
Tomahawk-Debakel: Bundeswehr wartet bis in die 2030er

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist an diesem Dienstag nach Washington gereist, um mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Rüstungszusammenarbeit auszubauen. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern: Nach internen Regierungsunterlagen, über die Medien berichten, muss Berlin beim Kauf amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper mit jahrelanger Verzögerung und deutlich höheren Kosten rechnen.
Der Iran-Krieg frisst die Raketen auf
Der Grund ist so simpel wie ernüchternd: Amerika verschießt seine Tomahawks derzeit selbst. Im Krieg gegen den Iran seien so viele Marschflugkörper eingesetzt worden, dass die ohnehin begrenzten Produktionskapazitäten an ihre Grenzen stoßen.
In den Dokumenten heißt es dem Bericht zufolge, es lasse sich derzeit keine belastbare Aussage darüber treffen, wann Deutschland die benötigte Stückzahl erhalte. Ein Satz, der in der Bürokratensprache so viel bedeutet wie: Wir wissen es nicht.
Aus 2029 wird frühestens 2031
Ursprünglich wollte die Bundeswehr die erste Typhon-Tomahawk-Fähigkeit bis 2029 einsatzbereit haben. Dieses Ziel könne laut einer separaten internen Bewertung nicht mehr gehalten werden. Verantwortliche rechnen demnach mit einer Verschiebung in die frühen 2030er Jahre, erste Lieferungen werden nicht vor 2031 erwartet.
Teurer wird es obendrein. Für das Typhon-Startsystem hatte Berlin rund 200 Millionen Euro veranschlagt – nach US-Schätzungen dürfte der Preis etwa doppelt so hoch liegen. Medienberichten zufolge umfasst das Gesamtpaket aus Startsystemen und bis zu mehreren Hundert Flugkörpern ein Volumen von annähernd 3,4 Milliarden Euro.
Mit Tomahawks könnte die Bundeswehr erstmals seit Jahrzehnten wieder Ziele tief im Hinterland eines Gegners treffen. Genau diese Fähigkeit fehlt Deutschland – und sie kommt nun später als geplant.
Trumps Zielkonflikt: Erst Amerika, dann die Verbündeten
Hinter den Lieferproblemen steckt ein Widerspruch, der die gesamte westliche Rüstungslogik betrifft. Washington fordert von den Europäern höhere Verteidigungsausgaben und den Kauf amerikanischer Systeme. Gleichzeitig leeren die eigenen Militäreinsätze dieselben Lager.
Präsident Donald Trump hat diesen Konflikt selbst offen angesprochen. Auf Truth Social schrieb er sinngemäß, man behalte die Munition zunächst für die USA, Verkäufe an Verbündete würden aber bald wieder anlaufen.
„Wir behalten (die Munition, d. Red.) für uns selbst, für die USA, anstatt sie an andere zu verkaufen“ – Donald Trump laut dem Bericht auf Truth Social
Warum Berlin jetzt Fabriken statt Kartons will
Die Engpässe treiben ein deutsches Interesse voran: Heimische Unternehmen sollen an Produktion und Wartung amerikanischer Waffensysteme beteiligt werden, statt nur fertige Ware einzukaufen. Gespräche über Lizenzen für Co-Produktion und die Einbindung deutscher Firmen in die Lieferkette laufen dem Bericht zufolge – konkrete Modelle gibt es bislang nicht.
Ein Vorgeschmack existiert bereits: Im bayerischen Schrobenhausen sollen Raytheon und MBDA Deutschland im kommenden Jahr erstmals gemeinsam GEM-T-Flugkörper für das Patriot-System fertigen. Pistorius und Hegseth wollten in Washington eine Absichtserklärung zur engeren Zusammenarbeit unterzeichnen.
Die Tomahawk-Vereinbarung war im Juli zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz getroffen worden. Der nötige Genehmigungsprozess des US-Außenministeriums ist dem Bericht zufolge bis heute nicht abgeschlossen. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das Vorgehen vor allem eines: Wer sich vollständig auf fremde Fabriken verlässt, ist nicht souverän, sondern abhängig. Das Verteidigungsministerium wollte sich nicht äußern, das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.
Was das für Anleger bedeutet
Kriege, Lieferkettenprobleme und Milliardenschulden sind ein Klima, in dem viele Bürger nach Stabilität suchen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein – als Absicherung gegen geopolitische und währungspolitische Unwägbarkeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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