
Spar-Alarm wie 2008: Energiepreise treiben Deutsche in die Deckung!

Die deutschen Verbraucher ziehen die Notbremse. Wie das Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) und die GfK am Freitag mitteilten, ist die Sparneigung im September auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gestiegen. Grund dafür seien vor allem die hohen Energiepreise. Das Konsumklima rutscht damit tief in den Keller.
Der Index stürzt ab
Die Zahlen sind deutlich. Für Oktober weist der Konsumklima-Indikator minus 30,6 Punkte aus. Das sind 3,8 Zähler weniger als im Vormonat, dessen Wert auf minus 26,8 Punkte korrigiert wurde. Nach einer Erholung sieht das nicht aus.
Am stärksten brechen die Einkommenserwartungen ein. Sie verlieren 16,7 Punkte und stehen jetzt bei minus 15,0. Schlechter war die Stimmung zuletzt im April 2026 mit minus 24,4 Punkten, kurz bevor der Tankrabatt eingeführt wurde. Die kurze Atempause, die dieser Zuschuss vom Staat verschafft hatte, scheint jetzt verpufft zu sein.
„Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden. Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft.“
So erklärt NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl die Lage.
Sparen wie zu Zeiten der Lehman-Pleite
Noch mehr sagt die Sparneigung. Sie steigt um 6,0 auf 21,5 Punkte. Zuletzt waren die Deutschen 2008 so vorsichtig, als die Finanzkrise das Weltfinanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Dass heute ähnliche Werte gemessen werden, sollte man in Berlin ernst nehmen.
Auffällig ist dabei, wer spart. Laut NIM legen vor allem Haushalte mit guter finanzieller Ausstattung zusätzlich Geld zurück. Offenbar wollen sie Kaufkraft zurückholen, die sie schon verloren haben. Wer mit wenig oder mittlerem Einkommen auskommen muss, hat diese Möglichkeit oft gar nicht mehr, denn Gas, Strom, Heizöl und Sprit fressen das Budget auf.
Anschaffungen bleiben im Keller
Die Anschaffungsneigung verliert einen Punkt und steht bei minus 10,8. Das ist knapp besser als im September 2025 mit minus 11,6 Punkten. Doch schon seit mehr als drei Jahren liegt dieser Wert immer nur um die Marke von minus zehn. Das ist keine Delle mehr. Die Deutschen haben sich an die Kaufzurückhaltung gewöhnt.
Paradox: Die Konjunktur soll anziehen
Dazu passen die Konjunkturerwartungen nicht so recht. Sie steigen zum fünften Mal in Folge, wenn auch nur um einen halben Punkt auf minus 3,4. Dazu dürften bessere Prognosen der Wirtschaftsforscher beigetragen haben. Sie rechnen für 2026 inzwischen mit einem Wachstum von 1,3 Prozent statt 0,6 Prozent wie noch im Frühjahr. Getragen werde der Aufschwung von Exporten und Industrie. Wegen der Energiepreise und struktureller Probleme bleibe er aber anfällig.
Die Bürger glauben also, dass die Wirtschaft wächst, aber nicht, dass ihnen selbst davon etwas bleibt. Kritiker sehen darin ein Zeugnis für die Politik. Aus ihrer Sicht bleiben Energiekosten, Steuern und Abgaben in Deutschland zu hoch, und nur kurz wirkende Entlastungen wie der Tankrabatt würden das Grundproblem nicht lösen. Weil der private Konsum eine wichtige Stütze der Wirtschaftsleistung ist, könnte die Sparwelle den erhofften Aufschwung bremsen.
Wohin mit dem Ersparten?
Befragt wurden vom 3. bis 14. September 2026 rund 2.000 Verbraucher im Auftrag der EU-Kommission. Die Studie misst Stimmungen, nicht die tatsächlichen Ausgaben. Trotzdem ist klar, was die Menschen umtreibt: Sie wollen ihr Vermögen vor Energiekosten, Inflation und geopolitischen Krisen schützen.
Geld auf dem Konto verliert dabei stetig an Wert. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Wertspeicher in unsicheren Zeiten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere redaktionelle Meinung sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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