
Pass-Inflation auf Rekordniveau: Wie Merz' Koalition am Erbe der Ampel zerbricht
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – und sie dürften vielen Bürgern dieses Landes die Zornesröte ins Gesicht treiben: Im Jahr 2025 haben sich rund 310.000 Menschen in Deutschland einbürgern lassen. Ein Wert, wie ihn die Bundesrepublik seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Und während die SPD diese Entwicklung als Erfolgsgeschichte der Integration verkauft, brodelt es in der Union gewaltig. Der Koalitionsfrieden zwischen Schwarz und Rot steht erneut auf wackeligen Beinen.
Das Vermächtnis der Ampel wirkt fort
Was wir hier erleben, ist nichts anderes als das Echo der wohl folgenschwersten gesellschaftspolitischen Weichenstellung der untergegangenen Ampel-Koalition. Im Sommer 2024 setzten SPD, Grüne und FDP jene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in Kraft, die die erforderliche Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre senkte und die doppelte Staatsbürgerschaft zum Regelfall erhob. Eine politische Hinterlassenschaft, die heute ihre volle Wirkung entfaltet – und die selbst eine unionsgeführte Bundesregierung offenbar nicht zurückdrehen kann oder will.
Die Statistik dokumentiert den dramatischen Aufwärtstrend mit erschreckender Klarheit: 2022 noch knapp 170.000 Einbürgerungen, 2023 bereits über 200.000, 2024 rund 290.000 – und nun fast 310.000. Der historische Höchststand von 1995 mit 313.606 Einbürgerungen ist in Reichweite. Damals allerdings handelte es sich überwiegend um Spätaussiedler, also Menschen mit deutschen Wurzeln. Heute sieht das Bild fundamental anders aus.
Die Herkunftsländer sprechen Bände
An der Spitze der Einbürgerungsstatistik des Jahres 2024 stand Syrien mit rund 83.200 Fällen, gefolgt von der Türkei mit etwa 22.500, dem Irak mit etwa 13.500, Russland mit rund 13.000 sowie Afghanistan mit etwa 10.100 neuen deutschen Staatsbürgern. Eine Aufstellung, die den Charakter der Migration der vergangenen zehn Jahre offenlegt. Viele der 2015 und 2016 ins Land gekommenen Menschen erfüllen nun die Voraussetzungen für einen deutschen Pass.
SPD feiert, Union schäumt
Arbeitsministerin Bärbel Bas warb auf einer Veranstaltung dafür, Zuwanderung nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell als „Bereicherung" zu betrachten. Integration sei „keine Einbahnstraße", so Bas. Eine Aussage, die in den Ohren vieler Bürger wie blanker Hohn klingen dürfte, wenn man die Kriminalitätsstatistik der vergangenen Jahre betrachtet und die nahezu wöchentlichen Messerangriffe in deutschen Innenstädten zur Kenntnis nimmt.
SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler verteidigte die Doppelpass-Regelung als zentrales Element der Reform und verwies pflichtschuldig auf die formalen Anforderungen: Straffreiheit, Sprachkenntnisse, eigenständige Lebensunterhaltssicherung, Einbürgerungstest. In der Theorie klingt das ordentlich. Wie schnell diese Hürden in der Praxis genommen werden können, zeigen die explodierenden Zahlen jedoch eindrücklich.
Auf Unionsseite fordert der innenpolitische Sprecher Alexander Throm (CDU) inzwischen das, was vor der Wahl als Selbstverständlichkeit galt: Rückkehr zur Acht-Jahres-Frist und grundsätzliche Einschränkung der doppelten Staatsbürgerschaft. Forderungen, die im Koalitionsvertrag mit der SPD jedoch dem üblichen Kompromiss-Geschacher zum Opfer fielen.
Ein Koalitionsvertrag mit kapitaler Schlagseite
Die einzige durchgesetzte Verschärfung – die Abschaffung der „Turboeinbürgerung" nach drei Jahren – entpuppt sich bei näherem Hinsehen als symbolische Geste ohne praktischen Wert. Das Statistische Bundesamt zählte für das Jahr 2024 weniger als 200 Fälle dieser beschleunigten Variante. Eine politische Beruhigungspille für die konservative Wählerschaft, mehr nicht. Die eigentlichen Streitpunkte – Abschaffung des Doppelpasses und Entziehung der Staatsbürgerschaft bei schweren Straftaten – blieben Wunschdenken der Union.
85 Prozent unzufrieden – die Stunde der Wahrheit
Und nun rächt sich das politische Drücken vor unbequemen Entscheidungen. Rund 85 Prozent der Bevölkerung zeigen sich aktuellen Umfragen zufolge unzufrieden mit der Bundesregierung. Die AfD verzeichnet anhaltend hohe Zustimmungswerte, weil die Etablierten die zentralen Sorgen der Menschen weiterhin nur halbherzig adressieren. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine harte migrationspolitische Wende versprochen. Geliefert hat er bisher kosmetische Korrekturen.
Es wäre an der Zeit, dass die Bundesregierung endlich begreift, was ein Großteil der deutschen Bevölkerung längst weiß: Eine Staatsbürgerschaft ist kein Wohlfühl-Bonus für jeden, der lange genug im Land ist, sondern ein Versprechen gegenseitiger Loyalität, kulturellen Bekenntnisses und tatsächlicher Identifikation mit diesem Land, seiner Geschichte und seinen Werten. Wer den deutschen Pass wie ein Treueheft im Supermarkt verteilt, beschädigt seinen Wert – und das Vertrauen der angestammten Bevölkerung in den eigenen Staat.
Was bleibt vom Wahlversprechen?
Die Union steht vor einer unbequemen Wahl: Entweder sie zwingt die SPD zu einer echten Korrektur des Staatsangehörigkeitsrechts und riskiert damit den Bruch der Koalition – oder sie schreibt das Erbe der Ampel faktisch fort und verliert das letzte bisschen Glaubwürdigkeit bei jenen Wählern, die ihr im Februar 2025 noch das Vertrauen geschenkt hatten. Boris Palmer würde sagen: Beides ist gefährlich. Doch nur eines wäre konsequent.
Die Anfragen dieser Redaktion an beide Koalitionsfraktionen blieben übrigens bezeichnenderweise unbeantwortet. Schweigen statt Antworten – auch das eine Botschaft an die Bürger dieses Landes. In Zeiten politischer Verunsicherung und wachsender Staatsverschuldung durch das gigantische 500-Milliarden-Sondervermögen suchen viele Deutsche nach Möglichkeiten, ihr Vermögen vor den Folgen verfehlter Politik zu schützen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten bewährt – als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie das, was der politischen Klasse zunehmend abhandenkommt: Substanz und Beständigkeit.

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