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14.10.2026
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Preisschock in Chinas Fabriken: Exportiert Peking jetzt Inflation?

Preisschock in Chinas Fabriken: Exportiert Peking jetzt Inflation?
Symbolbild: KI-generiert

Chinas Erzeugerpreise sind im September um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, so schnell wie seit Juni 2022 nicht mehr. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Nationale Statistikamt in Peking am 14. Oktober veröffentlicht hat. Haupttreiber sind teurer Treibstoff und teure Kohle. Die Verbraucher im Land halten sich dagegen weiter zurück.

Von der Deflation zum Kostensprung

Der Sprung kam schneller, als Experten erwartet hatten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 4,5 Prozent gerechnet. Im August hatte das Plus noch bei 3,8 Prozent gelegen. Noch vor wenigen Monaten sah es ganz anders aus: Erst im März 2026 drehte der Erzeugerpreisindex nach offiziellen Daten wieder ins Plus, nach rund dreieinhalb Jahren, in denen die Preise ab Fabriktor gefallen waren.

Die Statistiker in Peking nennen mehrere Gründe für den Anstieg. Im Winter wird mehr Kohle zum Heizen gebraucht. In wichtigen Fördergebieten sei das Angebot vorübergehend knapp gewesen, und am Markt werde mit steigenden Kohlepreisen auf dem Weltmarkt gerechnet. Seit Monaten treiben außerdem die Spannungen im Nahen Osten die Energiepreise nach oben.

Volle Tanks, leere Einkaufskörbe

Bei den Verbrauchern sieht es ganz anders aus. Die Verbraucherpreise stiegen nur um 0,9 Prozent. Erwartet worden war 1 Prozent, im Vormonat waren es 0,8 Prozent. Laut Dong Lijuan, Chefstatistikerin beim Nationalen Statistikamt, verteuerte sich Benzin um satte 16,6 Prozent. Allein das habe die Teuerung um rund 0,47 Prozentpunkte nach oben gedrĂĽckt.

Lebensmittel wurden dagegen um 1,7 Prozent billiger und senkten die Rate um 0,29 Prozentpunkte. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 1 Prozent. Kurz gesagt: Die Kosten steigen, aber die Nachfrage zieht nicht mit.

Die Binnennachfrage bleibe „lackluster“, also schwunglos, urteilte Zhiwei Zhang, Präsident und Chefökonom von Pinpoint Asset Management.

Hao Zhou, Chefökonom bei Guotai Junan International, sieht es etwas freundlicher. Die Wirtschaft löse sich nach seiner Einschätzung schrittweise aus dem Deflationsdruck, auch wenn die Erholung ungleichmäßig verlaufe. Die Industrie komme schneller in Gang als der Konsum. Dass die Verbraucherpreise im Plus blieben, zeige aber, dass die Deflation der Jahre 2024 und 2025 weiter abklinge.

Peking greift wieder zur Geldspritze

Die Preisdaten kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt. Im zweiten Quartal wuchs Chinas Wirtschaft nur um 4,3 Prozent, so langsam wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Im August entwickelte sich der Einzelhandel schwächer als erwartet, die Industrieproduktion dagegen besser.

Der Staatsrat hat bereits reagiert. Am 28. September kündigte er an, die antizyklische Steuerung der Wirtschaftspolitik angesichts neuer Probleme zu verstärken. Lynn Song, Chefökonom für Großchina bei ING, sprach von einem „etwas veränderten Ton“. Er rechnet mit weiteren Hilfspaketen, um das Wachstumsziel von 4,5 bis 5,0 Prozent für 2026 zu erreichen. Hinzu kommt das langfristige Ziel, die Wirtschaftsleistung zwischen 2020 und 2035 zu verdoppeln.

Was das fĂĽr Deutschland bedeutet

Für deutsche Unternehmen ist das mehr als eine Nachricht aus Fernost. Jahrelang hat Chinas Deflation weltweit Waren billig gemacht. Wenn chinesische Fabriken nun teurer produzieren, könnte das früher oder später auch bei den Einkaufspreisen hiesiger Firmen ankommen. Das träfe ein Land, das unter hohen Energiekosten, Bürokratie und einer wachsenden Schuldenlast ächzt.

Konjunkturprogramme mit frischem Geld, steigende Energiepreise und Staaten, die Wachstum auf Pump kaufen: In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf Gold und Silber. Physische Edelmetalle verdienen deshalb einen festen Platz in einem breit gestreuten Vermögen, als Absicherung gegen Kaufkraftverlust.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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