
„Sondervermögen" zum Unwort des Jahres gekürt – Eine längst überfällige Entlarvung politischer Sprachakrobatik

Die sprachkritische Aktion hat gesprochen, und ihr Urteil trifft ins Schwarze: „Sondervermögen" ist das Unwort des Jahres 2025. Was für eine köstliche Ironie, dass ausgerechnet jener Begriff, mit dem die Politik Milliardenschulden als vermeintlichen Reichtum verkauft, nun offiziell als das entlarvt wird, was er ist – ein dreister Euphemismus, der den Bürger für dumm verkaufen soll.
Die Kunst der politischen Verschleierung
Die Jury aus Marburg begründete ihre Wahl mit einer Klarheit, die man sich von so manchem Politiker wünschen würde. Der Begriff verschleiere Tatsachen und unterminiere demokratische Debatten über die Notwendigkeit der Schuldenaufnahme. Eine „irreführende euphemistische" Bedeutung und „manipulative Wirkung" attestierten die Sprachwissenschaftler dem Wort. Wer hätte das gedacht?
Im alltäglichen Sprachgebrauch versteht der normale Bürger unter „Vermögen" etwas Positives – Besitz, Eigentum, Wohlstand. Doch im politischen Fachjargon bedeutet „Sondervermögen" nichts anderes als einen Nebenhaushalt, der mit Schuldenaufnahme verbunden ist. Kurz gesagt: Schulden werden als Vermögen verkauft. George Orwell hätte seine helle Freude an dieser sprachlichen Verdrehung gehabt.
500 Milliarden Euro – Ein „Vermögen" für künftige Generationen
Besonders brisant erscheint die Wahl vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz plant bekanntlich ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur. Dabei hatte der Kanzler im Wahlkampf noch versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Wie schnell sich doch politische Versprechen in Schall und Rauch auflösen, wenn man erst einmal an der Macht ist.
Diese astronomische Summe wird Generationen von Deutschen auf Jahre hinaus verpflichten, Zinsen durch Steuern und Abgaben zu finanzieren. Doch statt ehrlich von „Schulden" oder „Kreditaufnahme" zu sprechen, bedient sich die Politik lieber des wohlklingenden „Sondervermögens". Ein rhetorischer Taschenspielertrick, der nun endlich als solcher gebrandmarkt wurde.
Weitere sprachliche Entgleisungen
Auf dem zweiten Platz landete übrigens das „Zustrombegrenzungsgesetz" – ein Begriff, der Zuwanderung als bedrohliche Naturgewalt darstellt. Die Jury kritisierte die seit den 1950er Jahren gebräuchliche Wassermetaphorik in der Migrationsdebatte, die Flüchtlinge entmenschliche und ihr individuelles Schicksal ausblende.
Insgesamt gingen 2.631 Einsendungen bei der Jury ein. Unter den häufigsten Vorschlägen fanden sich auch Begriffe wie „Friedensangst", „kriegstüchtig" und „Brandmauer" – allesamt Wörter, die den politischen Diskurs des vergangenen Jahres geprägt haben.
Ein Weckruf für mehr sprachliche Ehrlichkeit
Die Kür des Unwortes sollte als Mahnung verstanden werden. Wenn Politiker beginnen, Schulden als Vermögen zu bezeichnen, Krieg als Frieden zu verkaufen und Probleme durch sprachliche Kosmetik zu kaschieren, dann ist es höchste Zeit, genauer hinzuhören. Die deutsche Sprache verdient Besseres als politische Nebelkerzen – und der deutsche Bürger verdient die Wahrheit.
Vielleicht sollten sich unsere Volksvertreter ein Beispiel an der sprachkritischen Aktion nehmen und wieder lernen, die Dinge beim Namen zu nennen. Schulden sind Schulden, nicht Vermögen. So einfach könnte politische Kommunikation sein.
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