
Raspberry Pi-Aktie explodiert: KI-Fantasie und CEO-Kauf befeuern Kursrallye
Was für ein Schauspiel an der Londoner Börse: Die Aktie des britischen Einplatinencomputer-Herstellers Raspberry Pi schoss am Dienstag um bis zu 42 Prozent in die Höhe – der stärkste Zwei-Tages-Anstieg in der Geschichte des Unternehmens. Auslöser war eine Mischung aus einem demonstrativen Aktienkauf des Firmenchefs und wachsender Spekulation, dass die günstigen Mini-Computer zum heimlichen Gewinner des KI-Booms werden könnten.
Ein CEO, der sein eigenes Geld in die Waagschale wirft
Den Stein ins Rollen brachte eine Pflichtmeldung, die zeigte, dass CEO Eben Upton am Montag Aktien im Wert von rund 13.224 Pfund zu einem Kurs von etwa 282 Pence erworben hatte. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von knapp 800 Millionen Dollar mag das wie Kleingeld wirken. Doch die Symbolik ist enorm: Wenn der Chef einer angeschlagenen Firma in die eigene Tasche greift, sendet das ein Signal. Vertrauen. Oder zumindest den Versuch, Vertrauen zu erzeugen.
Die Aktie hatte zuvor eine monatelange Talfahrt hinter sich und war Anfang Februar sogar unter den IPO-Preis von 280 Pence gefallen – ein Tiefpunkt, der bei Anlegern für erhebliche Ernüchterung gesorgt haben dürfte. Trotz der jüngsten Rallye notiert das Papier immer noch rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch von vor einem Jahr.
KI-Fantasie aus den sozialen Medien
Doch der CEO-Kauf allein erklärt den Kurssprung nicht. Zwei Londoner Händler gaben gegenüber Nachrichtenagenturen an, der eigentliche Treiber der Rallye sei nicht eindeutig zu identifizieren. Was sich jedoch parallel abspielte, war eine regelrechte Euphorie in den sozialen Medien. Die These: Raspberry Pis Einplatinencomputer könnten als kostengünstige Hardware für KI-Agenten wie etwa OpenClaw massiv an Nachfrage gewinnen.
Ein einflussreicher Nutzer auf der Plattform X mit über 58.000 Followern postete am Montag eine „Fun Trade Idea" und behauptete, Käufer hätten begonnen, die Geräte regelrecht zu horten – schließlich seien sie um ein Vielfaches günstiger als Apple-Produkte jenseits der 500-Dollar-Marke. Ob sich aus Social-Media-Hype eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ableiten lässt, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt.
Das Unternehmen selbst hüllt sich in Schweigen
Raspberry Pi kommentierte den Kursanstieg denkbar lakonisch: Es gebe „nichts von Unternehmensseite über das hinaus, was bereits öffentlich bekannt ist." Eine Antwort, die man als britisches Understatement oder als strategische Zurückhaltung interpretieren kann. Gegen 14:54 Uhr GMT lag die Aktie noch immer rund 27 Prozent im Plus und führte damit die Gewinnerliste des FTSE 250 an.
Gemischte Aussichten: 2025 stark, 2026 unsicher
Bereits im Januar hatte Raspberry Pi mitgeteilt, dass die Kerngewinne für 2025 über den Erwartungen liegen dürften. Gleichzeitig warnte das Management jedoch, der Ausblick für 2026 sei durch Volatilität bei Angebot und Preisgestaltung von Speicherchips getrübt. In einer Welt, in der Lieferketten nach wie vor fragil sind und geopolitische Spannungen – von Trumps aggressiver Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe bis hin zu den Verwerfungen im asiatischen Halbleitermarkt – die Planungssicherheit untergraben, ist solche Vorsicht durchaus angebracht.
Die Episode um Raspberry Pi illustriert einmal mehr, wie anfällig kleinere Technologiewerte für spekulative Wellen sind. Ein CEO-Kauf im Wert eines gebrauchten Mittelklassewagens, gepaart mit ein paar viralen Posts auf X, genügt offenbar, um eine Aktie um über 40 Prozent nach oben zu katapultieren. Ob dahinter substanzielle Nachfrage oder lediglich die nächste Blase steckt, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
Für konservative Anleger, die ihr Vermögen nicht den Launen sozialer Medien und spekulativer Kursbewegungen aussetzen möchten, bleibt die Erkenntnis: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten nach wie vor einen bewährten Anker der Stabilität. Während Tech-Aktien an einem einzigen Tag um zweistellige Prozentsätze schwanken können, hat sich das gelbe Metall über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, was gerade auf X im Trend liegt.
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