
Schweizer Notenbank verharrt auf Gold-Status quo – während die Welt hortet

Während Zentralbanken rund um den Globus ihre Goldtresore füllen, als gäbe es kein Morgen, gibt sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) demonstrativ entspannt. Notenbankchef Martin Schlegel verkündete auf der Generalversammlung am vergangenen Freitag in Bern, dass die SNB weder gedenke, ihre Goldreserven aufzustocken, noch sie zu reduzieren. Eine Botschaft, die in Zeiten geopolitischer Verwerfungen und einer Goldhausse historischen Ausmaßes durchaus bemerkenswert anmutet.
1.040 Tonnen Gold – und kein Gramm mehr
Die Eidgenossen sitzen auf einem stattlichen Goldschatz von rund 1.040 Tonnen. Davon lagern 70 Prozent auf heimischem Boden, die übrigen 30 Prozent sind im Ausland eingelagert. Eine Aufteilung, die im Vergleich zu manch anderer westlicher Notenbank geradezu vorbildlich erscheint. Man erinnere sich an die jahrelangen Diskussionen um die deutschen Goldreserven, die in New York, London und Paris verstreut lagen – bis die Bundesbank nach erheblichem öffentlichem Druck endlich begann, einen Teil des Edelmetalls heimzuholen.
Schlegel betonte, dass das Gold im vergangenen Jahr im Portfoliokontext hervorragend abgeschnitten habe. Tatsächlich sei der Gewinn der SNB im vergangenen Jahr zu einem erheblichen Teil dem gelben Metall zu verdanken. Aus Diversifikationsgründen, so Schlegel, mache es daher durchaus Sinn, einen gewissen Anteil an Gold zu halten. Eine Erkenntnis, die in Frankfurt und Brüssel offenbar erst verspätet ankommt.
Schweizer Goldexporte explodieren
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Schweizer Goldexporte: Im März stiegen diese um satte 30 Prozent, wobei besonders die Lieferungen in das Vereinigte Königreich kräftig zulegten. Die Schweiz, traditionell das weltweite Drehkreuz des Goldhandels, beweist einmal mehr ihre zentrale Rolle in der globalen Edelmetalllogistik. Vier der größten Goldraffinerien der Welt stehen schließlich in der Eidgenossenschaft – ein Standortvorteil, von dem deutsche Politiker nur träumen können, während sie hierzulande lieber über Gendersternchen und Heizungsverbote debattieren.
Während andere kaufen, schaut die SNB zu
Der Kontrast zu anderen Notenbanken könnte kaum größer sein. China, Indien, die Türkei, Polen und zahlreiche weitere Staaten haben in den vergangenen Jahren ihre Goldreserven systematisch aufgestockt. Der World Gold Council vermeldet seit Monaten Rekordkäufe der Zentralbanken. Der Hintergrund ist offensichtlich: In einer Welt, in der Sanktionen zur Waffe geworden sind, in der Devisenreserven über Nacht eingefroren werden können und das Vertrauen in das Fiat-Geldsystem zunehmend bröckelt, suchen souveräne Akteure nach einem Anker, der außerhalb politischer Willkür liegt.
Die SNB jedoch verharrt im Status quo. Ob diese Strategie sich als weise oder fahrlässig erweisen wird, dürfte die Geschichte zeigen. Klar ist: Mit 1.040 Tonnen ist die Schweiz pro Kopf bereits jetzt eine der goldreichsten Nationen der Welt – ein Polster, das beruhigt, während andernorts die Schuldenberge ins Astronomische wachsen.
Was Anleger daraus lernen können
Die Botschaft aus Bern ist trotz aller Zurückhaltung eindeutig: Selbst eine konservative, traditionsbewusste Notenbank wie die SNB bekennt sich offen zur Bedeutung von Gold als Diversifikationsbaustein. Der Notenbankchef höchstpersönlich bestätigt, dass das Edelmetall im vergangenen Jahr maßgeblich zum Gewinn beigetragen habe. Was für die Bilanzen einer Zentralbank gilt, dürfte für das Vermögen des privaten Sparers umso mehr Geltung haben. Gerade in Zeiten, in denen die deutsche Bundesregierung ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durch das Parlament peitscht und die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schreibt, gewinnt physisches Gold als Schutz vor staatlich induzierter Geldentwertung an Bedeutung. Wer sein Vermögen breit aufstellt, kommt an einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle kaum vorbei.
Hinweis: Die Kettner Edelmetalle Redaktion betreibt keine Anlageberatung. Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen ausschließlich unsere journalistische Meinung dar und ersetzen keine individuelle Beratung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden, die aus der Lektüre dieses Beitrags resultieren, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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