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09.10.2026
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Schulden-Beben in Paris: Ist Frankreich zu groß für jede Rettung?

Schulden-Beben in Paris: Ist Frankreich zu groß für jede Rettung?
Symbolbild: KI-generiert

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wankt. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman warnt, Frankreich habe sich womöglich auf einen Weg begeben, auf dem selbst die Europäische Zentralbank das Land nicht mehr retten könne. Gleichzeitig ringt Premierminister Sébastien Lecornu um einen umkämpften Haushalt für 2027, und auf den Straßen protestieren die Studenten.

Vom „Too big to fail“ zum „Too big to save“

In einem Blogbeitrag auf Substack schreibt Krugman, Frankreich bewege sich auf einem „fiskalisch nicht nachhaltigen Pfad“. Die Zinslast steige, die hohen Defizite trieben die Schuldenquote weiter nach oben. Als Kernproblem nennt der Ökonom das vergleichsweise niedrige Rentenalter in einer alternden Gesellschaft.

Seine Diagnose fällt düster aus. Frankreich habe möglicherweise die Grenze von „zu groß zum Scheitern“ zu „zu groß zum Retten“ überschritten. Eine französische Krise würde Europa nach seiner Einschätzung tief spalten.

Den Ablauf einer solchen Krise beschreibt Krugman so: Zuerst kaufen Investoren keine Staatsanleihen mehr. Dann wächst die Angst vor einer Pleite, Kapital flieht, die Zinsen steigen weiter. Ein Teufelskreis. Diesen Film habe man zwischen 2009 und 2012 schon einmal gesehen, in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien.

Warum Draghis Zauberwort diesmal versagen könnte

Im Sommer 2012 beruhigte der damalige EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte mit seinem berühmten Versprechen, alles Nötige zu tun, „whatever it takes“. Laut Krugman funktionierte das vor allem deshalb, weil die Südeuropäer gleichzeitig hart sparten.

Paris dagegen entferne sich eher noch von solider Haushaltsführung. Eine Rettung wäre deshalb „extrem teuer“ und politisch hoch umstritten. Man kann es auch deutlicher sagen: Wer jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebt, darf sich über misstrauische Gläubiger nicht wundern.

Trichet: Der Ball liegt in Paris

Auch der frühere EZB-Chef Jean-Claude Trichet, der die Notenbank von 2004 bis 2011 führte, wurde im Gespräch mit CNBC deutlich. Nun seien Regierung und Parlament in Paris am Zug, und sie hätten harte Arbeit vor sich. Zwar gebe es im Ernstfall viele bewährte Instrumente. Dazu zählen der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM und das 2022 geschaffene, bislang nie eingesetzte Transmission Protection Instrument (TPI) der EZB.

Doch dafür müsste Frankreich selbst um Hilfe bitten. Das ist nach offizieller Darstellung bislang nicht nötig. Trichet appellierte an alle politischen Lager, sich trotz des anlaufenden Präsidentschaftswahlkampfs verantwortungsvoll zu verhalten. Seine Lehre aus der Euro-Krise:

„Man muss sich zuerst selbst helfen, denn wir können nicht gewinnen, wenn man nicht selbst die Marktteilnehmer, Investoren und Sparer davon überzeugt, dass man glaubwürdig ist.“

Sparen unter Protest

Wie schwer das wird, zeigt der Haushaltsentwurf für 2027. Je nach Berechnung beziffern Medienberichte die geplanten Einsparungen auf 43 bis 54 Milliarden Euro. Das Defizit soll von rund 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 auf fünf Prozent sinken. Ohne Gegenmaßnahmen drohten Berichten zufolge 6,5 Prozent. Die Schuldenquote soll trotzdem auf über 121 Prozent steigen. Eine eigene Mehrheit im Parlament hat die Regierung nicht.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Für Deutschland ist das alles andere als eine ferne Nachricht aus dem Nachbarland. Die Bundesrepublik ist größter Anteilseigner der EZB und haftet über Rettungsmechanismen wie den ESM mit. Jede Rettung in Paris könnte am Ende auch deutsche Steuerzahler und Sparer treffen, sei es direkt oder über eine schleichende Geldentwertung. Dabei häuft Berlin mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerade selbst neue Schulden an.

Die Euro-Krise hat gezeigt, wie schnell Vertrauen in Staatsanleihen und Papierwährungen verloren gehen kann. Physisches Gold und Silber hängen nicht vom Zahlungsversprechen eines Staates ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb eine sinnvolle Absicherung gegen solche Szenarien sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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