
Tech-Crash an der Wall Street: Gold trotzt dem Beben, Silber wankt!

An der Wall Street ist am Donnerstag, 5. November 2026, die KI-Euphorie in Panik umgeschlagen. Der Nasdaq brach um mehr als fünf Prozent ein, der Dow Jones verlor über 1.800 Punkte. Gold hielt seine Gewinne, Silber gab dagegen nach. Anleger suchten Schutz, und den fanden sie einmal mehr beim gelben Metall.
Im späten US-Handel notierte die Feinunze Gold bei rund 4.087 US-Dollar, ein Plus von knapp 26 Dollar oder 0,64 Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie sogar 4.148 Dollar erreicht, den höchsten Stand seit dem 20. Oktober. Silber verlor 0,78 Prozent auf etwa 51,78 Dollar.
Blutbad bei den KI-Lieblingen
Der Ausverkauf hatte es in sich. Der S&P 500 rutschte um 4,36 Prozent auf 7.353 Punkte ab. Einen so heftigen Tagesverlust hatte der Leitindex zuletzt im April 2025 erlebt. Der Nasdaq Composite fiel um rund 5,5 Prozent auf etwa 24.315 Zähler und liegt damit fast zwölf Prozent unter seinem Oktober-Hoch. Charttechniker sprechen in solchen Fällen von einer Korrektur.
Am härtesten traf es die Stars der Branche. Nvidia verlor rund 9,3 Prozent, AMD sogar 17,3 Prozent. Der Philadelphia-Halbleiterindex gab etwa zwölf Prozent nach. Es ist die Rechnung für eine Rally, die viele Beobachter schon länger für überhitzt hielten. Wer sein Vermögen auf ein paar Tech-Titel gesetzt hat, sah an einem einzigen Tag, wie schnell Buchgewinne verschwinden können.
Washington als neuer Unsicherheitsfaktor
Auslöser waren unter anderem die Zwischenwahlen vom Dienstag. Laut Bericht haben die Demokraten beide Kammern des Kongresses erobert. Am Markt rechnet man nun mit einer schärferen Kontrolle von KI-Investitionen, Rechenzentren und der dazugehörigen Energie-Infrastruktur. Sollten Bauprojekte verzögert oder strenger reguliert werden, könnte die Nachfrage nach Chips und Cloud-Kapazität geringer ausfallen als erwartet.
Fed-Zinserhöhung wird unwahrscheinlicher
Viele Anleger flüchteten in US-Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Treasuries sank auf etwa 4,82 Prozent, so tief wie seit Anfang September nicht mehr. An den Terminmärkten fiel die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember auf 66 bis 69 Prozent. Am Mittwoch hatte sie noch bei rund 83 Prozent gelegen.
Für Gold ist das Rückenwind. Sinkende Renditen machen das zinslose Metall attraktiver. Silber ist dagegen auch ein Industriemetall und litt unter der Sorge, dass ein Abschwung im Tech-Sektor die industrielle Nachfrage bremsen könnte.
Hormus: Das Pulverfass glimmt weiter
Dazu kommt die Lage am Persischen Golf. Iranische Militärstellen behaupteten, fünf Öltanker und ein Schlepper seien durch Seeminen beschädigt worden oder in Brand geraten. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben bislang nicht vollständig. Britische Behörden für Seesicherheit bestätigten jedoch, dass ein Tanker am späten Mittwoch etwa 50 Seemeilen nördlich von Katar von zwei Geschossen getroffen worden sei. Katar vermittelt zwar zwischen Washington und Teheran, ein verbindliches Abkommen gibt es aber nicht.
Die Ölpreise zogen kräftig an. Brent stieg um 3,88 Prozent auf 98,29 Dollar je Barrel, WTI um 2,72 Prozent auf 90,52 Dollar. Damit holten beide Sorten einen Teil ihres Einbruchs vom Mittwoch auf, als sie jeweils mehr als acht Prozent verloren hatten.
DAX im Sog, London erhöht die Zinsen
Auch Europa blieb nicht verschont. Der DAX gab rund 0,4 Prozent auf etwa 26.330 Punkte nach, der europäische Technologiesektor verlor fast vier Prozent. Die Bank of England hob ihren Leitzins auf 4,00 Prozent an. Ihre Inflationssorgen stehen damit im deutlichen Gegensatz zur trüben Stimmung an den Börsen.
Am Freitag, 6. November, stehen um 14:30 Uhr deutscher Zeit die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober an. Ökonomen erwarten rund 65.000 neue Stellen und eine Arbeitslosenquote von etwa 4,2 Prozent. Schwache Zahlen könnten die Zinsfantasie weiter dämpfen und Gold zusätzlich stützen. Charttechnisch sehen Analysten den ersten Widerstand bei 4.146 Dollar und eine Unterstützung bei 4.075 Dollar.
Der Donnerstag hat gezeigt, wie verletzlich ein Portfolio ist, das nur auf Wachstumsfantasien setzt. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung sein, gerade wenn Börsen, Politik und Geopolitik gleichzeitig unruhig werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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