
Straße von Hormus: Macron warnt vor militärischem Abenteuer – während die Welt in die schwerste Ölkrise der Geschichte schlittert
Der Iran-Krieg eskaliert mit atemberaubender Geschwindigkeit, und Europa steht einmal mehr als hilfloser Zuschauer am Rand des Geschehens. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eine militärische Öffnung der durch den Iran blockierten Straße von Hormus als „unrealistisch" bezeichnet – eine Einschätzung, die angesichts der dramatischen Lage im Persischen Golf wie ein Eingeständnis europäischer Ohnmacht klingt.
Macrons nüchternes Kalkül aus Seoul
Während seiner Reise in die südkoreanische Hauptstadt Seoul erklärte der französische Präsident, ein militärischer Einsatz zur Freigabe der strategisch bedeutsamen Meerenge würde eine unbestimmte Zeit dauern und die Beteiligten erheblichen Gefahren aussetzen. Die Passage müsse zwar geöffnet werden, doch dies könne nur durch Verhandlungen mit dem Iran gelingen. Der erste Schritt dafür sei ein Waffenstillstand zwischen dem Iran einerseits sowie den USA und Israel andererseits.
Man mag Macron für seinen Realismus loben – oder ihn dafür kritisieren, dass er außer wohlfeilen Worten nichts anzubieten hat. Denn während der Élysée-Palast diplomatische Floskeln formuliert, bombardieren amerikanische und israelische Streitkräfte iranische Städte, sterben Zivilisten unter den Trümmern ihrer Wohnhäuser, und die Weltwirtschaft taumelt einer Energiekrise entgegen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.
Die schwerste Ölkrise aller Zeiten
Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), findet dafür drastische Worte. Die aktuelle Öl- und Gaskrise sei schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammengenommen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: schlimmer als der arabische Ölboykott, schlimmer als die iranische Revolution, schlimmer als die Verwerfungen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine – und all das gleichzeitig.
„Die Welt hat noch nie eine Unterbrechung der Energieversorgung dieses Ausmaßes erlebt."
So Birol im Interview mit der französischen Zeitung „Le Figaro". Die IEA-Mitgliedsländer hätten zwar begonnen, strategische Reserven freizugeben, doch wie lange diese reichen werden, steht in den Sternen. Besonders hart trifft es die Entwicklungsländer – aber auch Europa, Japan und Australien spüren die Folgen mit voller Wucht.
Trumps Ultimatum und Irans trotzige Antwort
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran eine Frist bis Mittwoch, 2 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, gesetzt, um die Straße von Hormus wieder freizugeben. Andernfalls wolle er Brücken und Kraftwerke in der Islamischen Republik zerstören lassen. Es ist die Art von Diplomatie mit dem Vorschlaghammer, die man von Trump kennt – und die den Konflikt weiter anzuheizen droht.
Die iranische Seite reagiert mit einer Mischung aus Trotz und Drohgebärden. Präsident Massud Peseschkian erklärte, mehr als 14 Millionen Iraner hätten ihre Bereitschaft erklärt, ihr Leben im Kampf zu opfern. Er selbst gehöre dazu. Die Revolutionsgarden gingen noch weiter und drohten mit Angriffen außerhalb der Golfregion, sollten die USA rote Linien überschreiten. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könne jahrelang unterbrochen werden, hieß es in einer Erklärung.
Gleichzeitig nannte ein hochrangiger iranischer Insider die Bedingungen Teherans für Verhandlungen: sofortige Einstellung aller Angriffe, Garantien gegen deren Wiederaufnahme, Entschädigungen für entstandene Schäden – und, man höre und staune, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Trump wies den Vorschlag als unzureichend zurück. Eine diplomatische Sackgasse, die tödliche Konsequenzen haben könnte.
Bomben auf Wohnviertel und Infrastruktur
Die Realität des Krieges zeigt sich unterdessen in den Trümmern iranischer Städte. Nahe Teheran kamen bei einem Luftangriff auf die Pendlerstadt Pardis mindestens drei Kinder ums Leben, insgesamt wurden sechs Leichen aus den Trümmern geborgen. In der Provinz Albors starben mindestens 18 Menschen bei Bombardierungen, die laut Berichten Wohngebiete trafen. Eine Synagoge in Teheran wurde bei einem israelischen Luftangriff schwer beschädigt – ein Gotteshaus, das im 20. Jahrhundert erbaut wurde und vor allem von Juden aus dem Nordosten Irans genutzt worden sei.
Systematisch wird zudem die iranische Verkehrsinfrastruktur zerstört. Eisenbahnbrücken, Autobahnen, Verkehrsknotenpunkte – die Angriffe zielen offenkundig darauf ab, das Land logistisch lahmzulegen. Der internationale Flughafen Chorramabad wurde ebenfalls attackiert. Es ist eine Strategie der totalen Zermürbung, die an die dunkelsten Kapitel moderner Kriegsführung erinnert.
Der Krieg greift über die iranischen Grenzen hinaus
Längst beschränkt sich der Konflikt nicht mehr auf iranisches Territorium. Saudi-Arabien meldete den Abschuss von 18 iranischen Drohnen und den Einschlag von sieben ballistischen Raketen in seiner Östlichen Provinz. Raketentrümmer fielen in der Nähe von Energieeinrichtungen herab. Die strategisch wichtige King-Fahd-Brücke zwischen Saudi-Arabien und Bahrain musste stundenlang gesperrt werden. Der Iran griff nach eigenen Angaben sogar eine petrochemische Anlage im saudischen Dschubail an.
In Istanbul kam es zu einem Schusswechsel vor dem israelischen Konsulat, bei dem mindestens zwei Angreifer getötet und zwei Polizisten verletzt wurden. Im nordirakischen Erbil forderten Drohnenangriffe Todesopfer. Der Großraum Tel Aviv wurde erneut mit international geächteter Streumunition beschossen. Die Eskalationsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter.
Europa zwischen Ohnmacht und Notmaßnahmen
Während die Bomben fallen, versucht Europa, die wirtschaftlichen Folgen irgendwie abzufedern. Die EU-Kommission hat ihre Öl- und Erdgas-Koordinierungsgruppen einberufen, um über die Marktauswirkungen zu beraten. Griechenland hat bereits einen „Fuel Pass" eingeführt – einen Zuschuss von bis zu 60 Euro für Kraftstoffkosten. China bremst den Anstieg der heimischen Spritpreise durch staatliche Eingriffe. In Indien führt der Mangel an Flüssiggas dazu, dass Restaurants ihren Betrieb einschränken müssen und der Verbrauch von Speiseöl und Zucker sinkt.
Und Deutschland? Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor einer Bewährungsprobe historischen Ausmaßes. Das ohnehin bereits durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen belastete Land wird die explodierenden Energiepreise mit voller Wucht zu spüren bekommen. Die Inflation, die man gerade erst halbwegs unter Kontrolle zu haben glaubte, dürfte erneut anziehen. Und die deutsche Industrie, die bereits unter den Folgen der verfehlten Energiepolitik der vergangenen Jahre ächzt, wird weitere Wettbewerbsnachteile hinnehmen müssen.
Diplomatische Bemühungen am seidenen Faden
Am Dienstag wollten Vertreter von rund 40 Staaten erneut darüber beraten, wie die Passage der Straße von Hormus nach einem Ende des Krieges abgesichert werden könnte. Die Initiative ging von der britischen Regierung aus. Bezeichnend: Die USA beteiligen sich nicht daran. Pakistan und Ägypten riefen die Konfliktparteien zur Deeskalation auf, der iranische Botschafter in Pakistan sprach von einer „kritischen, heiklen Phase" der Vermittlungsbemühungen.
Doch wer glaubt ernsthaft, dass Diplomatie noch eine Chance hat, wenn Ultimaten ablaufen, Raketen fliegen und Millionen Menschen zur Selbstaufopferung aufgerufen werden? Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, bleibt blockiert. Und mit jedem Tag, den dieser Krieg andauert, wächst die Gefahr, dass aus einer regionalen Katastrophe eine globale wird.
Gold als sicherer Hafen in Zeiten des Chaos
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Krisenwährung unverzichtbar sind. Während Aktienmärkte schwanken, Energiepreise explodieren und geopolitische Risiken die Weltwirtschaft erschüttern, bewährt sich Gold seit Jahrtausenden als Wertspeicher und sicherer Hafen. Wer sein Vermögen nicht den Launen einer zunehmend instabilen Weltordnung ausliefern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios zu betrachten. Denn wenn Papierwerte wanken, bleibt Gold bestehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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