
Saudi-Öl bleibt aus: Europas Diesel-Schock trifft jetzt jeden Tank!

Riad dreht Europa den Hahn zu: Nach dem Drohnenangriff auf die saudische Ost-West-Pipeline hat das Königreich mehreren europäischen Raffinerien mitgeteilt, dass ihre für September geladenen Rohöl-Ladungen gestrichen werden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Brent notiert rund 105 Dollar je Barrel – und an deutschen Tankstellen fallen Rekorde im Tagesrhythmus.
Eine Pipeline für sieben Millionen Barrel – jetzt ausgebrannt
Die Ost-West-Pipeline ist Saudi-Arabiens Notausgang. Sie kann bis zu sieben Millionen Barrel täglich von den Ölfeldern am Persischen Golf quer über die Halbinsel nach Yanbu am Roten Meer pumpen – vorbei an der Straße von Hormus, dem gefährlichsten Nadelöhr der Weltwirtschaft.
Genau dieser Umweg ist vorerst dicht. Hochauflösende Satellitenbilder eines geospatialen Analysedienstes sollen zeigen, dass die Pumpstation vollständig ausgebrannt ist und ausgetretenes Rohöl sich in der Wüste gesammelt hat. US-Energieminister Chris Wright erklärte im Fernsehen, die Leitung werde „very soon“ wieder laufen – einen Termin nannte er nicht. AP News berichtete von drei bis fünf Wochen.
Marine als Öl-Eskorte: Alles drängt nach Hormus
Bleibt nur der riskante Weg durchs Nadelöhr. Wright sagte am Montag, die US-Marine eskortiere eine große Zahl von Schiffen durch den omanischen Korridor. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Quellen, Riad habe die Transits durch Hormus bereits hochgefahren; bestätigt hat das Königreich dies nicht.
Die Rechnung ist ernüchternd: Anfang September lagen die saudischen Exporte bei rund vier Millionen Barrel pro Tag, davon etwa eine Million über Hormus, der Rest über Yanbu. Selbst mit Marineschutz fehlt es an Tankern – die Frachtraten vom saudischen Golf nach China überschritten zuletzt eine Million Dollar pro Fahrt.
Die Pipeline habe eine wichtige Rolle beim Umleiten von Öl weg von der Straße von Hormus gespielt, ihre Schließung werde die Ölpreise auf absehbare Zeit stützen – so die Einschätzung eines UBS-Energieexperten gegenüber Kunden.
Zwei Euro vierzig – und die Politik entdeckt die Entlastung
Beim Diesel sitzt der Schock am tiefsten. Die Crack-Spreads in den USA liegen laut Marktdaten bei etwa 110 Dollar je Barrel, weltweit fehlen Raffineriekapazitäten. Ein CNBC-Journalist verwies auf X darauf, dass Europäer je nach Region umgerechnet neun bis elf Dollar pro Gallone Diesel zahlten – ein Preisniveau, das Amerikanern wie Science-Fiction erscheint.
Der ADAC meldete Medienberichten zufolge zuletzt Durchschnittspreise von rund 2,27 Euro für E10 und etwa 2,40 Euro für Diesel. Parallel klettert der Gaspreis: Der europäische TTF-Kontrakt notiert um 80 Euro je Megawattstunde – rund ein Drittel mehr als vor einem Monat und laut Marktberichten der höchste Stand seit Dezember 2022. Die Speicher sind für die Jahreszeit dünn gefüllt.
Kanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, Details fehlen. Aus Sicht unserer Redaktion offenbart die Krise vor allem eines: Wer Grundlastkraftwerke abschaltet, Raffineriekapazitäten verliert und Energie über Steuern und Abgaben künstlich teuer macht, hat gegen geopolitische Schocks keinen Puffer mehr. Der Bürger zahlt die Zeche an der Zapfsäule.
Warum Sachwerte jetzt wieder im Blick stehen
Energiepreisschocks sind historisch der Zündfunke für Inflationswellen – 1973 und 1979 lassen sich nachlesen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich in solchen Phasen als solider Baustein zur Vermögenssicherung bewährt und können ein breit gestreutes Portfolio sinnvoll ergänzen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere redaktionelle Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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