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Reiche auf der Flucht: Londons Luxusvillen verlieren ein Viertel!

Reiche auf der Flucht: Londons Luxusvillen verlieren ein Viertel!
Symbolbild: KI-generiert

Londons Nobelviertel erleben einen Preissturz, wie es ihn lange nicht gab. In Westminster, wozu Mayfair, Belgravia und St John's Wood gehören, sind Wohnimmobilien laut amtlicher Statistik binnen zwölf Monaten um 25,4 Prozent billiger geworden. Viele Makler sehen die Ursache in der Steuerpolitik der Labour-Regierung. Die hat wohlhabende Ausländer reihenweise aus dem Land getrieben.

Ein Viertel weg, in nur einem Jahr

Die Zahlen stammen vom britischen Statistikamt ONS und reichen bis Juni 2026. In der gesamten Londoner Innenstadt fielen die Preise demnach um 8,3 Prozent. In der City of London ging es sogar um 20,4 Prozent abwärts, in Kensington und Chelsea um 14,7 Prozent.

Großbritannien insgesamt verzeichnete im selben Zeitraum noch ein leichtes Plus von 2 Prozent. Greater London war als einzige Region im Minus. Ausgerechnet die Hauptstadt, jahrzehntelang der Tresor der globalen Geldelite, fällt also zurück.

Das Ende der Non-Dom-Privilegien

Was ist passiert? Über 200 Jahre lang galt in Großbritannien der sogenannte Non-Dom-Status. Wohlhabende Ausländer konnten in London leben und mussten ihre Auslandseinkünfte trotzdem nicht in Großbritannien versteuern. Die konservative Vorgängerregierung kündigte das Aus an. Labour schaffte das Privileg im April 2025 dann ab und verschärfte die Regeln deutlich, auch bei der Erbschaftsteuer.

Dazu kommt die Grunderwerbsteuer. Wer im Ausland lebt und eine weitere Immobilie in London kauft, zahlt Berichten zufolge bis zu 19 Prozent Stamp Duty. Bei einer Villa für 20 Millionen Pfund sind das 3,8 Millionen Pfund. Ab April 2028 soll außerdem ein Aufschlag auf die Gemeindesteuer für Häuser über zwei Millionen Pfund fällig werden. Kein Wunder, dass internationale Käufer da lieber abwarten.

Mieten statt kaufen

Wie stark die Nachfrage eingebrochen ist, zeigt ein Beispiel aus der Branche. Ein Londoner Makler schilderte der britischen Presse, dass ein Haus für drei Millionen Pfund früher innerhalb von vier Wochen rund 40 Interessenten und fünf Gebote gebracht habe. Heute seien es etwa zehn Interessenten und ein oder zwei Gebote. Niemand habe es mehr eilig, sagte er.

Wer trotzdem bleibt, mietet häufig nur noch. Luxusobjekte kosten Medienberichten zufolge bis zu 40.000 Pfund Miete pro Woche. Das ist zwar viel Geld, aber offenbar immer noch günstiger als Millionen an Steuern und Unterhaltskosten von teils über 500.000 Pfund im Jahr.

Eine Lektion, auch für Berlin

Der Fall London zeigt, wie schnell Steuerpolitik einen Markt umkrempeln kann. Wer Vermögende als bequeme Einnahmequelle betrachtet, muss damit rechnen, dass sie gehen. Mit ihnen gehen auch Investitionen, Konsum und Steuereinnahmen. Kapital ist ein scheues Reh, und es hat einen Reisepass.

Auch in Deutschland gibt es solche Gedankenspiele. In Teilen der SPD und darüber hinaus werden regelmäßig höhere Steuern auf große Vermögen und Erbschaften gefordert. London liefert jetzt den Praxistest dazu, und der fällt ernüchternd aus.

Betongold mit Rissen

Für Anleger zeigt der Absturz noch etwas anderes: Selbst die angeblich sicherste Lage der Welt schützt nicht vor Wertverlusten, wenn der Staat an der Steuerschraube dreht. Eine Immobilie lässt sich eben nicht verlegen. Physisches Gold und Silber dagegen hängen an keinem Grundbuch und an keiner Grunderwerbsteuer, und sie gelten seit Jahrhunderten als Schutz in unsicheren Zeiten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt unsere redaktionelle Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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