
Statistik-Skandal: Wie sich Deutschland die Flüchtlings-Integration schönrechnet
Die Zahlen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Bundesagentur für Arbeit nüchtern feststellt, dass lediglich 41 Prozent der Menschen aus den acht Hauptasylländern einer Beschäftigung nachgehen, zaubert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) plötzlich eine Erfolgsquote von 68 Prozent aus dem Hut. Ein Unterschied von 27 Prozentpunkten – das ist keine statistische Unschärfe mehr, das riecht nach systematischer Schönfärberei.
Die Kunst der kreativen Zahlenakrobatik
Wie schafft es das IAB, aus einer ernüchternden Realität eine Erfolgsgeschichte zu basteln? Der Trick ist so simpel wie durchschaubar: Man nehme eine kleine Gruppe von gerade einmal 3.900 Befragten, kontaktiere sie über Ausländerbehörden und führe persönliche Interviews. Aus dieser winzigen Stichprobe wird dann eine große Erfolgsgeschichte für über eine Million Menschen hochgerechnet. Ein methodisches Kunststück, das jeden seriösen Statistiker die Haare zu Berge stehen lassen müsste.
Besonders pikant: Das IAB betrachtet nicht etwa alle Flüchtlinge, sondern pickt sich gezielt die Rosinen heraus – nämlich ausschließlich jene, die bereits 2015 nach Deutschland kamen. Diese Gruppe hat naturgemäß höhere Beschäftigungsquoten, da sie schon länger im Land ist. Die amtliche Statistik hingegen erfasst alle, auch die Neuankömmlinge, die logischerweise noch nicht arbeiten können. So vergleicht man Äpfel mit Birnen und verkauft das Ergebnis als wissenschaftliche Erkenntnis.
Ein Institut im Dienste der Politik?
Dass ausgerechnet das IAB, welches direkt zur Bundesagentur für Arbeit gehört und aus Steuergeldern finanziert wird, solche Jubelzahlen präsentiert, überrascht nur bedingt. Als Teil der SPD-geführten Sozialbürokratie scheint kritische Distanz zur Regierungspolitik ein Fremdwort zu sein. Stattdessen liefert man genau die Zahlen, die das politische Narrativ vom gelungenen "Wir schaffen das" stützen sollen.
Die unbequeme Wahrheit wird dabei elegant unter den Teppich gekehrt: Mehr als die Hälfte der geflüchteten Frauen lebt nach wie vor von Sozialleistungen. Viele der als "beschäftigt" gezählten Männer hängen in prekären Zeitarbeitsjobs oder im Niedriglohnsektor fest. Von einer echten Integration in den Arbeitsmarkt kann keine Rede sein.
Medien als willige Helfer der Schönfärberei
Was jedoch noch erschütternder ist als die statistischen Taschenspielertricks selbst, ist die kritiklose Übernahme dieser Zahlen durch die deutschen Medien. Kaum ein Blatt, kaum ein Sender, der die 68-Prozent-Erfolgsquote nicht bejubelt hätte. Die eklatante Diskrepanz zu den offiziellen BA-Zahlen? Wird bestenfalls in einer Nebenbemerkung erwähnt, meist jedoch komplett ignoriert.
Journalismus, der eigentlich als vierte Gewalt die Mächtigen kontrollieren sollte, degradiert sich zum bloßen Transmissionsriemen politischer Propaganda. Statt kritisch nachzufragen, wie eine Befragung von nicht einmal 4.000 Menschen repräsentativ für Millionen sein kann, feiert man lieber die vermeintliche Erfolgsgeschichte. So wird aus Statistik Propaganda und aus kritischem Journalismus devote Hofberichterstattung.
Die wahren Kosten der Selbsttäuschung
Diese systematische Realitätsverweigerung hat Folgen, die weit über bloße Zahlenspielereien hinausgehen. Wenn Politik und Medien gemeinsam eine Scheinwirklichkeit konstruieren, in der Probleme wegdefiniert werden, können diese Probleme auch nicht gelöst werden. Die Milliardenkosten für Sozialleistungen, die mangelnde Qualifikation vieler Zuwanderer, die kulturellen Integrationshürden – all das verschwindet nicht dadurch, dass man es statistisch schönrechnet.
Deutschland hat es also tatsächlich geschafft – allerdings nicht die Integration, sondern die Perfektionierung der Selbsttäuschung. Aus "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" ist geworden: "Erfinde dir einfach eine neue Statistik, wenn die alte nicht ins politische Konzept passt." Winston Churchill würde sich im Grabe umdrehen, George Orwell hingegen würde wissend nicken: Das Wahrheitsministerium lässt grüßen.
Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: In einem Land, in dem selbst offizielle Institute die Realität nach politischen Vorgaben zurechtbiegen und die Medien dabei willig mitspielen, wird aus Integration ein Rechenexempel und aus ehrlicher Debatte ein Propagandatheater. Die wahren Verlierer sind dabei nicht nur die Steuerzahler, die für diese Schönfärberei bezahlen müssen, sondern vor allem jene Migranten, die tatsächlich arbeiten wollen, aber in einem System gefangen sind, das lieber Erfolge vortäuscht, als echte Lösungen zu schaffen.
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