
Tödliche Bluttat in Berliner Klinik: Wenn selbst die Psychiatrie zur Todesfalle wird

Es ist eine dieser Nachrichten, die einem den Atem stocken lassen. In der psychiatrischen Abteilung des Vivantes-Klinikums im Berliner Bezirk Neukölln ist ein 65-jähriger Patient getötet worden. Nicht in einer dunklen Gasse, nicht auf einem Bahnhofsvorplatz – sondern ausgerechnet an jenem Ort, der eigentlich Schutz und Heilung verspricht. Die bittere Realität in unseren Städten macht offenbar selbst vor den Mauern eines Krankenhauses nicht mehr halt.
Eine zerbrochene Tasse als Tatwaffe
Was sich in dem Neuköllner Klinikum abgespielt haben soll, klingt wie aus einem Albtraum. Nach Angaben von Polizei und Klinik sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Patienten gekommen. Das Opfer sei laut Behörden „tödlich mit einem scharfen Gegenstand verletzt" worden – wobei es sich um die Scherben einer zerbrochenen Tasse gehandelt haben soll. Man muss sich das vor Augen führen: Eine gewöhnliche Tasse, wie sie in jeder Küche steht, wurde zum Instrument eines tödlichen Angriffs.
Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Mann, war nach Klinikangaben erst am Vortag mit der Diagnose Psychose eingeliefert worden. „Es gab keine Waffe", betonte ein Sprecher des Klinikums. Eingelieferte Patienten würden zum Eigen- und Fremdschutz routinemäßig durchsucht. Doch was nützt die beste Durchsuchung, wenn ein Alltagsgegenstand zur tödlichen Bedrohung wird?
Personal unter Schock – und ein Reanimationsteam, das machtlos blieb
Die Belegschaft des Klinikums stehe unter Schock und werde von Psychologen betreut, hieß es weiter. Ein Reanimationsteam sei unmittelbar vor Ort gewesen, habe aber nichts mehr ausrichten können. Eine Mordkommission hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Nähere Angaben wollten die Behörden zunächst nicht machen.
Wenn ein Mensch in der vermeintlich sichersten Umgebung überhaupt sein Leben verliert, dann ist das ein Alarmsignal, das niemand länger ignorieren darf.
Ein Symptom eines größeren Versagens
Man mag einwenden, dass es sich hier um einen tragischen Einzelfall in einer psychiatrischen Einrichtung handle. Doch wer die Augen offen hält, erkennt das größere Bild. Die Gewaltbereitschaft in unserem Land nimmt zu, die Kriminalität erreicht Rekordniveaus, und die Sicherheit der Bürger scheint zunehmend zur Nebensache verkommen zu sein. Ob auf offener Straße, im Freibad oder eben in der Klinik – der Eindruck verfestigt sich, dass der Staat seine ureigenste Aufgabe, den Schutz der Menschen, immer schlechter erfüllt.
Es ist die Meinung unserer Redaktion – und wir wissen uns dabei mit einem Großteil der Bevölkerung einig –, dass eine Politik, die jahrelang wegschaute und die inneren Sicherheitsstrukturen vernachlässigte, hier ihren Teil der Verantwortung trägt. Ausgestattete, personell gestärkte Kliniken, funktionierende Sicherheitskonzepte und eine Politik, die die Sorgen der Menschen ernst nimmt: Das wäre das Mindeste, was man erwarten dürfte. Stattdessen debattiert man in Berlin lieber über Zuckersteuern und den Abriss historischer Bunker, während im echten Leben Menschen sterben.
Die eigentliche Frage bleibt
Wie konnte es so weit kommen, dass ein Patient im Krankenhaus durch die Hand eines Mitpatienten stirbt? Und welche Konsequenzen wird man daraus ziehen? Erfahrungsgemäß dürfte die Antwort ernüchternd ausfallen. Man wird betroffen nicken, ein paar Worte des Bedauerns finden – und dann zur Tagesordnung übergehen. Genau dieses Muster ist es, das viele Bürger zutiefst frustriert. Deutschland braucht wieder eine Politik, die für die Menschen da ist und nicht gegen sie regiert.
Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Opfers und dem betroffenen Klinikpersonal, das diese schrecklichen Momente miterleben musste.












