
Spannungen im Persischen Golf: USA schießen iranische Drohne ab und eskortieren Öltanker
Die geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben sich erneut verschärft. Im Arabischen Meer kam es zu mehreren Zwischenfällen, die das fragile Gleichgewicht in der strategisch bedeutsamen Region auf die Probe stellen. Ein US-Kampfjet schoss eine iranische Drohne ab, während iranische Revolutionsgarden einen amerikanischen Öltanker bedrängten.
Drohnenabschuss zur Selbstverteidigung
Nach Angaben des Pentagon näherte sich eine iranische Drohne auf aggressive Weise dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Ein Kampfflugzeug vom Typ F-35C habe daraufhin die Drohne abgeschossen, erklärte ein Militärsprecher in Washington. Der Abschuss sei zur Selbstverteidigung erfolgt, um den Flugzeugträger und seine Besatzung zu schützen.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Katherine Leavitt, betonte jedoch, dass die geplanten Atomgespräche mit dem Iran nach derzeitigem Stand weiterhin stattfinden sollen. Trumps Sonderbeauftragter Steve Witkoff wolle im Laufe der Woche mit iranischen Verantwortlichen zusammentreffen. Gleichzeitig machte Leavitt deutlich, dass der US-Präsident mehrere Optionen habe – darunter auch militärische Gewalt.
Iranische Revolutionsgarden bedrängen US-Tanker
In der Straße von Hormus ereignete sich ein weiterer Zwischenfall. Sechs kleine Kriegsschiffe der iranischen Revolutionsgarden näherten sich dem unter US-Flagge fahrenden Tanker Stena Imperative etwa 16 Seemeilen nördlich des Oman. Die britische maritime Sicherheitsfirma Vanguard Tech berichtete, dass die iranischen Schiffe den Tanker per Funk kontaktierten und den Kapitän anwiesen, die Motoren auszuschalten und sich auf eine Überprüfung vorzubereiten.
Der Tanker reagierte jedoch anders als gefordert: Er erhöhte seine Geschwindigkeit, hielt Kurs und wies darauf hin, nicht in iranische Gewässer zu fahren. Mittlerweile wird das Schiff von einem US-Kriegsschiff begleitet.
Iran dementiert Sicherheitsvorfall
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars bestritt jeglichen Sicherheitsvorfall. Das betreffende Schiff sei widerrechtlich durch die Straße von Hormus und iranische Gewässer gefahren, habe eine Warnung erhalten und die iranischen Gewässer daraufhin sofort verlassen.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird über diese Handelsroute transportiert. Ein Vertreter der Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, die Wasserstraße im Falle eines US-Angriffs zu blockieren.
Diplomatische Bemühungen laufen parallel
Trotz der militärischen Zwischenfälle setzen beide Seiten auf diplomatische Kanäle. Der iranische Präsident Masud Peseschkian beauftragte Außenminister Abbas Araghtschi mit direkten Verhandlungen mit Washington. Voraussetzung sei jedoch ein angemessenes Umfeld ohne Drohungen und unzumutbare Forderungen.
Nachbarländer in der Region betätigen sich als Vermittler. Irans Außenminister reiste vergangene Woche für Gespräche in die Türkei und sprach mit seinen Kollegen aus Ägypten und Saudi-Arabien. Auch die Regierung von Katar erklärte, die diplomatischen Anstrengungen würden sehr intensiv fortgesetzt. Washington und Teheran unterhalten seit vier Jahrzehnten keine direkten diplomatischen Beziehungen.












