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17.02.2026
06:09 Uhr

Prinz Andrew im Epstein-Sumpf: Britische Bankgeheimnisse an Sexualstraftäter verraten

Prinz Andrew im Epstein-Sumpf: Britische Bankgeheimnisse an Sexualstraftäter verraten

Was sich wie die Handlung eines zweitklassigen Spionagethrillers liest, entpuppt sich als bittere Realität im Herzen der britischen Monarchie. Neue Dokumente aus den berüchtigten Epstein Files legen offen, dass Prinz Andrew Mountbatten-Windsor während seiner Tätigkeit als britischer Handelsgesandter vertrauliche Bankinformationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben soll. Ein Skandal, der das ohnehin ramponierte Ansehen des Königshauses weiter erschüttert.

Steuergelder-Rettung als Informationsquelle für einen Kriminellen

Im Zentrum der Enthüllungen steht die Royal Bank of Scotland (RBS), die nach der Finanzkrise 2008 mit sage und schreibe 45 Milliarden Pfund an Steuergeldern vor dem Untergang bewahrt werden musste. Ausgerechnet vertrauliche Informationen über dieses Institut soll Andrew an Epstein durchgestochen haben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Mitglied der königlichen Familie, betraut mit der Aufgabe, britische Handelsinteressen weltweit zu vertreten, soll sensible Finanzgeheimnisse an einen Mann weitergereicht haben, der sich mutmaßlich daran bereicherte.

Andrew bekleidete das Amt des Handelsgesandten von 2001 bis 2011 – ein ganzes Jahrzehnt, in dem er offenbar ganz und gar nicht das Wohl seines Landes im Sinn hatte. Stattdessen pflegte er enge Kontakte zu einem Mann, der später wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen verurteilt wurde und 2019 unter mysteriösen Umständen in seiner Gefängniszelle starb.

Ein Muster des Versagens der Eliten

Die neuen Dokumente, die durch Fotos und Videos untermauert werden sollen, reihen sich ein in eine lange Kette von Enthüllungen rund um das Epstein-Netzwerk. Wie konnte es sein, dass ein Mann wie Epstein über Jahrzehnte hinweg unbehelligt agierte, während er engste Verbindungen zu den mächtigsten Persönlichkeiten der Welt unterhielt? Die Antwort ist so einfach wie erschreckend: Weil die Eliten sich gegenseitig schützen.

Der Fall Andrew zeigt exemplarisch, wie tief die Verflechtungen zwischen politischer Macht, Finanzwelt und kriminellen Netzwerken reichen können. Während der britische Steuerzahler Milliarden aufbringen musste, um eine marode Bank zu retten, wurden die dabei anfallenden vertraulichen Informationen offenbar als Währung in einem Netzwerk gehandelt, das von Missbrauch und Ausbeutung lebte.

Parallelen zur deutschen Debatte

Auch hierzulande sollte dieser Fall nachdenklich stimmen. Die Frage, wem unsere politischen und wirtschaftlichen Eliten tatsächlich dienen, wird immer drängender. Wenn selbst ein Prinz des Vereinigten Königreichs bereit war, sein Amt derart zu missbrauchen, welche Garantien haben dann die Bürger in Deutschland, dass ihre Interessen von den Mächtigen gewahrt werden? Die Antwort kennt jeder, der die politische Landschaft der letzten Jahre aufmerksam beobachtet hat.

Die Epstein-Akten sind noch lange nicht vollständig ausgewertet. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere unbequeme Wahrheiten ans Licht kommen – Wahrheiten, die das Vertrauen in jene Institutionen weiter untergraben, die eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollten. Doch solange die Aufklärung nur scheibchenweise erfolgt und die wirklich Mächtigen ihre schützende Hand über die Beteiligten halten, bleibt der bittere Beigeschmack: Gerechtigkeit gibt es offenbar nur für diejenigen, die sie sich nicht leisten können.

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