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21.07.2026
10:37 Uhr

Rheinwasser statt Rohstoff: Wie NRW seine letzte Energiereserve unter Wasser setzt

Rheinwasser statt Rohstoff: Wie NRW seine letzte Energiereserve unter Wasser setzt

In Dormagen-Rheinfeld wird gerade Geschichte betoniert – und zwar auf eine Weise, die künftige Generationen fassungslos zurücklassen dürfte. Der Energiekonzern RWE hat den symbolischen Grundstein für ein Pumpbauwerk gelegt, das eines Tages 340 Millionen Kubikmeter Rheinwasser jährlich in die stillgelegten Tagebaue Hambach und Garzweiler drücken soll. Klingt harmlos? Ist es keineswegs. Denn was hier entsteht, ist nichts anderes als der technische Hebel, mit dem eine der wertvollsten Energiereserven Deutschlands für Jahrzehnte, wenn nicht für immer, unzugänglich gemacht wird.

Ein 45-Kilometer-Rohrsystem fĂĽr die Selbstentmachtung

Hinter dem Rheindeich wächst derzeit eine gewaltige Baugrube für den unterirdischen Pumpenkeller. Von dort aus soll ein rund 45 Kilometer langes Leitungssystem zu den ehemaligen Tagebauen führen. Bis zu 18 Pumpen sollen dereinst jeweils einen Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit mehr als zehn bar durch drei Rohrstränge pressen. Abhängig vom Rheinpegel dürfen insgesamt bis zu 18 Kubikmeter pro Sekunde entnommen werden – RWE nennt als Obergrenze ein Prozent des jeweiligen Rheinabflusses.

Der Zeitplan liest sich wie ein Countdown des industriellen Rückzugs: Anfang 2027 sollen Entnahmebauwerk und Deichunterquerung folgen, Mitte 2027 der Rohbau. Ab 2030 soll die Anlage Rheinwasser nach Hambach fördern, ab 2036 auch nach Garzweiler. Vierzig Jahre lang, so der Traum, soll das Wasser fließen und Seen füllen, wo einst der Reichtum aus dem Boden geholt wurde.

Wenn Politiker von Promenaden und Cafés träumen

Man höre und staune, wie die Verantwortlichen ihre Vision besingen. Ein RWE-Vorstandsmitglied bezeichnete das Projekt als „Taktgeber eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für das Rheinische Revier". Die zuständige CDU-Landrätin des Rhein-Kreises Neuss will das Vorhaben begleiten – mit dem Ziel, „die Chancen einer neuen Seenlandschaft" zu nutzen. Man schwärmt von Wasserspielen, Promenaden und Cafés.

Von Arbeit, von Wertschöpfung, von industrieller Substanz ist in diesen verklärten Gedankengängen nicht mehr die Rede. Und von Energie? Schon gleich gar nicht. Als könnte man ein Volk mit Seepromenaden heizen und mit Freizeitlandschaften eine Industrie am Leben halten.

Es könnte das teuerste und dauerhafteste Denkmal des deutschen Kohleausstiegs werden – ein steinernes Mahnmal politischer Verblendung.

Eine Energiereserve für 75 Jahre – einfach abgesoffen

Was hier flutartig unter Wasser gesetzt wird, ist keine Kleinigkeit. Unter der Erdoberfläche lagern noch immer Braunkohlevorräte, mit denen drei der modernsten Braunkohlekraftwerke der Welt mindestens 75 weitere Jahre lang betrieben werden könnten. Sieben Jahrzehnte gesicherte, heimische, wetterunabhängige Energie – weggespült durch ideologisch getriebene Politik.

Zwar werden die Vorräte durch die Flutung nicht buchstäblich „für immer" vernichtet, wie es sich die Landesregierung um den CDU-Ministerpräsidenten und seine grüne Wirtschaftsministerin offenbar erträumt. Doch praktisch und wirtschaftlich werden sie für sehr lange Zeit unerreichbar. Ein späterer Abbau erforderte die Entleerung der Seen, eine erneute Grundwasserabsenkung, die Sicherung der Böschungen und den Rückbau der gesamten Landschaft. Wer glaubt ernsthaft, dass eine künftige Regierung diesen Kraftakt stemmen würde?

Der Preis der Koalitionsräson

Bemerkenswert ist der politische Ursprung dieses Vorhabens. Die Flutung sei, so die Berichterstattung, eine Bedingung der grünen Wirtschaftsministerin für die Koalition mit der CDU gewesen. Und der Ministerpräsident habe zu allem Ja und Amen gesagt – bloß um an die Macht zu kommen. Ein Deal auf dem Rücken kommender Generationen, für die man eine ganze energiepolitische Option beerdigt. Während Deutschland Kraftwerke abschaltet, teuren Strom importiert und seine Industrie unter explodierenden Energiepreisen ächzt.

Die pikanten Details, die niemand hören will

Doch selbst wenn man den ideologischen Grundgedanken für einen Moment beiseitelässt: Das Projekt strotzt vor ungeklärten Fragen. Die Bezirksregierung Arnsberg hat zwar Ende Januar 2026 den Rahmenbetriebsplan zugelassen und für sofort vollziehbar erklärt. Doch die wasserrechtliche Genehmigung für Herstellung, Befüllung und Betrieb der Tagebauseen? Bleibt weiteren Verfahren vorbehalten. Die Infrastruktur entsteht also bereits, während wesentliche Bedingungen noch nicht einmal feststehen. Kritiker sprechen völlig zu Recht von „Salami-Taktik".

Und dann wäre da noch die Wasserqualität. Die Entnahmestelle liegt ausgerechnet unterhalb großer Chemie- und Industriestandorte. Amtliche Unterlagen nennen ausdrücklich Mikroplastik, PFAS und weitere Belastungen. Das Pumpwerk hält bislang vor allem größere Schwebstoffe zurück – ob eine mechanische Reinigung genügt, ob teure Aufbereitungsanlagen nötig werden, welche Grenzwerte gelten: alles offen. Mit erheblichen Folgen für Kosten und Sicherheit.

Die absurdeste Pointe: Strom fĂĽr die Flutung

Es gibt in dieser ganzen Geschichte eine Ironie, die man sich kaum ausdenken könnte. Ausgerechnet das Projekt, das einen heimischen Energieträger endgültig begräbt, benötigt selbst jahrzehntelang gewaltige Strommengen. Aus Fördermenge und Druck ergibt sich eine hydraulische Leistung von mindestens 18 Megawatt. Bei 340 Millionen Kubikmetern Jahresmenge wären für diese Druckstufe physikalisch mindestens rund 94 Gigawattstunden nötig – und das ohne Nebenaggregate und mögliche Wasseraufbereitung.

Woher soll dieser Strom kommen, wenn die zuverlässigen Kraftwerke abgeschaltet und Wind wie Sonne bekanntlich launische Lieferanten sind? Womöglich scheitert das ganze Vorhaben am Ende an genau jenem Mangel, den es selbst mitverursacht hat. Man könnte darüber lachen, wäre es nicht so bitterernst.

Eine Zeitkapsel fĂĽr die Nachwelt

Immerhin haben die Verantwortlichen an die Geschichtsschreibung gedacht: In den Grundstein wurde eine Zeitkapsel mit Urkunde, Tageszeitung und Münzen eingelassen. So können spätere Generationen dereinst nachlesen, wer jene Verantwortlichen waren, die eine sichere Energieversorgung leichtfertig in die Fluten warfen. Ein Denkmal der Selbstzerstörung – schön dokumentiert.

Was der BĂĽrger daraus lernen sollte

Diese Episode ist mehr als ein regionales Bauprojekt. Sie ist ein Sinnbild für den Zustand eines Landes, das seine industrielle Basis mutwillig demontiert und dabei glaubt, mit Seenlandschaften und Freizeitträumen den Wohlstand halten zu können. Wer den Wert von Sicherheit, von Substanz, von realen Gütern verstanden hat, zieht daraus seine Konsequenzen – auch für das eigene Vermögen.

Denn während politische Entscheidungsträger buchstäblich Werte versenken, suchen kluge Sparer nach dem, was durch keine Ideologie geflutet werden kann. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker in Zeiten, in denen Papierversprechen und politische Zusagen an Wert verlieren. Als solider Baustein eines breit gestreuten Vermögens bieten sie das, was der Rheinwasser-Wahnsinn im Revier gerade zunichtemacht: dauerhafte Sicherheit, unabhängig von der Tagespolitik.

Hinweis: Der vorstehende Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Anlage- noch Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Bitte konsultieren Sie im Bedarfsfall einen unabhängigen Fach-, Rechts- oder Steuerberater.

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