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Kettner Edelmetalle
24.09.2026
12:38 Uhr
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Shoppen auf Pump: Warum Deutschland in die Ratenfalle tappt

Shoppen auf Pump: Warum Deutschland in die Ratenfalle tappt
Symbolbild: KI-generiert

Erst klicken, später zahlen, und zwar häppchenweise. Laut einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox würde inzwischen rund jeder siebte Deutsche einen Onlinekauf über 1.000 Euro lieber in Raten begleichen. 2024 lag dieser Anteil noch bei etwa neun Prozent.

Im Warenkorb wirkt das wie eine harmlose Bequemlichkeit. Tatsächlich ist es ein Alarmsignal. Es zeigt nämlich, wie weit sich das Land von einer alten Tugend entfernt hat, die einmal als typisch deutsch galt: erst sparen, dann kaufen.

Abstottern wird zur Normalität

Befragt wurden nach Angaben der Auftraggeber rund 1.000 Menschen zwischen 18 und 79 Jahren. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier ordnete das Ergebnis so ein: Für immer mehr Menschen sei es mittlerweile selbstverständlich, Einkäufe im Netz über längere Zeit in Teilbeträgen abzuzahlen.

Besonders heikel ist, wer am liebsten auf Raten kauft. Fast jeder Vierte mit weniger als 2.000 Euro netto würde eine größere Anschaffung im Internet auf Pump finanzieren. Ausgerechnet diejenigen, denen am ehesten ein finanzielles Polster fehlt, greifen also am schnellsten zum Kredit. Ist das Fortschritt? Wohl kaum.

Vom Klick zum Schuldenberg

Verbraucherschützer beobachten den Trend mit Sorge. Aus vielen kleinen Beträgen könne schnell ein Schuldenberg werden, warnen sie. Wer bei mehreren Händlern gleichzeitig in Raten zahlt, verliert leicht den Überblick. Irgendwann liegt dann die erste Mahnung im Briefkasten.

Die Statistik bestätigt diese Warnungen. Laut dem Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform waren 2025 rund 5,67 Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet. Das sind 111.000 mehr als im Vorjahr und der erste deutliche Anstieg seit 2018. Überdurchschnittlich stark betroffen waren demnach junge Menschen unter 30.

Die Antwort aus Brüssel: noch mehr Paragrafen

Die Politik reagiert, wie so oft, mit neuen Regeln. Ab dem 20. November gilt ein neues Verbraucherkreditrecht, mit dem Deutschland eine EU-Richtlinie umsetzt. Kern ist eine verpflichtende Bonitätsprüfung. Künftig zählen auch Kleinkredite unter 200 Euro, zinsfreie Ratenkäufe und Zahlungsaufschübe mit bis zu drei Monaten Laufzeit als Verbraucherkredit. Der klassische Kauf auf Rechnung soll nach Angaben des Justizministeriums weitgehend ausgenommen bleiben.

Gut gemeint ist das sicher. Kritiker fragen trotzdem, ob eine Kreditwürdigkeitsprüfung für den 30-Euro-Ratenkauf das eigentliche Problem löst oder vor allem Onlinehändlern zusätzliche Pflichten beim Bezahlvorgang, in ihren AGB und in ihren Verträgen auferlegt. Eines kann keine EU-Richtlinie ersetzen: finanzielle Eigenverantwortung, die früher in Familie und Schule vermittelt wurde.

Ein Staat, der selbst auf Pump lebt

Offen ist auch, wer hier eigentlich das Vorbild sein soll. Wie sollen Bürger Maß halten lernen, wenn der Staat es selbst nicht vorlebt? Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht, finanziert über neue Kredite. Kritiker erinnern daran, dass Merz vor der Wahl solide Finanzen versprochen hatte. Die Rechnung zahlen am Ende die kommenden Generationen.

„Heute kaufen, morgen zahlen“ ist damit nicht nur im Onlineshop angekommen, sondern auch im Kanzleramt.

Sparen statt Stottern

Die Lehre ist alt, aber aktueller denn je. Wer ausgibt, bevor er das Geld verdient hat, macht sich abhängig: von Händlern, von Zahlungsdienstleistern und vom eigenen künftigen Einkommen. Wer dagegen zuerst Rücklagen bildet, gewinnt Freiheit.

Dazu gehören ein solider Notgroschen und ein breit gestreutes Vermögen. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker bewährt. Als Beimischung zur Vermögenssicherung kommen sie ohne Raten, ohne Gläubiger und ohne Bonitätsprüfung aus.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst gründlich. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.

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