
Sabotage am Fels: Kickl-Route zerstört – Täter kommt mit 100 Euro davon!

Er entfernte Sicherungen aus einer Felswand in der Steiermark und nahm damit in Kauf, dass Menschen in die Tiefe stürzen. Ein 26-jähriger Deutscher hat gestanden, die Kletterroute von FPÖ-Chef Herbert Kickl am Hochschwab sabotiert zu haben. Am Bezirksgericht Bruck an der Mur endete das Verfahren jetzt ohne Urteil. Er zahlt 100 Euro und muss 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Ein Bekennerschreiben mit Kampfansage
Die Vorgeschichte reicht ins Jahr 2020 zurück. Damals erschloss Kickl, der in seiner Freizeit leidenschaftlich klettert, zusammen mit zwei Bergkameraden die Route „Geheimer Schwob“ am Ausweichkogel in der Hochschwab-Gruppe. Bohrhaken im Fels sollten jedem, der die Wand durchsteigt, Halt geben.
Im Frühjahr 2025 fehlten sie plötzlich. Laut Medienberichten verschwanden 37 Laschen, Bohranker wurden beschädigt. Kurz danach tauchte auf der als linksextrem geltenden Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben auf. Darin war davon die Rede, man wolle
„Faschisten aus dem Gebirge jagen“.
Begründet wurde das so: Von rechter Seite werde versucht, die Berge zu vereinnahmen, um den Nationalstaat Österreich zu romantisieren. Kickl stelle sich auf großer Bühne als Extremsportler und Kletterer dar. Medienberichten zufolge soll Kickl die Route allerdings nie öffentlich für sich inszeniert haben.
Lebensgefahr für jeden, der einsteigt
Was nach einem „symbolischen“ Protest klingen mag, ist im Hochgebirge brandgefährlich. Kletterer verlassen sich blind darauf, dass eingerichtete Routen abgesichert sind. Fehlt ein Haken, kann ein Sturz, der sonst glimpflich ausgeht, tödlich enden. Nach Darstellung in den Berichten wertete auch die österreichische Polizei die Tat als Gefährdung von Kletterern und nicht als politische Meinungsäußerung.
Der FPÖ-Abgeordnete Sebastian Schwaighofer warnte schon damals, wer arglos in die Route einsteige und dann merke, dass wichtige Sicherungspunkte fehlen, gerate in akute Lebensgefahr. Man nehme bewusst schwere Unfälle oder sogar Todesfälle in Kauf.
Getroffen hätte es übrigens kaum den Politiker selbst, sondern irgendeinen Bergsteiger, der mit der ganzen Sache nichts zu tun hat.
Diversion statt Urteil: Ein mildes Ende
Ermittelt wurde zunächst gegen drei Verdächtige, angeklagt wurde am Ende nur einer: ein in Tirol lebender Student aus Deutschland. Vorgeworfen wurden ihm Diebstahl und Sachbeschädigung. Vor Gericht gestand er die Tat und erklärte laut Berichten, er habe aus politischen Motiven gehandelt.
Weil er geständig war, bot ihm das Gericht eine sogenannte Diversion an. Im österreichischen Strafrecht bedeutet das, dass das Verfahren unter Auflagen eingestellt wird. Es gibt keinen Schuldspruch und keine Vorstrafe. Der Richter schlug vor, die Sozialstunden beim Alpenverein abzuleisten, etwa beim Instandsetzen von Wegen. Das ist zumindest eine gewisse Ironie.
Ein fatales Signal?
Rechtlich mag die Lösung vertretbar sein. Sie hinterlässt trotzdem einen schalen Beigeschmack. Für 100 Euro und ein paar Wochenenden im Arbeitseinsatz kommt davon, wer Menschenleben gefährdet und das auch noch als Kampf gegen rechts verkauft. Kritiker dürften sich fragen, wie die Justiz und große Teile der Medien reagiert hätten, wenn die politischen Vorzeichen umgekehrt gewesen wären.
Bezeichnend ist auch, wie in Teilen der deutschen Presse über den Fall diskutiert wurde: Ein großes Nachrichtenmagazin fragte allen Ernstes, ob es sich um „Widerstand gegen rechts“ oder um eine Gefährdung von Kletterern handle. Dass man diese Frage überhaupt stellt, zeigt, wie sehr politische Gesinnung inzwischen den Blick auf eindeutige Taten verzerrt. Der Berg kennt diese Unterscheidung nicht. Ob ein fehlender Haken einen Linken oder einen Rechten in den Tod reißt, ist der Felswand egal.
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