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14.04.2026
08:39 Uhr

Straße von Hormuz: Wie eine Meerenge die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte

Straße von Hormuz: Wie eine Meerenge die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte

Während Börsianer und Regierungsökonomen noch immer so tun, als sei die Blockade der Straße von Hormuz ein beherrschbares Ärgernis, offenbart die Krise am Persischen Golf einen fundamentalen Denkfehler der modernen Wirtschaftswissenschaft. Ein Denkfehler, der uns alle teuer zu stehen kommen könnte – teurer, als es sich die meisten vorstellen mögen.

Der fatale Irrtum der Mainstream-Ökonomen

Es gibt einen alten Witz unter Volkswirten: Ein Priester, ein Ingenieur und ein Ökonom stranden auf einer einsamen Insel. Während der Priester beten und der Ingenieur ein Fischernetz bauen will, hat der Ökonom die eleganteste Lösung parat: „Nehmen wir einfach an, es gibt einen Fisch." Was als Scherz daherkommt, beschreibt in Wahrheit eine gefährliche intellektuelle Bankrotterklärung, die sich durch die gesamte zeitgenössische Wirtschaftstheorie zieht.

Die herrschende ökonomische Lehre behandelt physische Ressourcen – allen voran Energie – als eine Art Fußnote der Wirtschaftsgeschichte. Man geht schlicht davon aus, dass Öl, Gas und andere Rohstoffe stets in ausreichender Menge, zum richtigen Zeitpunkt und zu bezahlbaren Preisen verfügbar sein werden. Wenn sie es einmal nicht sind? Dann rechnet man sich die Folgen schön. In den USA etwa entfallen rund 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf die Beschaffung und Verteilung von Energie. Ein konventioneller Ökonom würde bei einem zehnprozentigen Rückgang der Energieverfügbarkeit lediglich einen Einbruch von 0,57 Prozent der Wirtschaftsleistung prognostizieren. Eine Rechnung, die so absurd ist wie die Annahme, man könne einem Motor 90 Prozent des Treibstoffs entziehen und er würde trotzdem fast genauso gut laufen.

Energie: Die Mutter aller Ressourcen

Die Wahrheit ist unbequemer. Energie ist keine gewöhnliche Ressource – sie ist die Grundlage aller anderen Ressourcen. Ohne Energie wird nichts gefördert, nichts transportiert, nichts produziert. Die Korrelation zwischen Wirtschaftsaktivität und Energieverbrauch liegt bei 0,9 – nahezu perfekt. Das bedeutet im Klartext: Ein zehnprozentiger Rückgang der verfügbaren Energie dürfte nicht zu einem halben Prozent weniger Wirtschaftsleistung führen, sondern zu einem Einbruch, der sich eher im Bereich von zehn Prozent bewegt. Zum Vergleich: Während der Großen Rezession von 2007 bis 2009 schrumpfte das reale BIP der Vereinigten Staaten um 4,3 Prozent. Was uns jetzt droht, könnte diese Dimension erreichen – oder sogar übertreffen.

Die Rechnung, die niemand sehen will

Wie viel Energie entzieht die Schließung der Straße von Hormuz der Weltwirtschaft tatsächlich? Die Zahlen sind alarmierend. Katar, das im Jahr 2024 rund drei Prozent des weltweiten Erdgases lieferte – vorwiegend als Flüssigerdgas (LNG) –, kann derzeit nichts mehr durch die Meerenge verschiffen. Da Erdgas etwa 23,5 Prozent der globalen Energieversorgung ausmacht, ergibt sich allein daraus ein Verlust von 0,7 Prozent der weltweiten Gesamtenergie. Das klingt nach wenig. Doch die Auswirkungen verteilen sich höchst ungleichmäßig: Taiwan etwa erzeugt 42 Prozent seiner Elektrizität aus importiertem LNG – vorwiegend aus dem Persischen Golf. Ein Ausfall dieser Lieferungen trifft nicht nur taiwanesische Haushalte, sondern die gesamte globale Halbleiterindustrie, die von der Insel abhängt.

Noch dramatischer sieht es beim Öl aus. Rund 12 Prozent des weltweiten Ölangebots können den Persischen Golf derzeit nicht verlassen. Öl liefert 31,5 Prozent der globalen Energie, was einen Verlust von etwa 3,8 Prozent der Weltenergieversorgung bedeutet. Addiert man Öl und Gas zusammen, kommt man auf einen Gesamtverlust von 4,5 Prozent der weltweiten Energieversorgung. Multipliziert mit dem Korrelationsfaktor von 0,9 ergibt sich ein potenzieller Rückgang der globalen Wirtschaftsaktivität um rund vier Prozent – und das jeden Tag, an dem die Meerenge geschlossen bleibt.

Kaskadeneffekte, die alles verschlimmern

Doch selbst diese erschreckende Zahl unterschätzt die wahre Dimension der Krise. Denn anders als bei der Großen Rezession, die primär ein Finanzcrash war, handelt es sich diesmal um einen abrupten physischen Versorgungsschock. Die Dominoeffekte sind verheerend: Steigende Ölpreise verteuern Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl. Teureres Kerosin macht Flugreisen zum Luxusgut – weniger Passagiere bedeuten weniger gebuchte Hotelzimmer, weniger Mietwagen, weniger Umsatz in der gesamten Tourismusbranche. Steigende Diesel- und Düngemittelpreise – Stickstoffdünger wird vorwiegend aus Erdgas hergestellt – treiben die Lebensmittelkosten in die Höhe. Am Ende der Kette steht der Verbraucher, der ohnehin schon unter der Inflation ächzt.

Ein besonders perfides Detail: Etwa ein Drittel des weltweiten Heliums – ein Nebenprodukt der Erdgasförderung – ist ebenfalls nicht mehr verfügbar. Helium ist unverzichtbar für die Halbleiterproduktion, für MRT-Geräte in Krankenhäusern und für hochwertige Schweißarbeiten. Wer glaubt, das sei ein Randproblem, der hat nicht verstanden, wie vernetzt unsere moderne Wirtschaft funktioniert.

Die Spirale nach unten

Wenn Verbraucher und Unternehmen angesichts steigender Kosten und wachsender Unsicherheit ihre Ausgaben drosseln, sinkt die Nachfrage nach unzähligen Produkten. Unternehmen müssen die Produktion zurückfahren, Mitarbeiter entlassen. Entlassene Arbeitnehmer konsumieren weniger, was die Nachfrage weiter drückt – eine klassische Abwärtsspirale, die in eine schwere Rezession münden kann. Sollte der Konflikt eskalieren und die Drohungen beider Seiten, Öl- und Gasinfrastruktur zu zerstören, in die Tat umgesetzt werden, könnte die Welt nicht nur für die Dauer des Krieges, sondern für Jahre danach von einem erheblichen Teil ihrer Energieversorgung abgeschnitten sein. Der Wiederaufbau zerstörter Förderanlagen dauert Jahre. Manche Schäden an unterirdischen Lagerstätten wären sogar irreversibel.

Was bedeutet das für Deutschland und Europa?

Für Deutschland, das sich unter der Vorgängerregierung in eine fatale Energieabhängigkeit manövriert hat, sind diese Entwicklungen besonders bedrohlich. Die ideologisch motivierte Abschaltung der Kernkraftwerke, der schleppende Ausbau alternativer Energiequellen und die naive Annahme, der Weltmarkt werde schon liefern – all das rächt sich nun bitter. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, eine Energiepolitik zu formulieren, die nicht auf Wunschdenken basiert, sondern auf der harten Realität geopolitischer Verwundbarkeit.

Die Krise an der Straße von Hormuz ist ein Weckruf. Sie zeigt mit brutaler Klarheit, dass eine Volkswirtschaft, die auf einer Just-in-Time-Versorgung mit fossilen Brennstoffen aufgebaut ist, auf tönernen Füßen steht. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen will, sollte über die Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen und drohender Rezessionen haben sich diese bewährten Wertaufbewahrungsmittel historisch als verlässlicher Anker erwiesen – ganz im Gegensatz zu Aktien und anderen Papierwerten, die in Krisenzeiten regelmäßig unter die Räder geraten.

Wir können nicht einfach „einen Fisch annehmen" – oder in diesem Fall annehmen, dass Öl- und Gaslieferungen bald wieder in den benötigten Mengen, zum richtigen Zeitpunkt und zu bezahlbaren Preisen fließen werden.

Die Risiken einer energieabhängigen Weltwirtschaft sind nun für jedermann sichtbar. Die Frage ist nicht mehr, ob wir uns anpassen müssen, sondern wie schnell – und ob unsere politischen Entscheidungsträger endlich den Mut aufbringen, der Realität ins Auge zu blicken, statt weiter auf dem bequemen Sofa ökonomischer Illusionen zu sitzen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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