
Preisschock an der Zapfsäule: Inflation springt auf 3,3 Prozent!

Das Leben in Deutschland wird so schnell teurer wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Im September lagen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Behörde hat ihre erste Schätzung am Dienstag bestätigt. Getrieben wird die Teuerung von Rekordpreisen für Benzin, Diesel und Heizöl.
Im August hatte die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Höher war sie zuletzt im Dezember 2023. Die Hoffnung, das Inflationsgespenst sei endgültig vertrieben, hat sich damit erledigt.
Heizöl fast doppelt so teuer wie vor einem Jahr
Die Zahlen sind drastisch. Kraftstoffe kosteten im September 37,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Heizöl verteuerte sich sogar um 74,9 Prozent. Wer seinen Tank im Keller jetzt vor dem Winter füllen muss, zahlt also beinahe das Doppelte.
Behördenchefin Ruth Brand machte erneut die Energie verantwortlich. Die Teuerung habe sich besonders bei Mineralölprodukten an den Tankstellen und beim Heizöl gezeigt. Insgesamt stiegen die Energiepreise um 14,9 Prozent. Ein so großes Plus gab es seit Februar 2023 nicht mehr.
Der Grund liegt im Nahen Osten. Der Krieg um den Iran hatte den Ölpreis zeitweise über 100 Dollar je Barrel getrieben. Laut ADAC zahlten Autofahrer im September mehrfach Rekordpreise für Diesel und Benzin.
Tankrabatt reloaded: Pflaster auf eine offene Wunde?
Berlin hat reagiert, und zwar mit einem alten Rezept. Vom 1. Oktober bis Jahresende gilt erneut ein Tankrabatt, nachdem die Subvention schon im Mai und Juni gegriffen hatte. Ökonomen erwarten, dass der Liter bis zu 17 Cent günstiger wird und die Inflationsrate um etwa 0,3 Prozentpunkte sinkt.
Doch mit Verlaub: Das ist Symptombekämpfung auf Pump. Der Staat verdient über Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer kräftig an jedem Liter mit. Erst wird verteuert, dann wird mit Steuergeld großzügig zurückgegeben. Medienberichten zufolge fordern erste Ministerpräsidenten bereits eine Heizöl-Hilfe. Die nächste Subvention steht also schon in der Warteschlange.
Erinnerungen an 2022 werden wach. Damals verpuffte der Tankrabatt der Ampel teilweise, und die Inflation kletterte im Herbst auf 8,8 Prozent.
Butter billiger, Eier und Friseur teurer
Abseits der Energie wirkt das Bild durchwachsen:
- Nahrungsmittel: +0,4 Prozent, darunter Eier +15,2 Prozent und frisches Gemüse +12,0 Prozent. Butter wurde dagegen um 29,5 Prozent billiger.
- Dienstleistungen: +2,7 Prozent, darunter soziale Einrichtungen +6,3 Prozent, Kfz-Reparaturen +4,7 Prozent und Friseur +4,3 Prozent.
- Kerninflation (ohne Energie und Nahrung): erneut 2,4 Prozent.
Gerade die hartnäckige Kernrate sollte aufhorchen lassen. Sie zeigt, dass sich der Preisdruck längst in Bereichen festgesetzt hat, die mit Öl wenig zu tun haben. Allein von August auf September zogen die Preise um 0,6 Prozent an.
Die EZB zieht die Zinsschraube an
Da auch im Euroraum mit steigender Inflation gerechnet wird, erwarten Volkswirte weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Die EZB hat den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, auf jetzt 2,50 Prozent. Für Häuslebauer und eine ohnehin schwächelnde Wirtschaft ist das eine bittere Nachricht.
Für Sparer bleibt die alte Rechnung bestehen. Liegt der Zins auf dem Tagesgeldkonto unter der Teuerung, schrumpft das Ersparte Jahr für Jahr leise weiter. Wer sein Vermögen gegen schleichende Entwertung absichern will, findet in physischem Gold und Silber eine bewährte Beimischung für ein breit gestreutes Portfolio. Das gilt unabhängig von Rabatten, Subventionen und politischen Versprechen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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