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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
16:08 Uhr
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Öl-Notplan am Golf: Saudis schleusen Rohöl an Hormus vorbei

Öl-Notplan am Golf: Saudis schleusen Rohöl an Hormus vorbei
Symbolbild: KI-generiert

Saudi-Arabien improvisiert. Nach dem Drohnenangriff auf die strategische Ost-West-Pipeline bietet der Staatskonzern Saudi Aramco asiatischen Abnehmern nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zusätzliche Rohölladungen an – umgeladen von Schiff zu Schiff vor dem omanischen Hafen Sohar, also außerhalb der Straße von Hormus. Aramco wollte sich dazu nicht äußern.

Die wichtigste Umgehungsstraße der Ölwelt ist blockiert

Die rund 1200 Kilometer lange Leitung pumpt Rohöl von den Feldern im Osten des Königreichs zum Rotmeerhafen Yanbu. Sie ist Saudi-Arabiens Notausgang, wenn die Straße von Hormus unpassierbar wird – und genau diese Rolle spielte sie seit dem Kriegsausbruch Ende Februar.

Berichten zufolge flossen zuletzt vier bis fünf Millionen Barrel täglich durch das Rohr, das entspricht rund vier bis fünf Prozent des globalen Angebots. Seit dem Angriff vom 11. September steht die Pipeline still. Verladungen in Yanbu wurden ausgesetzt, asiatische und europäische Kunden erhielten laut Reuters Absagen für September-Ladungen.

Vier Millionen Barrel am Tag – und Tanker ohne Transponder

Der Ausweg führt nun ausgerechnet dorthin zurück, wo die Gefahr lauert. Satellitendaten des Beratungshauses Energy Aspects zufolge verdoppelten sich die Verladungen an den Golfterminals Ras Tanura und Juaymah binnen einer Woche auf etwa vier Millionen Barrel pro Tag. Der Datendienst Kpler zählte am Mittwoch vier Supertanker in Ras Tanura mit einer Kapazität von bis zu acht Millionen Barrel.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dem Wall Street Journal zufolge auf Pendelverkehre: Tanker bringen das Öl durch die Meerenge und laden es im Golf von Oman um – teils unter dem Schutz des US-Militärs. Die Transponder würden dabei mitunter abgeschaltet, was eine saubere Erfassung der Mengen erschwere.

Washington beruhigt – Analysten sind skeptischer

US-Energieminister Chris Wright gab sich gegenüber CNBC demonstrativ gelassen:

Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird in Tagen gemessen werden.

Satellitenbilder deuten laut CNBC allerdings auf erhebliche Schäden an einer Pumpstation hin. Unabhängige Fachleute halten es Medienberichten zufolge für möglich, dass die Reparatur Wochen oder Monate dauert. Das Beratungshaus Rapidan Energy rechnet für diesen Monat mit rund 400.000 Barrel weniger saudischem Export pro Tag – und warnt, das Risiko bleibe nach oben verzerrt, sollte die Unterbrechung über den September hinausgehen.

Warum das an deutschen Zapfsäulen ankommt

Die Märkte atmeten zunächst auf: Brent fiel am Donnerstag auf rund 103 bis 104 Dollar je Barrel, US-Rohöl rutschte zeitweise unter die 100-Dollar-Marke. Zur Erinnerung: Vor Kriegsbeginn Ende Februar notierte Brent bei etwa 72 Dollar, im Kriegsverlauf waren es zwischenzeitlich 119 Dollar.

Ein Plus von gut 40 Prozent binnen eines halben Jahres – das schlägt über Diesel, Heizöl, Fracht und Chemie in jede Rechnung durch. In den USA kletterten die Dieselpreise laut Berichten bereits auf Rekordniveau.

Für die deutsche Industrie, die ohnehin unter hohen Energiekosten, Bürokratie und ambitionierten Klimavorgaben ächzt, ist das eine zusätzliche Belastung. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise vor allem eines: Energieversorgung ist Geopolitik – und Abhängigkeit ist teuer. Wer sein Vermögen gegen Energiepreisschocks und Inflationsschübe absichern will, hält traditionell einen Teil in physischem Gold und Silber.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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