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22.05.2026
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Sachsens politisches Erdbeben: Selbst die treuesten CDU-Wähler kehren Kretschmer den Rücken

Sachsens politisches Erdbeben: Selbst die treuesten CDU-Wähler kehren Kretschmer den Rücken

Was sich derzeit im Freistaat Sachsen abspielt, dürfte in den Parteizentralen von CDU und SPD für schlaflose Nächte sorgen. Eine aktuelle Insa-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenportals Nius offenbart ein Debakel historischen Ausmaßes für die einst stolze sächsische Union: In keiner einzigen Altersgruppe liegt die CDU noch vor der AfD. Selbst bei den über 70-Jährigen – traditionell das letzte Bollwerk der Christdemokraten – muss sich die Partei von Ministerpräsident Michael Kretschmer geschlagen geben.

Die alte Garde wendet sich ab

Mit 33,1 Prozent erzielt die CDU zwar bei den Senioren ihren stärksten Wert, doch reicht das nicht einmal mehr für Platz eins. Die AfD unter Jörg Urban liegt einen Prozentpunkt davor. Wer die deutsche Parteienlandschaft auch nur ansatzweise kennt, der weiß, was das bedeutet: Die Generation, die jahrzehntelang treu schwarz wählte, die mit Kurt Biedenkopfs Aufbauleistung im Osten Großes erlebte, hat das Vertrauen in die heutige Union verloren. Und das hat Gründe.

Bei der Jugend ein Totalausfall

Besonders bitter dürfte für Kretschmer der Blick auf die jüngste Wählergruppe sein. Bei den 18- bis 29-Jährigen kommt die CDU auf magere 9,6 Prozent – Platz drei hinter der AfD mit grandiosen 42,8 Prozent und sogar hinter der Linkspartei mit 17,4 Prozent. Die Union ist bei der nächsten Generation faktisch nicht mehr existent. Wer junge Menschen verliert, verliert die Zukunft. So einfach ist die politische Mathematik.

In den mittleren Altersgruppen sieht es kaum besser aus: Werte zwischen 12,3 und 20,2 Prozent stehen astronomischen AfD-Zustimmungswerten gegenüber. Bei den 60- bis 69-Jährigen erreicht die AfD sogar satte 49,4 Prozent – die nächste 50-Prozent-Marke ist nicht mehr weit entfernt. Die 30- bis 39-Jährigen liegen mit 45,5 Prozent ähnlich hoch, die 50- bis 59-Jährigen bei 44 Prozent.

Vom Wahlsieger zum Halbierten

Der Vergleich mit dem Wahlergebnis von 2024 ist für die Union niederschmetternd. Damals lag die CDU mit 31,9 Prozent noch knapp vor der AfD, die 30,6 Prozent erzielte. Heute käme die Union laut Insa nur noch auf 21 Prozent – exakt die Hälfte des AfD-Stimmenanteils von 42 Prozent. Damit ist Sachsen nach Sachsen-Anhalt der zweite Landesverband, in dem die AfD die magische 40-Prozent-Marke geknackt hat.

Die SPD, mit der Kretschmer ein wackeliges Minderheitskabinett zimmerte, dümpelt bei sechs Prozent. Die Grünen ebenso. Die Linke käme auf neun Prozent, das BSW auf sieben. Mathematisch wird die Lage absurd: Um eine Regierung gegen die AfD zu bilden, müssten sich nahezu sämtliche anderen Parteien zusammenrotten – ein Konstrukt, das in der Praxis kaum funktionsfähig wäre und den Wählerwillen mit Füßen treten würde.

Die Quittung für eine entkernte Volkspartei

Wer sich fragt, wie es zu diesem Absturz kommen konnte, muss nur einen Blick auf die Berliner Bühne werfen. Eine Union, die unter Friedrich Merz vor der Wahl das Blaue vom Himmel versprach – keine neuen Schulden, klare Migrationswende, wirtschaftliche Vernunft – und nach der Wahl ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchwinkte sowie die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schrieb, darf sich über schwindendes Vertrauen nicht wundern. Die Bürger haben ein bemerkenswert gutes Gedächtnis.

Dass die sächsische CDU unter Kretschmer ohne stabile Mehrheit regiert, auf die Duldung von Linken und Grünen angewiesen ist und gleichzeitig die größte Oppositionspartei wie einen Aussätzigen behandelt, kommt im Land der Aufrechten offenbar nicht gut an. Die Sachsen haben in ihrer jüngeren Geschichte gelernt, was politische Bevormundung bedeutet. Sie lassen sich nicht zweimal vorschreiben, wen sie zu wählen haben.

Was sagt uns das?

Die Zahlen aus Sachsen sind weit mehr als eine Momentaufnahme einer x-beliebigen Umfrage. Sie sind ein politisches Erdbeben mit Signalwirkung für die gesamte Republik. Eine Volkspartei, die in keiner Altersgruppe mehr vorne liegt, hat ihre Existenzberechtigung als Volkspartei verloren. Die Union steht vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder sie besinnt sich auf jene Werte, mit denen sie einst Wahlen gewann – oder sie wird zur Splitterpartei mit Kanzlerschaft auf Abruf.

Für die Bürger bedeutet die politische Instabilität vor allem eines: Unsicherheit. Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft, über die Sicherheitslage, über die eigene Altersvorsorge. Wer in solchen Zeiten klug ist, verlässt sich nicht allein auf das Versprechen politischer Akteure. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch in Phasen politischer Turbulenzen ihren Wert behalten – ein Anker in stürmischen Gewässern, den keine Bundestagsmehrheit und kein Koalitionsbruch entwerten kann.

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