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Kettner Edelmetalle
13.07.2026
18:46 Uhr

Öl explodiert: Trump kassiert an der Straße von Hormus, während der Nahe Osten in Flammen steht

Es ist ein Szenario, wie es sich selbst düsterste Kassandra-Rufer kaum auszumalen wagten: Die Straße von Hormus, jene schmale Wasserader, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, ist zum Schauplatz eines offenen Krieges geworden. Und mittendrin ein amerikanischer Präsident, der die Weltgeschichte offenbar wie ein Immobilienmakler betrachtet – mit einer Gebührenordnung im Gepäck.

Raketen auf Saudi-Arabien – der Flächenbrand breitet sich aus

Aus Saudi-Arabien häufen sich die Meldungen über anfliegende ballistische Raketen. Der internationale Flughafen von Abha soll getroffen worden sein, die saudische Luftverteidigung befindet sich Berichten zufolge im Dauereinsatz gegen einen Angriff, der den Huthi-Milizen zugeschrieben wird. Sollte sich bestätigen, dass die vom Iran unterstützten Rebellen aus dem Jemen nun offen in den Konflikt eintreten, wäre das die Ausweitung eines regionalen Scharmützels zu einem Krieg, der die gesamte Golfregion verschlingen könnte.

Der Ölmarkt reagierte prompt und brutal. Die US-Sorte WTI kletterte auf fast 78 Dollar – ein Monatshoch. Brent legte um 3,5 Prozent zu. Wer geglaubt hatte, die Energiepreise hätten sich beruhigt, wird nun eines Besseren belehrt.

Trumps Geschäftsmodell: "Schutzengel der Straße" gegen Gebühr

Was Donald Trump dann verkündete, dürfte diplomatische Zirkel weltweit sprachlos zurückgelassen haben. Über seinen Kanal Truth Social erklärte der US-Präsident, die Vereinigten Staaten würden die "iranische Blockade wieder in Kraft setzen". Und dann kam der eigentliche Paukenschlag: Für jedes Schiff, das die Straße von Hormus passieren wolle, sollten die USA künftig 20 Prozent der Fracht kassieren.

„Wir behalten die Straße, und wahrscheinlich werden wir sie betreiben. Wir werden der Wächter der Straße. Vielleicht nennen wir uns der Schutzengel der Straße. Und dafür sollten wir bezahlt werden.“

Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen. Ausgerechnet jene Nation, die dem Iran über Wochen vorwarf, es sei ein „illegaler Skandal“, Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen, kündigt nun genau das an – nur eben in weit größerem Umfang. Zehn Millionen Dollar und mehr pro Schiff könnten so zusammenkommen. Der Iran wollte einen Wegzoll, Washington will offenbar das ganze Mautsystem.

140 Ziele in einem Wochenende

Militärisch geht es längst nicht mehr um Symbolpolitik. Das US-Zentralkommando CENTCOM meldete, man habe über das Wochenende rund 140 iranische Ziele attackiert – Luftabwehrsysteme, Küstenradare, Raketenstellungen und Drohnenkapazitäten. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-nahe Einrichtungen in Kuwait, Bahrain, Jordanien und Oman. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten am Montagmorgen „Warnschüsse“ auf zwei Schiffe ab, die die Meerenge angeblich illegal durchqueren wollten.

Warum diese Krise jeden deutschen Haushalt trifft

Man mag sich in Berlin gerne einreden, das alles sei weit weg. Doch die Realität ist unerbittlich: Steigende Ölpreise treiben die Inflation, verteuern das Heizen, das Tanken und letztlich jedes Produkt in den Supermarktregalen. Eine Bundesregierung, die sich lieber mit ideologischen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt, als eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung sicherzustellen, steht diesem geopolitischen Beben denkbar schlecht gerüstet gegenüber. Wer den Ausstieg aus verlässlichen Energieträgern zum Dogma erhebt, macht sein Land zum Spielball fremder Mächte.

Die Deutsche Bank warnt bereits, dass kommerzielle Reeder kaum bereit sein dürften, ihre Schiffe und Besatzungen in einem aktiven Kriegsgebiet aufs Spiel zu setzen. Die asymmetrische Bedrohung durch Drohnen und Raketen sei kaum kalkulierbar – und genau das maximiere die Unsicherheit an den Märkten.

Diplomatie in Trümmern

Die Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärten, die USA hätten sämtliche Klauseln des zuvor geschlossenen Abkommens in weniger als einem Monat verletzt. Man befinde sich in der „Krisenphase“. Vermittler bemühen sich weiter, doch die roten Linien werden im Stundentakt überschritten. Was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die Stabilität der gesamten Weltwirtschaft.

Was Anleger aus dieser Krise lernen sollten

In Zeiten, in denen ein einziger Tweet die Ölpreise um sieben Prozent nach oben katapultiert und ganze Regionen an den Rand des Abgrunds taumeln, zeigt sich einmal mehr der wahre Wert krisenfester Vermögenswerte. Während Papierwerte, Aktienportfolios und ETF-Konstrukte im Sturm geopolitischer Verwerfungen schwanken wie Blätter im Wind, haben physische Edelmetalle über Jahrtausende bewiesen, dass sie Stürme überdauern. Gold und Silber fragen nicht nach Krieg oder Frieden, nach Zollgebühren oder Blockaden – sie behalten ihren inneren Wert, wenn Vertrauen in Systeme und Regierungen erodiert. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Vermögen war selten so naheliegend wie in diesen turbulenten Tagen.

Haftungsausschluss: Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen und Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion beziehungsweise die uns vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder eine individuelle Finanz- noch eine Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls einen unabhängigen Fachberater hinzuzuziehen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen ist jeder Anleger selbst verantwortlich.

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