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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
13:57 Uhr
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Patriot-Poker: Selenskyj will 5 Prozent der US-Raketen – wer zahlt?

Patriot-Poker: Selenskyj will 5 Prozent der US-Raketen – wer zahlt?
Symbolbild: KI-generiert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA in einem CNN-Interview gebeten, ihm fünf Prozent ihrer Patriot-Abfangraketen zu verkaufen. Damit will Kiew den kommenden Winter gegen russische Luftangriffe überstehen. Bei zehn Prozent, so seine Rechnung, ließen sich sogar sämtliche ballistischen Raketen Russlands abfangen.

Eine Prozentzahl mit gewaltiger Sprengkraft

Wörtlich sagte Selenskyj dem US-Sender:

«Wenn sie uns 5 Prozent verkaufen, werden wir den Winter überstehen und Menschenleben retten. Wenn sie uns 10 Prozent verkaufen, werden wir alle ballistischen Raketen Russlands zerstören.»

Klingt bescheiden. Ist es aber nicht. Fünf Prozent eines nationalen Arsenals sind kein Restposten aus dem Lager, sondern strategische Reserve einer Weltmacht – Munition, die Washington im Ernstfall selbst braucht.

Die Zahlen hinter dem Hilferuf

Nach Selenskyjs Angaben verfügt die Ukraine 2026 über zweieinhalbmal weniger Abfangraketen als noch 2025. Gleichzeitig feuere Russland monatlich mehr als doppelt so viele ballistische Raketen ab wie zuvor. Bei einem Angriff sei keine einzige der 28 abgefeuerten Raketen abgefangen worden – Kiew macht dafür die fehlende Flugabwehr verantwortlich.

Auch die USA selbst sind gefordert. Seit Februar hätten die Amerikaner im Iran-Krieg zahlreiche Angriffs- und Abwehrraketen verbraucht; Medienberichten zufolge droht deshalb auch Washington ein Munitionsengpass. Nach UN-Angaben wurden im Juli in der Ukraine mindestens 437 Zivilisten getötet – so viele wie seit Mai 2022 nicht mehr.

Warum Patriots nicht einfach nachbestellbar sind

Ein Lenkflugkörper vom Typ PAC-3 MSE kostet Branchenangaben zufolge rund fünf Millionen Dollar – pro Stück. Der Hersteller lieferte 2025 nach eigenen Angaben über 600 dieser Abfangraketen aus. Ende Juli 2026 schloss das US-Verteidigungsministerium einen Rahmenvertrag im Volumen von bis zu knapp 59 Milliarden Dollar, um die Jahreskapazität bis Ende 2030 auf 2.000 Stück zu steigern.

Heißt im Klartext: Selbst Geld kauft hier keine schnelle Lieferung. Produktionslinien für Hochtechnologie lassen sich nicht per Knopfdruck hochfahren – das gilt für Chips ebenso wie für Flugabwehr.

Die Frage, die in Berlin niemand gern hört

Selenskyj spricht bewusst vom Kaufen, nicht vom Geschenk. Nur: Womit? Die Ukraine hängt am finanziellen Tropf westlicher Geldgeber, und ein erheblicher Teil der Rechnung landet erfahrungsgemäß bei den Steuerzahlern in der EU – allen voran in Deutschland.

Aus Sicht unserer Redaktion wäre es das Mindeste, dass die Bundesregierung offenlegt, welche Summen bereits zugesagt wurden und welche noch folgen sollen. Wer Milliarden verteilt und gleichzeitig ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump auflegt, schuldet den Bürgern eine ehrliche Rechnung – keine Nebelkerzen.

Krieg, Schulden, Inflation – und ein alter Reflex

Rüstungsausgaben auf Kredit, Munitionsengpässe, ein Konflikt ohne absehbares Ende: Genau in solchen Phasen erinnern sich Anleger traditionell an das, was keine Bilanz und keine Notenbank entwerten kann. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Versicherung gegen politische Unsicherheit bewährt.

Ob aus den fünf Prozent jemals etwas wird, entscheidet allein Washington. Der Zeitpunkt der Bitte spricht Bände – der Winter kommt bekanntlich pünktlich.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Berichterstattung und keine Anlageberatung. Wir geben weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren.

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