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Kettner Edelmetalle
17.06.2026
11:07 Uhr

Pekings Griff nach der Weltwährung: Wie China den Dollar vom Thron stoßen will

Pekings Griff nach der Weltwährung: Wie China den Dollar vom Thron stoßen will

Während in Berlin noch immer über Klimaneutralität bis 2045 und milliardenschwere Sondervermögen sinniert wird, betreibt China knallharte Geopolitik mit dem eigenen Geld. Auf dem alljährlichen Lujiazui-Forum in Shanghai verkündete die Volksrepublik gleich ein ganzes Bündel neuer Maßnahmen, um den Yuan endlich aus dem Schatten des US-Dollars zu führen. Das Ziel ist unmissverständlich: Die Abhängigkeit vom amerikanisch dominierten Zahlungssystem soll gebrochen werden.

Sechs Staatsbanken als Speerspitze

Pan Gongsheng, Gouverneur der chinesischen Notenbank PBOC, ließ die Katze aus dem Sack: Sechs große Staatsbanken, darunter die Bank of China und die China Construction Bank, sollen künftig in der Freihandelszone Shanghais Offshore-Geschäfte mit dem Yuan abwickeln dürfen. Wer glaubt, das sei lediglich Technokratie, der irrt gewaltig. Es ist der nächste Zug auf dem geopolitischen Schachbrett.

Hinzu kommt ein neues Instrument mit dem sperrigen Namen FIMA RMB Repo. Damit sollen ausländische Zentralbanken und Staatsfonds leichter an Yuan-Liquidität kommen, indem sie erstklassige chinesische Anleihen als Sicherheit hinterlegen. Pan erklärte, ausländische Investoren – darunter eben auch Notenbanken – drängten zunehmend in den chinesischen Anleihemarkt.

Während die Finanzmärkte sich weiter vertiefen, könnte die marktübergreifende Ansteckung mit Risiken häufiger werden, warnte der PBOC-Gouverneur.

Der digitale Yuan rollt an

Einen Tag vor Pans Auftritt hatte das Betriebszentrum für den digitalen Yuan bereits Direktteilnahme-Vereinbarungen mit 26 Finanzinstituten in Shanghai unterzeichnet. Der sogenannte e-CNY soll global Fuß fassen. Man stelle sich das einmal vor: Während Europa noch zaghaft über einen digitalen Euro debattiert, schafft Peking längst Fakten. Die Frage drängt sich auf, wer hier eigentlich die Zukunft gestaltet und wer sie verschläft.

Eine Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft

Doch hinter der selbstbewussten Fassade brodelt es gewaltig. Chinas Wirtschaft befindet sich in einem schmerzhaften Umbau. Der Konsum schwächelt, der einst boomende Immobiliensektor liegt am Boden, während gleichzeitig Milliarden in Zukunftsbranchen wie Robotik und Künstliche Intelligenz fließen. Die Einzelhandelsumsätze fielen im Mai erstmals seit über drei Jahren – ein deutliches Warnsignal.

Pan selbst gestand offen ein, dass das Kreditwachstum sich verlangsamt habe. Es sei für China weder möglich noch nötig, das frühere Tempo beizubehalten. Eine bemerkenswerte Ehrlichkeit, die man sich von westlichen Notenbankern manchmal wünschen würde.

Risiken im Immobiliensektor und bei Kommunalschulden

Ding Xiangqun, der frisch ernannte Chef der nationalen Finanzaufsicht, gab sich kämpferisch. Man werde systemische Risiken verhindern und die Gefahren aus dem Immobiliensektor sowie den hoch verschuldeten Kommunen in den Griff bekommen. Grenzüberschreitende und marktübergreifende Risiken seien zuletzt deutlich ausgeprägter gewesen, räumte Ding ein. Banken sollten ihr Kapital aus verschiedenen Quellen stärken, um widerstandsfähiger zu werden.

Bemerkenswert auch: Erst Ende Mai war Peking gegen sogenannte illegale grenzüberschreitende Investitionen vorgegangen. Nun werden frische Quoten für das QDII-Programm vergeben, mit dem Kapital durch regulierte Kanäle ins Ausland fließen darf. Kontrolle bleibt das oberste Gebot des Reichs der Mitte.

Was bedeutet das für den deutschen Sparer?

Die Entdollarisierung schreitet voran – langsam, aber unaufhaltsam. Wenn selbst China systematisch daran arbeitet, sich aus der Abhängigkeit einer einzelnen Papierwährung zu lösen, sollte das jedem nachdenklichen Anleger zu denken geben. Denn am Ende geht es um Vertrauen. Und Vertrauen in Papierwährungen ist ein flüchtiges Gut, das durch Notenpressen und ausufernde Staatsschulden – wie wir sie auch in Deutschland mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen erleben – munter verspielt wird.

In Zeiten, in denen Notenbanken weltweit ihre Reserven umschichten und Währungsblöcke neu sortiert werden, behält ein Vermögenswert seinen unbestechlichen Wert: physisches Gold und Silber. Edelmetalle kennen keine Notenpresse, keinen politischen Willen und keine geopolitische Laune. Sie sind die Versicherung gegen genau jene Verwerfungen, die uns die Zentralbanker dieser Welt gerade vor Augen führen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio kann daher ein solider Anker zur langfristigen Vermögenssicherung sein.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, vor einer Investitionsentscheidung eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Die Investition in Wertpapiere, Währungen oder andere Anlageklassen ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.

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