
Reservistenverband fordert deutsche Soldaten auf Grönland – ein fragwürdiger Vorstoß

Während die Bundeswehr seit Jahren mit massiven Ausrüstungsmängeln, Personalengpässen und einer chronisch unterfinanzierten Infrastruktur kämpft, prescht der Präsident des Reservistenverbands der Bundeswehr, Patrick Sensburg, mit einer bemerkenswerten Forderung vor: Deutsche Soldaten sollen auf Grönland stationiert werden. Der Grund? Man wolle einem möglichen Kauf der arktischen Insel durch die USA zuvorkommen.
Symbolpolitik statt Substanz?
Die Idee klingt auf den ersten Blick nach entschlossenem Handeln, bei näherer Betrachtung offenbaren sich jedoch erhebliche Schwächen. Sensburg fordert die Verlegung von zwei europäischen Brigaden unter dänischer Führung nach Grönland. Deutschland stehe dabei „besonders in der Pflicht", so der Verbandspräsident gegenüber der „Bild". Doch welche Pflicht genau meint er? Die Pflicht, sich in geopolitische Abenteuer zu stürzen, während die eigene Verteidigungsfähigkeit auf tönernen Füßen steht?
Die Bundeswehr ist bekanntlich nicht einmal in der Lage, ihre grundlegenden Aufgaben im eigenen Land und bei NATO-Verpflichtungen vollumfänglich zu erfüllen. Hubschrauber bleiben am Boden, Panzer rosten vor sich hin, und bei Winterausrüstung mangelt es an den elementarsten Dingen. Und nun sollen deutsche Soldaten in der Arktis trainieren und ausgebildet werden?
Geostrategische Interessen oder Wunschdenken?
Der CDU-Außenpolitiker Peter Beyer sekundiert Sensburg und betont, auch Deutschland habe „geostrategische Interessen" in der Arktis. Die EU- und NATO-Mitgliedsländer sollten verstärkte Sicherheitspräsenz auf Grönland zeigen – in der Luft und an Land. Doch welche konkreten deutschen Interessen in der Arktis rechtfertigen eine solche Ressourcenbindung? Diese Frage bleibt unbeantwortet.
Mehrere NATO-Staaten arbeiten bereits an einem Überwachungseinsatz namens „Arctic Sentry", an dem auch Deutschland und Großbritannien beteiligt sein sollen. Ob die USA einem solchen Einsatz zustimmen würden, ist allerdings völlig offen. Die Ironie der Geschichte: Man will den Amerikanern das Argument nehmen, die Sicherheit in der Region sei nicht gewährleistet – und hofft gleichzeitig auf deren Zustimmung.
Prioritäten setzen statt Luftschlösser bauen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich zwar für eine stärkere NATO-Präsenz in Grönland ausgesprochen und betont, man teile die amerikanischen Besorgnisse. Doch zwischen diplomatischen Lippenbekenntnissen und der tatsächlichen Fähigkeit, militärische Präsenz zu zeigen, klafft eine gewaltige Lücke.
Die deutsche Sicherheitspolitik sollte sich zunächst auf das Wesentliche konzentrieren: die Modernisierung der eigenen Streitkräfte, die Erfüllung bestehender NATO-Verpflichtungen und die Sicherung der eigenen Grenzen. Erst wenn diese Hausaufgaben erledigt sind, kann man ernsthaft über arktische Abenteuer nachdenken. Alles andere ist Symbolpolitik, die weder die Bundeswehr stärkt noch die europäische Sicherheit verbessert – sondern lediglich von den eigentlichen Problemen ablenkt.
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