
Spritpreis-Schock: Meloni streicht Kfz-Steuer – Berlin reguliert

Rom entlastet, Paris deckelt, Berlin diskutiert: Während die Kraftstoffpreise in Europa hoch bleiben, hat Italiens Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschlossen, im Jahr 2027 für Pkw mit weniger als 80 Kilowatt Leistung praktisch keine Kfz-Steuer mehr zu erheben. Nach offiziellen Angaben profitieren rund 14,5 Millionen Fahrzeuge – Autos, Motorräder und die in Italien allgegenwärtigen Motorroller.
Ein Jahr ohne „bollo auto“ – aber nur für ein Fahrzeug
Die Regelung hat Grenzen: Jeder Halter kann nur ein einziges Fahrzeug geltend machen, und die Befreiung greift automatisch beim schwächsten Motor. Zweit- und Drittwagen oder stärkere Modelle bleiben steuerpflichtig. 80 Kilowatt entsprechen etwa 110 PS – also dem klassischen Familien- und Pendlerauto.
Meloni, seit knapp vier Jahren mit ihrer Partei Fratelli d'Italia an der Regierung, nannte die Kfz-Steuer laut dem Bericht „eine der meistgehassten Steuern“ des Landes. Ihre Koalition verkauft den Beschluss als weiteren Baustein einer Reihe von Steuersenkungen, gedacht vor allem als Entlastung für Familien. Aus der linken Opposition kam der Hinweis, dass in Italien im kommenden Jahr voraussichtlich ein neues Parlament gewählt wird.
Frankreich: Der Konzern deckelt, der Staat kontrolliert
Auch Frankreich hat reagiert – ohne den Haushalt zu belasten. Medienberichten zufolge legte der Ölkonzern TotalEnergies seinen Tankstellen eine selbst gesetzte Obergrenze auf: rund 1,99 Euro je Liter Benzin, gut 2,09 Euro beim Diesel. Zusätzlich lassen die Behörden Tankstellen kontrollieren; wer Preise intransparent oder abweichend von den online kommunizierten Werten ausweist, riskiert Bußgelder von bis zu 300.000 Euro.
Hintergrund der Preiswelle ist die Zuspitzung im Nahen Osten. Seit der Eskalation um Iran und den Problemen bei der Öldurchfahrt durch die Straße von Hormus ziehen die Notierungen an – mit direkter Wirkung an jeder Zapfsäule von Palermo bis Flensburg.
Und Deutschland? Preisregeln statt Steuerentlastung
Der deutsche Weg sieht anders aus. Statt spürbarer Entlastung setzt die Bundesregierung laut Berichten vor allem auf Regulierung: Tankstellen sollen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen – Senkungen jederzeit –, dazu kommen schärfere Kartellregeln und Margenkontrollen. Eine Senkung der Mineralölsteuer um fünf Cent pro Liter ist in Planung. Aus der SPD wurde zudem die Forderung nach einer Übergewinnsteuer laut.
Fünf Cent. Zur Erinnerung: Allein die Energiesteuer schlägt bei Benzin mit rund 65 Cent pro Liter zu, obendrauf kommen CO2-Bepreisung und 19 Prozent Mehrwertsteuer – auch auf die Steuern selbst. Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Skandal an der Zapfsäule: Der größte Preistreiber sitzt nicht in Riad, sondern im Finanzministerium.
Während Rom die Steuerschraube lockert, wird in Berlin über Preistafeln und Übergewinne debattiert. Für Pendler, Handwerker und Speditionen, die jeden Cent an der Zapfsäule direkt in ihrer Kalkulation spüren, ist das ein schwacher Trost.
Energiepreise, Inflation – und der Blick aufs Ersparte
Teure Energie bleibt der klassische Treibstoff der Inflation: Sie verteuert Transport, Produktion und am Ende den Einkaufszettel. Wer sein Vermögen gegen solche Schübe absichern will, hat historisch gute Erfahrungen mit physischen Edelmetallen gemacht – Gold und Silber kennen keine Notenpresse und keine Steuererhöhung per Verordnung. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein bewährter Anker.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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