
Straße von Hormus: Trumps Warnung an Iran und die schlimmste Energiekrise der Neuzeit
Die Welt steht vor einem energiepolitischen Albtraum, wie ihn selbst die pessimistischsten Analysten kaum für möglich gehalten hätten. Die Straße von Hormus – jene schmale Meerenge, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – ist faktisch blockiert. Hunderte Tanker liegen fest, die Ölpreise sind um rund 50 Prozent explodiert, und nun droht Iran auch noch, Mautgebühren in Kryptowährung von durchfahrenden Schiffen zu kassieren. Eine Dreistigkeit, die selbst US-Präsident Donald Trump auf die Palme bringt.
Trump macht Teheran unmissverständliche Ansage
„Es gibt Berichte, dass Iran Gebühren von Tankern verlangt, die durch die Straße von Hormus fahren", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Das sollten sie besser nicht tun, und falls doch, sollten sie sofort damit aufhören." Deutlicher kann man eine Warnung kaum formulieren. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben!", fügte der Präsident hinzu. Hamid Hosseini, Sprecher der iranischen Exporteursvereinigung für Öl, Gas und petrochemische Produkte, hatte zuvor gegenüber der Financial Times bestätigt, dass Teheran während der Waffenruhe tatsächlich Durchfahrtsgebühren in Kryptowährung erheben wolle.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Regime, das einen Krieg vom Zaun gebrochen hat, der die globale Energieversorgung in ihre schwerste Krise stürzt, will nun auch noch an der Blockade verdienen. Das ist Erpressung auf offener See – nichts anderes.
Nur ein einziges Schiff in 24 Stunden
Die Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache. Während normalerweise etwa 140 größere Schiffe pro Tag die Meerenge passieren, schaffte es in den vergangenen 24 Stunden gerade einmal ein einziges nicht-iranisches Schiff durch die Passage. Die unter Panama-Flagge fahrende „Oceana Sky" verließ den irakischen Hafen Khor Al Zubair mit Kurs auf Jordanien – und musste dabei einer von Irans Revolutionsgarden vorgeschriebenen Sonderroute durch iranische Gewässer um die Insel Larak folgen, um Seeminen in den üblichen Fahrrinnen auszuweichen.
Irans Revolutionsgarden diktieren also mittlerweile, welche Route internationale Handelsschiffe nehmen müssen. Ein Zustand, der an Piraterie erinnert und die Souveränität der internationalen Schifffahrt mit Füßen tritt.
Japan in der Bredouille – Notreserven werden angezapft
Besonders hart trifft die Krise die asiatischen Volkswirtschaften. Japan, das sage und schreibe 95 Prozent seines Öls aus der Golfregion bezieht, sieht sich gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Premierministerin Sanae Takaichi kündigte an, ab Mai zusätzliche Ölreserven im Umfang von 20 Tagen freizugeben. Bis Mai wolle man mehr als die Hälfte der Importe über Routen sichern, die die Straße von Hormus umgehen – wie genau, ließ Takaichi allerdings offen.
Immerhin: Japan soll im Mai viermal so viel US-Rohöl erhalten wie im Vorjahr. Eine Notlösung, die zeigt, wie verwundbar selbst hochentwickelte Industrienationen sind, wenn eine einzige Meerenge zum Nadelöhr wird.
Saudi-Arabien kämpft mit massiven Produktionsausfällen
Auch der größte Ölexporteur der Welt bleibt von den Folgen des Konflikts nicht verschont. Iranische Angriffe hätten die saudische Ölproduktionskapazität um rund 600.000 Barrel pro Tag reduziert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Zudem seien die Durchflussmengen der Ost-West-Pipeline zum Rotmeerhafen Yanbu um etwa 700.000 Barrel pro Tag gesunken. Saudi Aramco habe seine Kunden aufgefordert, Nominierungen für Mai-Ladungen sowohl aus Yanbu als auch aus Ras Tanura einzureichen – wobei Letzteres von der Wiedereröffnung der Meerenge abhänge.
Kuwait Petroleum Corp hat zwar Ladetermine für April bereitgestellt, doch auch diese hängen davon ab, ob die Durchfahrt wieder aufgenommen wird. Im vergangenen Monat hatte KPC bereits höhere Gewalt bei Lieferungen erklärt – ein beispielloser Vorgang.
Irans Öl fließt ungehindert – zu Premiumpreisen
Während die Welt unter der Blockade ächzt, exportiert Iran selbst munter weiter. In den vergangenen 24 Stunden verließen ein Supertanker mit einer Kapazität von zwei Millionen Barrel, ein Bunkertanker und ein kleineres Ölschiff iranische Ankerplätze. Die Ironie könnte kaum bitterer sein: Chinesische unabhängige Raffinerien, Irans größte Abnehmer, zahlen erstmals seit Jahren Aufschläge auf den Brent-Preis für iranisches Öl. Mindestens zwei Raffinerien in Dongying in der Provinz Shandong zahlten diese Woche Prämien von 1,50 bis 2 Dollar pro Barrel für iranisches Leichtöl – verglichen mit einem Abschlag von 10 Dollar pro Barrel vor dem Konflikt.
Iran profitiert also gleich doppelt: Das eigene Öl fließt ungehindert und erzielt Rekordpreise, während die Konkurrenten am Golf lahmgelegt sind. Ein zynisches Kalkül, das die wahren Absichten Teherans offenlegt.
Diplomatische Bemühungen – doch wie glaubwürdig?
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, er habe mit Trump über die Wiedereröffnung der Meerenge gesprochen. Man arbeite an einer Koalition von Ländern, die sowohl diplomatische als auch militärische Optionen prüfe, einschließlich der Logistik, Schiffe tatsächlich durch die Passage zu bewegen. Die Wiedereröffnung der Wasserstraße war eine Bedingung der am 7. April verkündeten zweiwöchigen Waffenruhe.
Doch Worte allein werden die Tanker nicht befreien. Was es braucht, ist entschlossenes Handeln – und zwar schnell. Brent-Rohöl notierte zuletzt knapp unter 96 Dollar pro Barrel. Ein Preisniveau, das Verbraucher weltweit schmerzhaft zu spüren bekommen.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Auch wenn Deutschland seinen Ölbedarf diversifizierter deckt als Japan, sind die Auswirkungen eines 50-prozentigen Ölpreisanstiegs verheerend. Die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft, die unter Energiekosten, Bürokratie und einer ideologiegetriebenen Energiewende leidet, kann sich eine weitere Preisexplosion bei fossilen Brennstoffen schlicht nicht leisten. Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt und damit die Schuldenlast künftiger Generationen weiter in die Höhe treibt, zeigt die Hormus-Krise einmal mehr, wie fatal es ist, sich von geopolitisch instabilen Energiequellen abhängig zu machen.
In Zeiten wie diesen erweist sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Krisenwährung unverzichtbar sind. Wenn Ölpreise explodieren, Währungen unter Druck geraten und geopolitische Risiken eskalieren, bieten Edelmetalle jenen Schutz, den weder Papiergeld noch digitale Versprechen garantieren können. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle in seinem Portfolio kaum vorbei.
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