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26.10.2026
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Starlink-Krimi: Hat Kiew Musks Tempolimit selbst ausgetrickst?

Starlink-Krimi: Hat Kiew Musks Tempolimit selbst ausgetrickst?
Symbolbild: KI-generiert

Zwei Wochen lang war das Satellitennetz Starlink über der Ukraine gedrosselt, jetzt läuft es nach Angaben aus Kiew wieder mit voller Kraft. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Samstag in seiner abendlichen Videobotschaft Entwarnung. Wenige Stunden später meldete sich aber Elon Musk zu Wort, und seitdem steht ein schwerer Vorwurf im Raum: Die Ukraine habe die Regeln gebrochen.

Bremse bei 161 km/h: Drohnen stĂĽrzen ab

Laut Selenskyj waren Starlink und das militärische Paket Starshield auf rund 161 Kilometer pro Stunde begrenzt. Verteidigungsminister Jewhen Chmara zufolge halten die Terminals die Verbindung inzwischen wieder stabil bei mehr als 400 km/h.

Warum das wichtig ist: Mit schnellen Abfangdrohnen macht die ukrainische Armee Jagd auf Russlands strahlgetriebene Shahed-Drohnen. Wird das Tempolimit überschritten, reißt die Verbindung ab. Selenskyj sagte, man verliere dann die Drohne. Nach Angaben seines Beraters Serhij Beskrestnow sind seit der Nacht zum 14. Oktober mehrere Militäroperationen gescheitert.

Wer hat den Stecker gezogen? Keiner will es gewesen sein

Wer die Drosselung angeordnet hat, ist bis heute nicht geklärt. Musk schrieb zunächst, über Limits entschieden das US-Militär und am Ende der Präsident. Das Wall Street Journal berichtete dagegen unter Berufung auf US-Beamte, Musk selbst habe die Verlangsamung veranlasst. Reuters wiederum meldete, die Anweisung sei aus der Trump-Regierung gekommen.

Donald Trump, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth bestreiten, dass Washington beteiligt war. Medienberichten zufolge behauptete Trump später, Musk habe die Drosselung aufgehoben. Pikant ist der Zeitpunkt: Die Einschränkungen begannen kurz nachdem Trump Kiew kritisiert und zum Stopp der Angriffe auf russische Ölraffinerien gedrängt hatte.

Am Samstagabend legte Musk auf X nach. Das ukrainische Militär habe gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen und Starlink für offensive Drohnenangriffe eingesetzt. Dieses „Schlupfloch“ sei vergangene Woche geschlossen worden. Für Starshield sei die US-Regierung zuständig, nicht er.

Die Hacker-Theorie aus dem Netz

Kiew widersprach sofort. Beskrestnow erklärte, zivile Terminals seien ohnehin auf 70 bis 90 km/h begrenzt und funktionierten auf russischem Gebiet gar nicht. Für Angriffe über größere Distanzen sei das kommerzielle Starlink also nicht zu gebrauchen.

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich derweil eine andere Erklärung. Ein anonymer Thread auf X behauptet, Techniker an der Donbass-Front hätten GPS-Platinen in zivile Terminals eingebaut. Die Geräte hätten dadurch geglaubt, sie stünden still, obwohl sie an fliegenden Drohnen hingen. Selenskyj habe das Problem anschließend als politische Blockade dargestellt, um Trump vor den Zwischenwahlen Anfang November zu schaden.

Die Theorie wurde vielfach geteilt, unter anderem von einem als russlandfreundlich geltenden Blogger. Das russische Portal URA.RU griff sie auf und zitierte Putins Sondergesandten Kirill Dmitrijew. Belegt ist sie nicht. Der ukrainische Satellitentechniker Oleg Kutkow hält sie für falsch: Ein manipuliertes GPS-Signal setze die internen Tempokontrollen nicht einfach außer Kraft. Das zivile Limit sei vor weniger als einem Jahr in Absprache mit Kiew eingeführt worden.

Die eigentliche Lehre: gefährliche Abhängigkeit

Unstrittig ist nur eines. Musk schrieb, ohne Starlink würde die ukrainische Front „sofort zusammenbrechen“. Das sei keine Drohung, sondern eine Feststellung von Tatsachen.

Dieser Satz sollte auch in Berlin und Brüssel ankommen. Die Kriegsführung eines ganzen Landes hängt offenbar an den Entscheidungen eines einzelnen Konzerns und einer ausländischen Regierung. Das europäische Gegenstück IRIS² soll erst gegen Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein. Auf Versprechen anderer sollte man sich besser nicht verlassen, und wer sein Vermögen schützen will, setzt deshalb gern auf Werte, die man nicht per Knopfdruck abschalten kann, etwa physisches Gold und Silber.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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