
Porsche im Rückwärtsgang: Weniger Autos, aber plötzlich wieder Gewinn

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat in den ersten neun Monaten 2026 rund 16 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert, verdient aber wieder deutlich mehr Geld. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, stieg das operative Ergebnis auf 1,74 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es gerade einmal 40 Millionen Euro. Eine echte Wende? Oder nur eine Atempause?
Die Zahlen: Mehr Luxus pro Auto
Der Umsatz fiel von Januar bis September um knapp sechs Prozent auf 25,28 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 26,86 Milliarden. Die Auslieferungen brachen dagegen deutlich stärker ein: von 212.509 auf 178.532 Fahrzeuge.
Dass der Umsatz weniger stark sank als der Absatz, erklärt Porsche mit einem höheren Anteil margenstarker Modelle sowie mit Preis- und Mixeffekten. Die operative Umsatzrendite liegt bei 6,9 Prozent. Sie liegt damit mitten im Zielkorridor von 5,5 bis 7,5 Prozent, den das Unternehmen für 2026 ausgegeben hat.
Der gewaltige Sprung ist allerdings auch ein Effekt des Vergleichs. Im Vorjahr hatte Porsche laut eigenen Angaben rund 2,7 Milliarden Euro für die strategische Neuausrichtung verbucht, darunter Abschreibungen und Kosten für den Personalabbau. In diesem Jahr waren es bislang etwa 500 Millionen Euro.
Drei Brandherde auf einmal
Porsche kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Das sind die größten Probleme:
- China: Im Rekordjahr 2020 ging fast jeder dritte Porsche in die Volksrepublik. 2025 waren es Berichten zufolge nur noch knapp 15 Prozent. Konzernchef Michael Leiters rechnet laut dpa künftig mit höchstens zehn Prozent.
- US-Zölle: Allein im dritten Quartal belasteten die Strafzölle aus Washington den Cashflow nach Unternehmensangaben mit 200 Millionen Euro.
- Elektro-Flaute: Der Anteil der reinen Stromer sank auf 21,7 Prozent. Die Kundschaft im Sportwagensegment will offenbar nicht so, wie Brüssel und die Strategen der Verkehrswende es gern hätten.
Gerade der letzte Punkt ist bezeichnend. Medienberichten zufolge hatte das lange Festhalten an der E-Offensive und die anschließende Rückkehr zum Verbrenner Porsche Milliarden gekostet. Der Gewinn nach Steuern brach 2025 um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Ein teures Lehrstück darüber, was passiert, wenn politische Vorgaben vor den Wünschen der Kunden stehen.
Leiters' Rosskur: Klasse statt Masse
Der neue Chef Michael Leiters, seit Januar im Amt, setzt mit seiner Strategie „Sportwagenschmiede '35" auf noch mehr Exklusivität. Die Gewinnschwelle soll künftig unter 200.000 verkauften Autos liegen. Geplant sind teurere Modelle, ein Supersportwagen oberhalb des 911 und ein SUV über dem Cayenne. Der Ikone selbst hat Leiters eine klare Garantie gegeben:
„Der 911er wird niemals elektrisch sein."
Der Preis dafür ist hoch. Mittelfristig soll die Belegschaft laut dpa um 25 Prozent schrumpfen, 40 Prozent der Managementstellen sollen wegfallen. Ende 2025 beschäftigte Porsche noch rund 41.800 Menschen. Zudem trennt sich der Konzern von Beteiligungen: Der Verkauf der Anteile an Bugatti Rimac spülte 984 Millionen Euro in die Kasse.
Das dicke Ende kommt noch
Für das Gesamtjahr bestätigt Porsche seine Prognose von 35 bis 36 Milliarden Euro Umsatz. Doch Finanzchef Jochen Breckner hatte bereits angekündigt, dass 2027 noch härter werde: Absatz und Rendite dürften dann unter dem Niveau von 2026 liegen.
Für Aktionäre bleibt die Bilanz ernüchternd. Beim Börsengang 2022 kostete das Papier 82,50 Euro, zuletzt waren es rund 41,56 Euro. Die einstige Renditeperle des VW-Konzerns hat damit die Hälfte ihres Werts verloren. Wer sein Vermögen gegen solche Rückschläge absichern möchte, kann eine Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio in Erwägung ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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