
Schweizer Großbank UBS: Jahrelange Geschäftsbeziehung mit Epstein-Vertrauter Maxwell enthüllt
Die Enthüllungen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein reißen nicht ab – und werfen nun erneut ein grelles Schlaglicht auf die fragwürdigen Praktiken internationaler Großbanken. Wie aus kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, unterhielt die Schweizer Großbank UBS über Jahre hinweg Konten für Ghislaine Maxwell, die engste Vertraute des verurteilten Kinderschänders.
Millionen für eine "Hochrisikokundin"
Die Dimension der Geschäftsbeziehung ist bemerkenswert: Bis zu 19 Millionen US-Dollar soll die UBS für Maxwell verwaltet haben – und das, obwohl die amerikanische Großbank JPMorgan die Britin bereits 2011 intern als "Hochrisikokundin" eingestuft und die Geschäftsbeziehung zu Epstein selbst 2014 beendet hatte. Genau in diesem Jahr, nur wenige Monate nach dem Bruch zwischen JPMorgan und Epstein, eröffnete die UBS mehrere Konten für Maxwell.
Die Frage drängt sich auf: Wie konnte eine der renommiertesten Banken der Welt eine Person als Kundin akzeptieren, deren enge Verbindung zu einem bereits verurteilten Sexualstraftäter öffentlich bekannt war? Die Antwort findet sich möglicherweise in einem E-Mail-Austausch aus dem Dezember 2013. Demnach kam der Kontakt zur UBS durch einen Partner von Soros Private Equity zustande – ein Detail, das die Verflechtungen zwischen Hochfinanz und dem Epstein-Netzwerk einmal mehr unterstreicht.
Reputationsrisiko erkannt – aber nur bei Epstein selbst
Besonders pikant erscheint die unterschiedliche Behandlung von Epstein und Maxwell durch die Schweizer Bank. Während Epstein selbst 2014 kurzzeitig eine UBS-Kreditkarte erhielt, wurde diese bereits im September desselben Jahres wegen "Reputationsrisiken" wieder gekündigt. An der Geschäftsbeziehung zu Maxwell hingegen hielt das Institut unbeirrt fest – obwohl ihre Nähe zu Epstein keineswegs ein Geheimnis war.
Die Dokumente offenbaren zudem, dass die Geschäftsbeziehung mindestens bis 2019 andauerte. Noch am 16. Juli 2019 – gerade einmal 16 Tage nach Epsteins spektakulärer Festnahme – transferierte die Bank auf Maxwells Anweisung 130.000 Dollar. Erst im August 2019, nach einer Vorladung durch eine Grand Jury, übermittelte die UBS dem FBI Informationen zu den Überweisungen.
Schweigen der Bank wirft Fragen auf
Die UBS lehnte jegliche Stellungnahme zu den Vorgängen ab. Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf ein strafrechtliches Fehlverhalten der Bank oder ihrer Berater, doch das beharrliche Schweigen des Geldhauses dürfte das Vertrauen in die Compliance-Strukturen der Großbanken kaum stärken. Wann genau die Konten geschlossen wurden, bleibt bis heute unklar.
Ghislaine Maxwell wurde 2021 wegen ihrer Rolle beim systematischen Missbrauch minderjähriger Mädchen schuldig gesprochen und verbüßt derzeit eine 20-jährige Haftstrafe. Sie galt als die zentrale Figur bei der Rekrutierung und dem Missbrauch der Opfer Epsteins.
Ein Skandal mit weitreichenden Folgen
Die Epstein-Affäre entwickelt sich zunehmend zu einem Prüfstein für das Vertrauen in westliche Institutionen. Dass eine der größten Banken der Welt jahrelang Millionenbeträge für eine Person verwaltete, die später als Mittäterin eines der größten Missbrauchsskandale der jüngeren Geschichte verurteilt wurde, wirft fundamentale Fragen auf. Wie gründlich prüfen Banken tatsächlich ihre Kunden? Und welche Rolle spielen persönliche Netzwerke und Empfehlungen aus der Finanzwelt bei der Umgehung von Compliance-Vorschriften?
Die Enthüllungen reihen sich ein in eine Serie von Skandalen, die das Vertrauen der Bürger in die Integrität von Finanzinstituten und staatlichen Institutionen nachhaltig erschüttern. In Zeiten, in denen politische und wirtschaftliche Eliten zunehmend unter Verdacht stehen, nach eigenen Regeln zu spielen, sind solche Vorgänge Wasser auf die Mühlen all jener, die an der Redlichkeit des Systems zweifeln.

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