
Pekings Angriff auf die deutsche Autoindustrie: Wie China unsere Premiummarken entthront

Was sich derzeit rund um die Automesse in Peking abspielt, gleicht einer industriepolitischen Zeitenwende mit Ansage. Die chinesischen Autobauer, allen voran Geely, BYD und Nio, treten mit einem Selbstbewusstsein auf, das noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Die Botschaft an Volkswagen, Mercedes und BMW ist unmissverständlich: Eure Kunden gehören bald uns. Und die deutsche Industriepolitik schaut weitgehend tatenlos zu.
Der neue „König der Straße" kommt nicht aus Stuttgart
Geely-Chef Gan Jiayue inszenierte seinen neuen Zeekr 8X bei einer Veranstaltung in Ningbo als neuen „König der Straße". Ein bewusst gewähltes Bild, das in Deutschland eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen müsste. Der SUV startet bei rund 53.000 US-Dollar – und tritt in einem Werbevideo gegen einen Porsche Cayenne und einen BMW X5M an, die zwischen 135.000 und 205.000 Dollar kosten. Das Ergebnis? Der Chinese fährt den Deutschen davon. Das ist nicht mehr Imagepflege, das ist ein öffentlicher Kampfansage.
Bo Yu, China-Experte der Beratungsgesellschaft Jato Dynamics, bringt es auf den Punkt: Der reine Preiskrieg sei längst vorbei. Heute gehe es darum, wer für dasselbe Geld mehr biete. Und in dieser Disziplin haben die Chinesen die Deutschen derzeit gnadenlos abgehängt.
181 neue Modelle – eine Lawine rollt auf Europa zu
Der Branchenverband kündigt für die Messe in Peking nicht weniger als 181 neue Modelle und 71 Konzeptfahrzeuge an. Eine industrielle Offensive, die in Wolfsburg, München und Stuttgart Schweißperlen auf die Stirn treiben müsste. Stattdessen hört man aus Berlin vor allem Debatten über Gendersprache, Heizungsgesetze und CO2-Grenzwerte, die die eigene Industrie weiter strangulieren.
Das „Geschäftsmodell wird zerlegt"
Frank Schwope, Berater und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln, findet drastische Worte. Das Geschäftsmodell von Mercedes, Porsche und BMW werde derzeit regelrecht zerlegt. Hightech gepaart mit chinesischem Patriotismus – eine Kombination, gegen die westliche Marken nur schwer anzukommen hätten. Das jahrzehntelang sorgsam gepflegte Image deutscher Premiumhersteller sei, so Schwope, schlicht weggespült worden.
Dabei begann die deutsch-chinesische Autogeschichte einst als Triumph. Als VW 1985 erstmals in Shanghai ausstellte, bewunderten die Besucher nicht nur die Fahrzeuge, sondern sogar die Qualität des bedruckten Prospektpapiers. Der damalige VW-Chef Carl Hahn schwärmte in seinen Memoiren davon, wie die Chinesen die Broschüren aus den Regalen gerissen hätten. Von diesen Träumen ist heute wenig geblieben.
„Die Marke für die Eltern" – der Tod jedes Premiumherstellers
Robert Cisek, Markenchef für Volkswagen in China, formuliert einen Satz, der im Wolfsburger Vorstand eigentlich Panik auslösen müsste: Jüngere chinesische Kunden würden VW zunehmend als „Marke für ihre Eltern" wahrnehmen. Wer einmal in diese Schublade gerutscht ist, kommt nur schwer wieder heraus. Eine Umfrage von Berylls by Alix Partners vom Januar bestätigt den Trend: Vor allem die junge Generation macht um deutsche Autos einen Bogen.
In der Welt der Elektromobilität spielen die klassischen deutschen Ingenieurtugenden kaum noch eine Rolle. Software, Batteriezellen, Vernetzung, Nutzererlebnis – all das beherrschen BYD und Geely heute besser. Während deutsche Hersteller über Jahre damit beschäftigt waren, ideologisch getriebene Klimavorgaben zu erfüllen, haben die Chinesen in aller Ruhe die technologische Führerschaft übernommen.
VW sucht Rettung – in China selbst
Die Notlage treibt absurde Blüten. Volkswagen hat sich mit dem Startup Xpeng verbündet, um im Elektrosegment überhaupt noch mithalten zu können. Audi hat gemeinsam mit SAIC sogar eine eigene Untermarke gegründet – ohne die berühmten vier Ringe. Man lese das noch einmal in Ruhe: Das stolze Audi verzichtet in China freiwillig auf sein eigenes Markenlogo, weil es offenbar nicht mehr als Verkaufsargument taugt. Welche Kapitulation muss diesem Schritt vorausgegangen sein?
VW-Chinachef Ralf Brandstätter verkündet tapfer, man wolle größter ausländischer Autobauer in China bleiben. Doch Yale Zhang, Experte beim Analysehaus Automotive Foresight, zerpflückt die Strategie mit einem Satz: Auf Chromleisten, Nappaleder und die eigene Geschichte könne man sich nicht mehr verlassen.
Hausgemachte Schwäche – das Versagen der deutschen Politik
Was viele gerne verschweigen: Die Misere der deutschen Autoindustrie ist zu einem erheblichen Teil hausgemacht. Über Jahre hinweg haben Berliner Regierungen – egal welcher Couleur – die eigene Schlüsselindustrie mit immer neuen Auflagen, CO2-Zielen, Verbrennerverboten und Energiepreisen drangsaliert. Während China seine Konzerne mit Subventionen, günstiger Energie und klarer Industriepolitik aufpäppelt, werden deutsche Hersteller zwischen Brüsseler Regulierungswut und Berliner Ideologie zerrieben.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz verspricht zwar eine Wende, doch die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 und das 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket lassen wenig Hoffnung auf eine echte wirtschaftspolitische Kehrtwende. Die Zeche zahlen am Ende die Arbeitnehmer in Wolfsburg, Stuttgart und München – und der deutsche Steuerzahler.
Was bedeutet das für Anleger?
Wer geglaubt hat, die Aktien deutscher Autobauer seien ein sicherer Hafen für die Altersvorsorge, dürfte in den kommenden Jahren ein böses Erwachen erleben. Märkte, Technologiezyklen und geopolitische Machtverschiebungen können Milliardenwerte binnen weniger Quartale pulverisieren. Wer sein Vermögen schützen will, sollte nicht alles auf eine Karte setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in Jahrhunderten bewiesen, dass sie unabhängig von Industriezyklen, politischen Launen und Managementfehlern ihren Wert bewahren. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind sie ein bewährter Anker in stürmischen Zeiten – gerade wenn das deutsche Industriemodell, auf das sich Generationen verlassen haben, seine besten Tage hinter sich haben könnte.
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