
Tragödie auf Spaniens Hochgeschwindigkeitsstrecke: 42 Tote nach verheerendem Zugunglück – Deutsche unter den Opfern

Ein Alptraum auf Schienen erschüttert Spanien bis ins Mark. Bei einem der schwersten Bahnunglücke der jüngeren europäischen Geschichte sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe dem andalusischen Ort Adamuz kollidierten. Die Bergungsarbeiten dauern an, und die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen. Besonders bitter: Auch deutsche Staatsangehörige befinden sich unter den Betroffenen.
Ein Unglück, das Fragen aufwirft
Was sich am Sonntagabend gegen 19:40 Uhr auf gerader Strecke zwischen Málaga und Madrid abspielte, lässt selbst erfahrene Experten ratlos zurück. Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleiste aus bislang völlig ungeklärter Ursache und krachte in einen entgegenkommenden Renfe-Zug. Beide Züge rasten mit über 200 Stundenkilometern aufeinander zu – die erlaubte Höchstgeschwindigkeit lag bei 250 km/h.
Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete das Unglück als „sehr seltsam". Die Strecke sei vollständig saniert, der Zug „praktisch neu" gewesen. Wie kann ein modernes Hochgeschwindigkeitsnetz, das weltweit für seine Zuverlässigkeit und Sicherheit gepriesen wird, derart versagen?
Mysteriöser Schienenriss im Fokus der Ermittler
Die Untersuchungen konzentrieren sich derzeit auf einen mehr als 30 Zentimeter langen Riss in der Schiene am Unfallort. Spanische Medien berichten, es könne sich um eine mangelhafte Schweißnaht handeln – möglicherweise durch Witterungseinflüsse beschädigt. Minister Puente äußerte sich vorsichtig: Man prüfe, ob der auf Fotos sichtbare Bruch „die Ursache oder die Folge" des Unglücks sei.
Ingenieur Jorge Trigueros zeigte sich im Gespräch mit Medien fassungslos. Das moderne Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen – ganz ohne Eingreifen des Lokführers. Doch offenbar versagten sämtliche Schutzmechanismen.
Szenen des Grauens in den Waggons
Die Schilderungen der Überlebenden lassen das Blut in den Adern gefrieren. Eine junge Frau beschrieb dem TV-Sender RTVE unter Tränen den Moment des Aufpralls: „Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut." Sie fühle sich, als wäre sie neu geboren worden.
Der Journalist Salvador Jiménez verglich das Erlebte mit einem Erdbeben. Zwei Waggons des Renfe-Zuges wurden durch die Wucht des Aufpralls eine vier Meter hohe Böschung hinuntergeschleudert und weitgehend zerstört. Zahlreiche Passagiere waren noch Stunden nach dem Unglück in den zertrümmerten Zügen eingeschlossen.
Deutsche Opfer bestätigt – Ausmaß noch unklar
Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Montagabend, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die genaue Anzahl gebe es derzeit noch keine verlässlichen Angaben. Ob es sich um Tote oder Verletzte handelt, blieb zunächst offen. Die Behörden stünden in engem Austausch mit den spanischen Stellen, um die Identitäten der Opfer zu klären.
Von den 120 Verletzten befanden sich am Dienstag noch 37 im Krankenhaus, darunter vier Kinder. Ein Dutzend Patienten lag auf der Intensivstation. Regionalpräsident Juanma Moreno schloss nicht aus, dass in den „Trümmerhaufen aus Metall" weitere Leichen liegen könnten.
Spanien in tiefer Trauer
Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Im ganzen Land wehten die Flaggen auf halbmast. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Dienstag die Unglücksstelle und trafen mit den erschöpften Rettungskräften zusammen.
Feuerwehrleiter Paco Carmona sprach von einem der schwierigsten Einsätze seiner Karriere: „Es ist ein schwer zugängliches Gebiet. Das Ausmaß der Zerstörung war zudem groß. Chaos, offene Brüche. Alles andere als schön."
Die betroffene Bahnstrecke zwischen Madrid und Andalusien wird nach Angaben des Verkehrsministers erst um den 2. Februar herum wieder befahrbar sein. Für Tausende Reisende bedeutet dies erhebliche Einschränkungen.
Erinnerungen an Santiago de Compostela
In ganz Spanien, besonders aber in Galicien, wurden schmerzhafte Erinnerungen an das Unglück vom 24. Juli 2013 wach. Damals entgleiste ein Zug wenige Kilometer vor Santiago de Compostela mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve. 80 Menschen starben. Dass nun erneut ein derart verheerendes Bahnunglück geschehen konnte, erschüttert das Vertrauen in die Sicherheit des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes nachhaltig.
In der 4.000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigten sich die Menschen trotz der späten Stunde solidarisch. Freiwillige Helfer brachten Decken, Medikamente und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Supermarktbesitzerin Rafaela öffnete umgehend ihren Laden und sagte: „Heute schläft hier niemand!"
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