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Kettner Edelmetalle
07.02.2026
08:05 Uhr

Teslas Solar-Offensive: Musk setzt auf Sonnenenergie – gegen Trumps Linie

Der Elektroautobauer Tesla plant einen massiven Ausbau seiner Solarsparte und sucht dafür händeringend nach qualifiziertem Personal. Bis Ende 2028 soll eine Fertigungskapazität von stolzen 100 Gigawatt in den Vereinigten Staaten entstehen – ein Vorhaben, das selbst in der Branche als äußerst ambitioniert gilt. Doch wie realistisch sind diese Pläne wirklich, und warum schwimmt Elon Musk damit ausgerechnet gegen den Strom der Trump-Administration?

Ein kühnes Projekt mit konkretem Zeitplan

Aus aktuellen Stellenausschreibungen und LinkedIn-Beiträgen leitender Tesla-Manager geht erstmals ein konkreter Zeitrahmen für das Mammutprojekt hervor. Seth Winger, ein führender Manager für Solarprodukte, bezeichnete das Vorhaben auf der Karriereplattform als "kühnes, ehrgeiziges Projekt". Man benötige dringend Ingenieure und Wissenschaftler, um das angestrebte Wachstum zu realisieren. Auch Technik-Direktor Ralf Gomm veröffentlichte ähnliche Aufrufe an potenzielle Bewerber.

Die Dimension des Vorhabens wird deutlich, wenn man die aktuellen Kapazitäten betrachtet: Nach Daten der Solar Energy Industries Association verfügen die USA derzeit lediglich über eine Kapazität von 65 Gigawatt für Solarmodule und magere 3,2 Gigawatt für Solarzellen. Letztere sind die entscheidende Komponente zur Umwandlung von Sonnenlicht in Energie – ein Bereich, der gegenwärtig von China dominiert wird.

Analysten bleiben skeptisch

Die Reaktionen aus der Finanzwelt fallen erwartungsgemäß verhalten aus. Jeff Osborne von TD Cowen bezeichnete die Ziele in einer Analyse als "eher Wunschdenken als wahrscheinlich". Diese Skepsis kommt nicht von ungefähr: Musk hat in der Vergangenheit wiederholt Prognosen verfehlt und Zeitpläne nicht einhalten können. Die Geschichte der Tesla-Solarsparte selbst liefert dafür reichlich Anschauungsmaterial.

Nach der Übernahme von SolarCity im Jahr 2016 sollte in einer Fabrik in Buffalo, New York, eine Produktion von einem Gigawatt entstehen. Der Partner Panasonic stieg jedoch 2020 aus dem Projekt aus. Heute nutzt Tesla die Anlage hauptsächlich zur Herstellung von Supercharger-Ladesäulen für seine Elektrofahrzeuge – die ursprünglich geplanten "Solar Roof"-Dachziegel machen nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus.

Musk gegen Trump: Ein bemerkenswerter Kurswechsel

Besonders pikant erscheint Musks Solar-Offensive vor dem Hintergrund seiner bisherigen Nähe zur Trump-Administration. Der Tesla-Chef hatte zuvor das Amt für Regierungseffizienz unter Präsident Trump geleitet. Nun setzt er sich mit seiner Strategie deutlich von der Linie der US-Regierung ab.

Während Musk Solarstrom und Batteriespeicher als besten Weg bezeichnet, den steigenden Energiehunger der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zu stillen, hat Trump erneuerbare Energien offen kritisiert. Der Präsident bezeichnete diese als teuer und ineffizient. Seine Regierung geht aktiv gegen die Solar- und Windenergie vor und fördert stattdessen fossile Energieträger sowie die Kernkraft.

Die Frage der Unabhängigkeit

Unabhängig von der politischen Dimension verdient ein Aspekt besondere Beachtung: In der Stellenausschreibung für einen Entwicklungsingenieur heißt es explizit, Ziel sei der Aufbau einer 100-Gigawatt-Fertigung "ausgehend von den Rohstoffen in den USA". Dies würde eine erhebliche Reduzierung der Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern bedeuten – ein Anliegen, das durchaus im Einklang mit der protektionistischen Handelspolitik der Trump-Administration steht.

Ob Tesla die hochgesteckten Ziele tatsächlich erreichen kann, bleibt abzuwarten. Die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht, doch unterschätzen sollte man Elon Musk bekanntlich nie. Eines steht fest: Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es sich bei der Solar-Offensive um einen echten Durchbruch oder lediglich um ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte ambitionierter, aber letztlich nicht eingehaltener Versprechen handelt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eine eigene gründliche Recherche durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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