
Tate-Brüder in Miami: Häftlingskleidung statt Designeranzug – Kampf gegen Auslieferung nach Großbritannien

Die Influencer Andrew und Tristan Tate wollen sich in den Vereinigten Staaten mit allen juristischen Mitteln gegen ihre Auslieferung nach Großbritannien wehren. Das bestätigte ihr Anwalt Joseph McBride, der die gegen seine Mandanten erhobenen Vorwürfe – darunter Vergewaltigung – als „Schmutz und Verleumdung“ bezeichnete. Eine zuständige Richterin in Miami setzte eine weitere Anhörung für den kommenden Montag an.
Vom maßgeschneiderten Anzug zur Gefängnisuniform
Es ist ein Bild mit Symbolkraft: Das Brüderpaar, das gewöhnlich in eleganter Designerkleidung vor die Kameras seiner Millionen-Followerschaft tritt, erschien zur Gerichtsverhandlung in Miami in Häftlingskleidung und Handschellen. Seit ihrer Festnahme am vergangenen Samstag befinden sich die beiden Männer in Haft. McBride hatte sich zuvor zuversichtlich gezeigt, der Auslieferungsantrag werde scheitern.
Neue Vorwürfe, vier weitere mutmaßliche Opfer
Die britischen Behörden werfen den Tate-Brüdern in einem neuen Verfahren Straftaten gegen vier weitere mutmaßliche Opfer vor. Die Anschuldigungen betreffen laut Staatsanwaltschaft den Zeitraum von 2010 bis 2017 und umfassen unter anderem Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandel. Hinzu kommen nach Angaben der Ermittler Delikte im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern sowie extremer Pornografie.
Bereits zuvor waren Andrew und Tristan Tate in Großbritannien wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Menschenhandels und der Kontrolle von Prostitution zur finanziellen Ausbeutung angeklagt worden. Diese Vorwürfe beziehen sich auf drei weitere mutmaßliche Opfer und den Zeitraum von 2012 bis 2015. Es gilt in beiden Verfahren die Unschuldsvermutung.
Eine Reise durch mehrere Länder
Die Chronologie des Falls reicht Jahre zurück. Die US-britischen Doppelstaatler zogen im Jahr 2016 nach Rumänien. Dort wurden sie 2022 unter dem Vorwurf der sexuellen Ausbeutung von Frauen verhaftet. Beide Brüder bestritten sämtliche Anschuldigungen. Ein Prozess in Rumänien kam wegen rechtlicher und verfahrenstechnischer Probleme letztlich nicht zustande. Im vergangenen Jahr durften die Brüder das Land verlassen und flogen in den US-Bundesstaat Florida aus.
„Schmutz und Verleumdung“ – so bezeichnete Verteidiger Joseph McBride die gegen seine Mandanten erhobenen Vorwürfe.
Wie geht es weiter?
Mit der für Montag anberaumten Anhörung dürfte der juristische Schlagabtausch in eine neue Runde gehen. Ob die USA dem britischen Auslieferungsersuchen letztlich stattgeben, bleibt vorerst offen. Klar ist: Der Fall der Tate-Brüder, die durch ihre kontroversen Auftritte in sozialen Netzwerken weltweit bekannt wurden, wird auch über Miami hinaus mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Die weiteren gerichtlichen Entwicklungen werden zeigen, wie die Justiz mit den schwerwiegenden Vorwürfen umgeht. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für beide Angeklagten die Unschuldsvermutung.

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