
Schüsse vor der Polizeiwache: Berlins Bandenkrieg kennt keine Grenzen!

Gegen 2 Uhr in der Nacht zu Montag fallen in Berlin-Moabit Schüsse, und zwar direkt vor dem Polizeiabschnitt 27 an der Perleberger Straße. Aus einem fahrenden Auto heraus wird ein Mann ins Bein getroffen. Die Ermittler prüfen Medienberichten zufolge, ob die Tat mit einer blutigen Massenschlägerei rivalisierender türkischer Gruppen in Wedding zusammenhängt.
Drive-by-Shooting vor den Augen des Staates
Man muss sich diese Szene vorstellen. Auf der einen Straßenseite liegt eine Polizeiwache, auf der anderen bricht ein Mann in seinem eigenen Blut zusammen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll das Projektil eine Arterie nur knapp verfehlt haben. Eine weitere Kugel schlug in eine geparkte Mercedes-E-Klasse ein, genau gegenüber dem Eingang der Wache.
Der Schütze soll bisherigen Erkenntnissen zufolge mehrfach aus einem älteren grauen Wagen gefeuert haben. Wie viele Schüsse genau fielen, ist noch offen. Gesichert wurde bislang mindestens ein Projektil.
Besonders bitter: Bemerkt haben die Beamten den Angriff offenbar erst, als der Bruder den Verletzten zu ihnen in die Wache schleppte. Unter Polizeibegleitung kam der Mann danach in eine Notaufnahme, wo er operiert werden musste. Kriminaltechniker sicherten bis in die Morgenstunden Spuren, darunter eine rund 50 Meter lange Blutspur.
Vorspiel in Wedding: Messer, Teller, Schreckschüsse
Als möglicher Auslöser gilt Berichten zufolge ein Zusammenstoß am Sonntagabend kurz vor 20 Uhr. Vor dem Café und der Bar „Lambo“ in der Torfstraße in Wedding sollen mehrere Dutzend Personen aus dem Umfeld türkischer Gruppierungen aneinandergeraten sein. Durch einen Messerstich wurde dabei mindestens ein Mensch schwer verletzt. Teller, Besteck und Aschenbecher sollen als Wurfgeschosse gedient haben.
Ein Beteiligter soll außerdem zahlreiche Schüsse abgegeben haben, vermutlich mit einer Schreckschusswaffe. Teilweise soll er noch geschossen haben, als die Polizei bereits in der Nähe war. Nun prüfen die Ermittler, ob die Schüsse in Moabit zu derselben Auseinandersetzung gehörten oder ein späterer Racheakt waren. Unklar ist auch, warum sich das Opfer überhaupt vor der Wache aufhielt. Eine Berliner Zeitung sprach sogar von einem möglichen Zufallsopfer. Bestätigt ist das bislang nicht.
„Eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann“
Polizeisprecher Stefan Petersen schilderte am Tatort nüchtern, was passiert war. Weil die Tat direkt vor dem Abschnitt geschah, seien die Kräfte schnell bei dem Mann gewesen und hätten ihn erstversorgen können. Deutlicher wurde Stephan Weh, Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP):
„Die fortschreitende Entwicklung ist besorgniserregend. Dass hier jemand einen Menschen direkt vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niederschießt, zeigt eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann.“
Weh warnte, die Szene sei inzwischen durchgehend bewaffnet. International agierende Banden sähen Berlin als „Biotop“, in dem man mit Waffengewalt neue Geschäftsfelder abstecken könne. Er fordert mehr Personal, bessere Technik und schärfere Gesetze gegen illegale Waffen.
Wenn der Rechtsstaat nur noch Spuren sichert
Aus Sicht unserer Redaktion ist dieser Fall ein Symptom, kein Ausrutscher. Die Polizeiliche Kriminalstatistik meldet bundesweit Rekordwerte, auch Messerangriffe nehmen deutlich zu. Über Jahre haben Politiker die Parallelstrukturen krimineller Milieus unterschätzt, kleingeredet oder mit Integrationsprosa überdeckt. Wenn jetzt schon vor einer Polizeiwache geschossen wird, hat die Abschreckung offensichtlich versagt.
Ausgerechnet in dieser Lage beschäftigt sich ein Teil der politischen Linken lieber damit, die Polizei selbst anzuprangern. Die Berliner Linksjugend bezeichnete die Beamten in einem Instagram-Post als das „wahre Clan-Problem“ der Hauptstadt. Weh verlangt dafür eine klare Entschuldigung.
Die Bürger dieser Stadt brauchen etwas anderes: einen Staat, der seine Straßen zurückholt. Dazu gehören konsequente Strafverfolgung, eine gut ausgestattete Polizei und eine Politik, die wieder die Sicherheit der Menschen an die erste Stelle setzt. Die Schüsse von Moabit zeigen, wie dringend das ist.
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