
Porsche streicht jede dritte Stelle in Stuttgart – das Ende einer deutschen Legende?

5.000 weitere Arbeitsplätze fallen weg, das Weihnachtsgeld schrumpft, Tariferhöhungen werden einkassiert – und das alles bei einem Unternehmen, das noch vor wenigen Jahren als Goldesel der deutschen Industrie galt. Was in Zuffenhausen geschieht, ist mehr als ein Sparprogramm. Es ist ein Menetekel für den gesamten Standort Deutschland.
Vom Gewinnbringer zum Sanierungsfall
Man muss sich die Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Der Konzernüberschuss von Porsche brach im Jahr 2025 um satte 91 Prozent ein – auf lächerliche 310 Millionen Euro. Bei einem Hersteller, dessen Marge einst der Neid der halben Automobilwelt war. Ein Absturz, der nicht vom Himmel fiel, sondern das Ergebnis politischer Weichenstellungen ist, die man in Berlin und Brüssel mit ideologischer Verbissenheit durchgeprügelt hat.
Nun also das sogenannte „Zukunftspaket", das Vorstand und Gesamtbetriebsrat ausgehandelt haben. Ein Wort, das in der deutschen Wirtschaftssprache mittlerweile ungefähr so vertrauenerweckend klingt wie „Sondervermögen" oder „Transformationsprozess". Übersetzt heißt es: 5.000 zusätzliche Stellen verschwinden bis 2035 aus der Region Stuttgart. Zusammen mit den bereits zuvor angekündigten Streichungen fällt damit mehr als jeder dritte Arbeitsplatz in der Heimat des Sportwagenbauers weg.
Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache
Ende 2024 arbeiteten rund 22.200 Menschen für Porsche im Großraum Stuttgart. Ein Jahr später waren es noch etwa 20.600. Weltweit beschäftigte der Konzern zum Jahresende 2025 knapp 41.800 Menschen. Der Aderlass läuft also längst – jetzt bekommt er nur einen offiziellen Namen und einen Zeitplan.
Offiziell soll der Abbau „sozialverträglich" erfolgen: über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, ein erweitertes Altersteilzeitprogramm und Aufhebungsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis 2035 ausgeschlossen. Das klingt beruhigend – doch am Ende bleibt die nüchterne Wahrheit: Tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die einst das Rückgrat des deutschen Mittelstands und der Facharbeiterschaft bildeten, werden nie wieder besetzt.
Was den Beschäftigten sonst noch blüht
Doch damit nicht genug. Tariferhöhungen sollen bis 2035 teilweise einbehalten werden. Das Weihnachtsgeld sinkt. Der Mitarbeiterbonus koppelt sich stärker an den Unternehmenserfolg. Große Teile des Managements verzichten immerhin in den Jahren 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung – eine Geste, die man honorieren darf, die aber die Belegschaft kaum trösten dürfte. Und das Homeoffice wird von zwölf auf maximal acht Tage im Monat gestutzt.
„Nur wenn wir unsere Ziele erreichen und wirtschaftlich erfolgreich sind, können wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die nötige Sicherheit geben", ließ sich Vorstandschef Michael Leiters zitieren.
Ein Satz, der in seiner Nüchternheit alles sagt. Im Gegenzug verspricht Porsche, bis 2035 rund 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach zu investieren. Die zweitürigen Sportwagen sollen weiterhin in Zuffenhausen vom Band laufen, die Entwicklung in Weissach gebündelt bleiben. „Sportwagenschmiede 35" nennt sich die Strategie. Man wird sehen, ob von der Schmiede am Ende mehr bleibt als ein Erinnerungsschild.
Die eigentliche Ursache verschweigt man lieber
Interessant ist, worüber in den offiziellen Verlautbarungen kaum gesprochen wird: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Ein Hersteller, dessen Verbrenner-Ikonen weltweit begehrt sind, wird durch eine europäische Regulierungswut in eine Elektro-Strategie gezwungen, die der Markt schlicht nicht in dem Tempo mitgeht. Dazu kommen Strompreise, die im internationalen Vergleich grotesk sind, Bürokratielasten, Lieferkettengesetze, Berichtspflichten – und obendrauf noch die neuen Zollmauern aus Washington, die deutsche Premiumexporte empfindlich treffen.
Es ist eben kein Zufall, dass die deutsche Industrie derzeit Monat für Monat Tausende Arbeitsplätze verliert. Es ist das Resultat einer Politik, die jahrelang Ideologie über Ingenieurskunst gestellt hat. Und die neue Bundesregierung? Verankert die Klimaneutralität im Grundgesetz und legt 500 Milliarden Euro Schulden obendrauf – bezahlt von jenen Generationen, denen man gerade die Arbeitsplätze wegreguliert.
Was das für Sparer und Anleger bedeutet
Wenn selbst Porsche – die Perle des deutschen Automobilbaus – zum Sanierungsfall wird, sollte das jedem Sparer zu denken geben. Unternehmensbeteiligungen und Aktien sind eben keine Einbahnstraße nach oben, sondern hängen an politischen Rahmenbedingungen, die sich innerhalb weniger Jahre ins Gegenteil verkehren können. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, tut gut daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von Quartalszahlen, Vorstandswechseln und Brüsseler Verordnungen ihren Wert behalten – als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
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