuffte wie Benzindampf in der Sommerhitze.
Die Zukunft bleibt ungewiss – aber teuer
Der Blick nach vorne gestaltet sich schwierig. Laberer prognostiziert zwar, dass die Dieselpreise nach Ende der Heizsaison wieder sinken könnten, doch viel Spielraum nach unten sieht er nicht. Ein zu stark fallender Ölpreis würde das amerikanische Fracking unrentabel machen, was wiederum das Angebot verknappen und die Preise erneut treiben würde. Die wahrscheinlichste Entwicklung? Eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau.
Für sparsame Autofahrer bleibt der Rat, abends zu tanken – dann kann der Preis gut 10 Cent niedriger sein als am Morgen. Auch der Griff zu E10 statt zum teureren Super E5 würde sich lohnen. Doch hier zeigt sich eine bemerkenswerte Irrationalität der deutschen Verbraucher: Obwohl E10 rund 6 Cent günstiger ist und fast alle Ottomotoren problemlos damit fahren können, macht der Biosprit nur 28 Prozent der Benzinverkäufe aus.
Die CO2-Steuer als Dauerbrenner
Was die Bundesregierung unter Friedrich Merz als Klimaschutzmaßnahme verkauft, entpuppt sich für den Normalbürger als schleichende Enteignung. Die CO2-Bepreisung steigt Jahr für Jahr, und ein Ende ist nicht in Sicht. Während die Politik von Klimaneutralität bis 2045 träumt und dafür sogar das Grundgesetz ändert, zahlt der kleine Mann an der Zapfsäule die Zeche.
Die Frage, die sich stellt: Wie lange kann sich der deutsche Mittelstand diese Politik noch leisten? Die Antwort dürfte vielen nicht gefallen.
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