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07.08.2026
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Pulverfass Arabische Halbinsel: Wie der Huthi-Beschuss die Iran-Verhandlungen sabotiert

Pulverfass Arabische Halbinsel: Wie der Huthi-Beschuss die Iran-Verhandlungen sabotiert
Symbolbild: KI-generiert

Während in Washington die Zuversicht regiert, brennt es an der Südflanke der Arabischen Halbinsel lichterloh. In der Nacht sollen bei Angriffen der vom Iran alimentierten Huthi-Miliz auf saudisches Staatsgebiet mindestens elf Zivilisten verletzt worden sein – sieben Saudis, zwei Ägypter, ein Pakistaner, ein Jemenit. Sprecher der von Riad geführten Militärkoalition sprach von terroristischen Attacken in der Region Nadschran, mehrere Opfer hätten Verbrennungen erlitten. Es sind Meldungen, die man in Berlin gerne überliest, weil sie nicht ins Weltbild einer Außenpolitik passen, die glaubt, mit moralischen Appellen und Klimakonferenzen ließen sich geopolitische Bruchlinien kitten.

Trumps Optimismus und die Realität am Boden

US-Präsident Donald Trump gab sich im Oval Office demonstrativ gelassen. Der Krieg mit dem Iran werde „ziemlich bald“ enden, die Mullahs könnten dem militärischen und politischen Druck nicht mehr lange standhalten. Auch eine Einigung über die Öffnung der Straße von Hormus sei denkbar, er selbst sei in die Verhandlungen eingebunden.

„Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können“ – so die Einschätzung des US-Präsidenten zur Lage in Teheran.

Manche Beobachter sehen das nüchterner. Sie vermuten, dass eher den Vereinigten Staaten die Luft ausgehen könnte. Ein Dauerkrieg dieser Größenordnung verschlingt Milliarden, und im November stehen Parlamentswahlen an. Kriege gewinnt man nicht mit Pressekonferenzen, sondern mit Durchhaltevermögen – und das ist in westlichen Demokratien traditionell eine knappe Ressource.

Ein Bürgerkrieg, den der Westen jahrelang ignoriert hat

Der Konflikt im Jemen ist kein Nebenschauplatz, sondern eine offene Wunde. Seit die Huthi das bitterarme Land 2014 faktisch überrannten, kämpft das sunnitische Königreich an der Seite der international anerkannten Regierung gegen die schiitische Miliz. Die Waffenruhe von 2022 war stets brüchig; kleinere Gefechte hörten nie auf. Mit dem Iran-Krieg ist die Eskalationsspirale nun erneut in Gang gekommen: Luftangriffe auf Sanaa, Attacken auf saudische Schiffe, am Donnerstag Raketen- und Drohnenangriffe auf Militäreinrichtungen in den Provinzen Marib und Hadramaut mit Toten und Verletzten.

Riad rechnet mit dem Schlimmsten

Besonders brisant sind Berichte, wonach irakische Milizen gemeinsam mit den Huthi und unter Anleitung der iranischen Revolutionsgarden „in sehr naher Zukunft“ koordinierte Angriffe auf saudisches Territorium planen sollen. Ein saudischer Regierungsvertreter habe sich dabei auf Geheimdienstinformationen aus den USA, dem Königreich und weiteren Staaten der Region berufen. Ziele seien überwiegend zivile und wirtschaftliche Einrichtungen: Energieanlagen, Häfen, Flughäfen. Der Zweck sei durchsichtig – man wolle jede Annäherung in den Verhandlungen über ein Kriegsende torpedieren. Riad wolle dennoch an seinen Deeskalationsbemühungen mit Bagdad festhalten.

Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft

Im Zentrum steht jene Meerenge, durch die normalerweise ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Flüssiggashandels fließt. Vor Kriegsausbruch Ende Februar war die Passage frei, heute wird sie faktisch von Teheran kontrolliert. Iran und Oman verhandeln offenbar ohne amerikanische Beteiligung über eine Übergangslösung: eine nördliche Einfahrtroute in den Persischen Golf, eine südliche Ausfahrt entlang der omanischen Küste, während verlegte Seeminen geräumt würden. Das Weiße Haus betont, die temporären Routen seien gebühren- und genehmigungsfrei befahrbar, schließlich handle es sich um eine internationale Wasserstraße.

Heute wird zudem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Saudi-Arabien erwartet, wo Gespräche mit Kronprinz Mohammed bin Salman und dem pakistanischen Premier Shehbaz Sharif anstehen. Regionale Quellen sprechen von einer gemeinsamen Verteidigungsvereinbarung. Ankara und Islamabad geben die Vermittler – ein bemerkenswerter Vorgang, denn Europa spielt in diesem Spiel längst keine Rolle mehr. Wer sich energiepolitisch selbst kastriert, Kernkraftwerke abschaltet und Industrie exportiert, verliert eben auch am Verhandlungstisch jedes Gewicht.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Eine blockierte oder nur eingeschränkt befahrbare Meerenge bedeutet Preisrisiken bei Öl und Gas – und damit erneuten Inflationsdruck in einem Land, das ohnehin durch Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe und eine im Grundgesetz zementierte Klimaneutralität finanziell auf Kante genäht ist. Papiergeld ist in solchen Phasen kein Fels, sondern Treibsand. Physische Edelmetalle hingegen kennen keinen Ausfall, keine Emittentenbonität und keine politische Zusage, die morgen kassiert wird. Sie sind seit Jahrtausenden das, was Regierungen niemals sein können: verlässlich.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren, Chancen und Risiken selbst abzuwägen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen allein. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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