
Spahn erwägt WM-Boykott: Wenn deutsche Politiker den Fußball zur Waffe machen wollen

Es ist ein Schauspiel, das man sich kaum ausdenken könnte: Während Deutschland wirtschaftlich am Abgrund taumelt, die Infrastruktur zerfällt und die Kriminalität neue Rekordwerte erreicht, beschäftigt sich die politische Elite ernsthaft mit der Frage, ob man die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA boykottieren sollte. Unionsfraktionschef Jens Spahn hat nun in der ZDF-Sendung „Berlin direkt" erklärt, er wolle „die nächsten Wochen abwarten" – und schließt damit einen solchen Boykott nicht mehr kategorisch aus.
Die absurde Logik der deutschen Außenpolitik
Man reibt sich verwundert die Augen. Derselbe politische Apparat, der bei der WM 2018 in Putins Russland keinerlei Bedenken hatte, der 2022 in Katar trotz massiver Menschenrechtsverletzungen fröhlich mitspielte – dieser Apparat erwägt nun ernsthaft, die Vereinigten Staaten von Amerika zu boykottieren. Wohlgemerkt: den wichtigsten Verbündeten Deutschlands, den Garanten der europäischen Sicherheit seit dem Zweiten Weltkrieg.
Der Anlass? Donald Trump hat es gewagt, über eine mögliche Übernahme Grönlands zu spekulieren. Eine Insel, die nicht einmal zu Deutschland gehört. Spahn selbst formulierte es mit einer bemerkenswerten Metapher: „Das ist wie in einer Beziehung, in der Ehe, wenn Drohungen mal so offen auf dem Tisch waren." Man fragt sich unwillkürlich, ob der CDU-Politiker vergessen hat, wie viele „Drohungen" Deutschland in den vergangenen Jahren gegenüber seinen eigenen Bürgern ausgesprochen hat.
Die Doppelmoral der Moralisten
Besonders pikant erscheint diese Debatte vor dem Hintergrund der kommenden Weltmeisterschaften. Die WM 2030 wird teilweise in Marokko stattfinden – einem Land, das seit über fünfzig Jahren die Westsahara völkerrechtswidrig besetzt hält. Die WM 2034 ist für Saudi-Arabien geplant, ein Staat, dessen Menschenrechtsbilanz jeden aufrichtigen Demokraten erschaudern lassen müsste. Doch davon hört man nichts aus Berlin.
Stattdessen echauffiert man sich über einen demokratisch gewählten US-Präsidenten, dessen Politik einem nicht gefällt. Es ist die gleiche Heuchelei, die wir bereits bei der WM in Katar erlebten, als deutsche Spieler mit zugehaltenen Mündern posierten und eine Ministerin mit Regenbogenbinde auf der Tribüne saß – während man gleichzeitig das Turnier nicht boykottierte und die Gaslieferungen aus dem Emirat dankbar entgegennahm.
Sport als politisches Druckmittel – ein gefährlicher Irrweg
Die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke hat eine unrühmliche Tradition. Man erinnere sich an die Olympia-Boykotte des Kalten Krieges, als Ost und West ihre Athleten als Geiseln ihrer ideologischen Grabenkämpfe missbrauchten. Dass ausgerechnet deutsche Politiker nun ähnliche Töne anschlagen, sollte jeden nachdenklich stimmen.
DFB-Vizepräsident Oke Göttlich, seines Zeichens auch Präsident des FC St. Pauli – eines Vereins, der für seine linke Ausrichtung bekannt ist –, hatte die Debatte ursprünglich angestoßen. Dass nun auch vermeintlich konservative Politiker wie Spahn auf diesen Zug aufspringen, zeigt, wie weit sich die Union von ihren Wurzeln entfernt hat.
Die wahren Probleme werden ignoriert
Während man in Berlin über WM-Boykotte philosophiert, brennt das Land an allen Ecken und Enden. Die Wirtschaft schrumpft, Unternehmen wandern ab, die Energiepreise explodieren, und die innere Sicherheit ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Doch statt sich diesen drängenden Problemen zu widmen, beschäftigt sich die politische Klasse mit symbolpolitischem Aktionismus.
Es ist bezeichnend, dass Spahn in seiner Stellungnahme von „Souveränität" sprach. Ausgerechnet Souveränität – ein Wort, das in der deutschen Politik seit Jahren nur noch als leere Worthülse existiert. Ein Land, das seine Energieversorgung mutwillig zerstört hat, das seine Grenzen nicht kontrolliert und das wirtschaftlich zunehmend ins Hintertreffen gerät, will nun durch einen Fußball-Boykott Stärke demonstrieren?
Ein Eigentor mit Ansage
Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen: Ein WM-Boykott würde Deutschland weit mehr schaden als den USA. Fußball ist in Amerika nach wie vor eine Randsportart, während er hierzulande quasi Staatsreligion ist. Die wirtschaftlichen Einbußen für deutsche Brauereien, Sportartikelhersteller und Medienunternehmen wären erheblich – ganz zu schweigen vom diplomatischen Flurschaden.
Doch vielleicht ist genau das der Punkt. Vielleicht geht es gar nicht um Grönland oder um Prinzipien. Vielleicht geht es nur darum, von den eigenen Versäumnissen abzulenken und dem deutschen Wähler zu suggerieren, man tue etwas Bedeutsames. Es wäre nicht das erste Mal, dass deutsche Politiker Symbolpolitik der Sacharbeit vorziehen.
Die Bürger dieses Landes haben es verdient, von Politikern regiert zu werden, die sich um die echten Probleme kümmern – nicht um solche, die mit großspurigen Gesten internationale Beziehungen gefährden, während zu Hause alles den Bach hinuntergeht. Ein WM-Boykott wäre nichts anderes als ein weiteres Eigentor in einer langen Serie politischer Fehlentscheidungen.
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