
Trump bricht Iran-Gespräche ab: "Erwürgen" statt Verhandeln!

Washington macht Ernst: US-Präsident Donald Trump hat seinen Unterhändlern nach Berichten des Senders CNN untersagt, weiter mit Teheran zu sprechen. Am Dienstag bestätigte er auf seiner Plattform Truth Social, dass es derzeit weder Gespräche noch Termine gebe. Die neue Linie: kein schneller Schlag, sondern langsames Auszehren des Gegners.
Vom "Hammer" zur Würgeschlinge
Laut CNN sollen Mitarbeiter des Weißen Hauses politischen Verbündeten intern erklärt haben, die Strategie habe sich gewandelt – weg vom Prinzip "Iran so schnell wie möglich hämmern", hin zum Erdrosseln über die Zeit. Beobachter nennen das "Disengagement".
Bemerkenswert ist vor allem, was diesmal fehlt: Bislang hatte Trump nach dem Scheitern der im Juni geschlossenen Waffenruhe immer wieder verkündet, ein Deal stehe kurz bevor. Diese Schlagzeilen dürften nun ein Ende haben. Die im Juni vereinbarte 60-Tage-Frist für Diplomatie ist abgelaufen – Teheran hatte sie ohnehin für "irrelevant" erklärt und Washington Vertragsbrüche vorgeworfen.
Raketenalarm über Dubai – und ein getroffener Tanker
Parallel meldete die Katastrophenschutzbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate eine erkannte Raketenbedrohung; Anwohner in Dubai erhielten Warnmeldungen. Das Verteidigungsministerium sprach von zwei ballistischen Raketen aus dem Iran – eine sei außerhalb, eine innerhalb der Hoheitsgewässer niedergegangen. Der Iran wies eine Verantwortung zurück, die Lage wurde später als sicher bezeichnet.
In der Straße von Hormus traf es erneut einen auslaufenden Tanker: Nach Angaben der britischen Marinebehörde UKMTO beschädigte ein Geschoss den Maschinenraum, ein Besatzungsmitglied wurde verletzt, die omanische Küstenwache half bei der Rettung. Trump behauptete dagegen, die Meerenge sei "offen und in Betrieb", Minen seien geräumt oder gesprengt. Der Ölpreis gab daraufhin nach.
Chokepoints im Doppelpack: Auch das Rote Meer brennt
Nicht nur Hormus ist ein Nadelöhr. Dem Wall Street Journal zufolge zwangen Raketen- und Drohnenangriffe der mit Teheran verbündeten Huthi-Rebellen den jemenitischen Hafen Mokha zur Schließung – ein zentraler Umschlagplatz nahe der Meerenge Bab al-Mandab. Ein zitierter Jemen-Experte spricht von der schwersten Eskalation seit etwa 2020.
Katars Außenamtssprecher Majed al-Ansari erklärte laut Al Jazeera, die Vermittler warteten zunächst auf ein Transitabkommen zwischen Iran und Oman, bevor sie neue Verhandlungen anschieben. Kritiker sehen darin faktisch eine Anerkennung iranischer Kontrolle über die wichtigste Ölader der Welt.
Der Preis zahlt der Verbraucher
Für Trump wird der Weg zu den Zwischenwahlen im November steinig. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage (14. bis 17. August) sieht seine Zustimmung bei nur noch 33 Prozent, 64 Prozent sind unzufrieden. 80 Prozent der Befragten erwarten, dass das Iran-Engagement lange dauert. Der Benzinpreis in den USA liegt Berichten zufolge wieder über vier Dollar je Gallone – Rekordniveau für einen August.
Und Europa? Deutschland, dessen Industrie ohnehin unter hohen Energiekosten und politisch gewollten Zusatzlasten ächzt, hängt an denselben Tankerrouten. Jede Störung in Hormus schlägt über Öl, Gas und Frachtraten am Ende auf Heizkosten, Sprit und Verbraucherpreise durch.
Der Goldpreis notiert nach Marktberichten derweil bei rund 4.391 US-Dollar je Unze und bleibt gefragter Krisenanker. Wenn Diplomatie durch Aussitzen ersetzt wird, gewinnt physische Vermögenssicherung an Bedeutung – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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