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23.03.2026
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Teherans eiskaltes Kalkül: Irans Botschafter in Berlin rechtfertigt Vergeltungsschläge und schließt Koexistenz mit Israel aus

Teherans eiskaltes Kalkül: Irans Botschafter in Berlin rechtfertigt Vergeltungsschläge und schließt Koexistenz mit Israel aus

Während in Berlin-Dahlem die Morgenstille über dem Botschaftsviertel liegt, hängen vor den Toren der iranischen Botschaft großformatige Plakate mit Bildern toter Kinder. Es sind Bilder, die aufrütteln sollen – und die zugleich als propagandistisches Werkzeug dienen. Drinnen, hinter den weitläufigen Absperrungszäunen, empfängt der iranische Botschafter Majid Nili Ahmadabadi Journalisten zu einem Interview, das es in sich hat. Was er sagt, offenbart die ganze Kompromisslosigkeit des Teheraner Regimes – und wirft unbequeme Fragen an die europäische Politik auf.

„Auge um Auge" – Vergeltung als Staatsdoktrin

Der Botschafter, seit März 2025 auf dem Berliner Posten, gibt sich betont ruhig und kontrolliert. Doch seine Worte sind alles andere als diplomatisch weich gespült. Auf die Frage nach den iranischen Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nachbarstaaten – darunter die für Deutschland wichtige Gasanlage im katarischen Ras Laffan – antwortet er mit einer Formel, die an alttestamentarische Vergeltungslogik erinnert: „Auge um Auge." Man werde es nicht wiederholen, sofern die Gegenseite es nicht wiederhole. Eine Garantie? Die könne er nicht geben.

Ahmadabadi beruft sich dabei auf Artikel 51 der UN-Charta, das Recht auf Selbstverteidigung. Die Angriffe auf Nachbarstaaten seien keine Aggression, sondern eine Reaktion auf den Missbrauch ausländischer Militärbasen. Man respektiere die territoriale Integrität der Nachbarländer – es sei denn, jemand erlaube es, von seinem Territorium aus dem Iran zu schaden. Dann bleibe keine andere Option. Eine bemerkenswerte Rechtsauslegung, die das Völkerrecht nach Belieben dehnt und staucht.

Israel? Nicht existent in Teherans Weltordnung

Besonders aufschlussreich sind die Passagen zur Frage einer möglichen Koexistenz mit Israel. Der Botschafter weicht der direkten Frage nach dem Existenzrecht Israels mehrfach aus, um dann unmissverständlich klarzustellen: Eine regionale Sicherheitsordnung – ja. Aber ohne Israel. Das israelische Regime sei „die Hauptquelle aller Probleme" und ein „Unruhestifter für alle".

Zwischen Juden und dem israelischen Staat unterscheide man sehr wohl, betont Ahmadabadi. Der Iran beherberge Juden, im Parlament hätten sie ihre Abgeordneten. Doch was Israel und Netanjahu betreffe, wolle er „keinen Kommentar abgeben, weil wir sie nicht anerkennen können". Man muss sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen: Ein Botschafter eines Landes, das gerade in einen heißen Krieg verwickelt ist, erklärt in aller Seelenruhe in der deutschen Hauptstadt, dass ein souveräner Staat von der Landkarte verschwinden solle. Und Europa? Schweigt.

Europas beschämendes Schweigen

Genau hier liegt der wunde Punkt, den der iranische Diplomat mit chirurgischer Präzision trifft – und der bei aller berechtigten Kritik am Teheraner Regime nachdenklich stimmen sollte. Ahmadabadi wirft Europa und insbesondere Deutschland vor, die Angriffe auf zivile Ziele im Iran nicht verurteilt zu haben. Mehr als 175 Menschen seien getötet worden, darunter Schulkinder. Russland und China hätten die Angriffe verurteilt. Selbst in Amerika gebe es kritische Stimmen. „Nur der Großteil Europas bleibt still."

Es ist eine bittere Ironie, dass ausgerechnet ein Vertreter eines Regimes, das Frauen systematisch unterdrückt, politische Gefangene foltert und die Todesstrafe inflationär verhängt, dem Westen einen „Mangel an Moral" vorwirft. Und doch muss man sich fragen: Wo ist die klare Stimme Berlins in diesem Konflikt? Wo ist die strategische Weitsicht einer deutschen Außenpolitik, die über moralische Lippenbekenntnisse hinausgeht?

Die neue Große Koalition und das außenpolitische Vakuum

Die seit Mai 2025 regierende Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat bislang keine erkennbare Linie im eskalierenden Nahost-Konflikt entwickelt. Während Israel im Juni 2025 Großangriffe auf iranische Atomanlagen startete und der Iran mit Raketen reagierte, beschäftigt sich Berlin vornehmlich mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und der Frage, wie man die selbst auferlegte Klimaneutralität bis 2045 finanzieren soll. Die geopolitischen Verwerfungen, die sich direkt auf Deutschlands Energieversorgung auswirken – man denke nur an die bombardierte Gasanlage in Katar –, scheinen in der politischen Prioritätenliste erschreckend weit unten zu rangieren.

Russland und China als „Freunde" – Europa als Zuschauer

Ahmadabadi lässt keinen Zweifel daran, wo Teheran seine strategischen Partner sieht. Russland sei ein Nachbar, China ein enger Freund. Beide hätten den Angriff auf den Iran verurteilt. An sie habe man derzeit „keine weitergehenden Erwartungen" – die Dinge liefen gut. Es ist eine kaum verhüllte Botschaft an Europa: Ihr seid irrelevant geworden. Während der Westen sich in internen Debatten über Gendersternchen und Klimakleber verliert, formiert sich eine neue geopolitische Achse, die den alten Kontinent schlicht ignoriert.

Besonders bemerkenswert ist die Passage über die in Deutschland lebenden Iraner. Viele von ihnen, so der Botschafter, riefen ihn an und wollten nach Teheran reisen, um die territoriale Integrität des Iran zu verteidigen. Die allermeisten Iraner stünden zum Iran, zu ihren Wurzeln in „Geschichte, Glauben und Zivilisation". Es ist eine Aussage, die man in ihrer ganzen Tragweite erfassen muss: Hier spricht ein Regime-Vertreter über die Loyalität von Hunderttausenden Menschen, die in Deutschland leben – und deren Bindung an ein theokratisches System offenbar stärker ist als jede westliche Integrationsrhetorik.

Die Rakete als Ausrufezeichen

Am Ende des Gesprächs kehrt der Botschafter zu dem Punkt zurück, der ihn am meisten beschäftige: die Haltung Europas. „Warum zögert Deutschland, Angriffe auf Schulen zu verurteilen?" Eine Frage, die rhetorisch gemeint ist – und doch wie ein Stachel sitzt. Mit dem persischen Neujahrsfest Nouruz, so Ahmadabadi, möge sich die Lage beruhigen.

Doch die Realität spricht eine andere Sprache. Nur einen Tag nach dem Interview testete Teheran eine Rakete mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern. Berlin liegt damit in Reichweite. Es ist ein Signal, das deutlicher kaum sein könnte – und das die Frage aufwirft, ob die deutsche Politik endlich begreift, dass die Welt nicht wartet, bis man in der Wilhelmstraße zu einem Ergebnis gekommen ist.

Was bedeutet das für Deutschland?

Die Eskalation im Nahen Osten ist längst keine regionale Angelegenheit mehr. Sie betrifft Deutschlands Energieversorgung, seine Sicherheitsarchitektur und die gesellschaftliche Stabilität im eigenen Land. Wenn ein iranischer Botschafter in Berlin unwidersprochen das Existenzrecht eines souveränen Staates leugnen kann, wenn Hunderttausende Iraner in Deutschland leben, deren Loyalität zum Teheraner Regime offenbar ungebrochen ist, und wenn gleichzeitig eine Rakete getestet wird, die Berlin erreichen könnte – dann ist es höchste Zeit, dass die deutsche Politik aufwacht. Nicht morgen. Jetzt.

Die Zeiten, in denen man sich hinter wohlfeilen Sonntagsreden und dem Verweis auf „diplomatische Kanäle" verstecken konnte, sind vorbei. Deutschland braucht eine Außenpolitik, die diesen Namen verdient – eine Politik der Stärke, der Klarheit und des unerschütterlichen Bekenntnisses zu den eigenen Werten und Interessen. Ob die aktuelle Regierung dazu in der Lage ist, darf bezweifelt werden.

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